Corona gefährdet Bienenvölker

Für die Natur war die Coronakrise bislang ein Segen. Die Umweltverschmutzung geht vielerorts stark zurück und die Tiere können sich selbst in den Städten Bereiche zurückerobern. Eine Tierart leidet nun aber besonders unter der Coronakrise: die Honigbiene!

Bienen auf Bienenwabe
Foto: darios44 / iStock

Zunächst einmal die gute Nachricht: Wildbienen sind von der Coronakrise nicht betroffen. Und auch für die Honigbiene in Deutschland sieht es derzeit nicht schlecht aus. Ein großes Bienensterben ist hierzulande also zumindest nicht zu erwarten. Ganz im Gegenteil können die Kontaktbeschränkungen sich sogar positiv auf die Bienenpopulation auswirken. Schließlich verbringen derzeit mehr Leute denn je Zeit in ihrem Garten und auf ihrem Balkon und bepflanzen diese daher mit zahlreichen Blumen. Schlecht sieht die Lage jedoch für die großen Bienenvölker in den USA aus. Dort gefährdet Corona ganze Bienenvölker.

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Reisebeschränkungen gelten auch für Bienen

1 bis 25 Bienenvölker – so viel betreuen rund 96 Prozent der deutschen Imker laut Deutschem Imkerbund e.V. Lediglich 1 Prozent der Imker hält mehr als 50 Völker. Im Fokus steht bei den deutschen Imkern vor allem die Honigproduktion. In den USA ist das anders: Aufgrund der intensiven Landwirtschaft mit riesigen Monokulturflächen steht die Bestäubungsleistung der Honigbiene im Vordergrund. Die Folge: Eine Wanderimkerei, bei der teilweise tausende Bienenvölker per LKW quer durchs Land gefahren werden, um für jeweils ein bis zwei Wochen eine Monokultur zu bestäuben. Genau diese Bienentransporte sind nun jedoch gefährdet: Sie fallen aufgrund der Reisebeschränkungen teilweise komplett aus oder finden nur verspätet und mit zu kleinen Bienenvölkern statt. Die Folgen: Hungernde Bienen und fehlende Bestäuber in der Landwirtschaft.

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Welche Auswirkungen dies auf die Landwirtschaft der USA haben wird – und in der Folge auch auf unsere Wirtschaft – ist noch ungewiss. In den USA ist gut ein Drittel der Landwirtschaft von der Bestäuberleistung der Honigbienen abhängig. Darunter fallen unter anderem die Produktion von Mandeln, Äpfeln, Blaubeeren, Kürbissen sowie Raps- und Sonnenblumenöl.

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