Dünnbett oder Mittelbett?



  • Will Fliesen von 30x30 bis hin zu 30x60 auf Fußbodenheizung verlegen. Daher soll möglichst 100% Deckung erreicht werden. Beim DHA Kurs sagte man mir, man solle dazu eine Mittelbettkelle verwenden. Im Baumarkt meines Vertrauens wiederum sagte man mir, Mittelbettverfahren sei ziemlich schwierig, ich solle besser eine 10mm Dünnbettkelle verwenden. In einem Fliesenfachgeschäft wiederum riet man mir ebenfalls zum Dünnbettverfahren, allerdings solle man vor dem Verlegen die Rückseite jeder Fliese mit Kleber einstreichen und abziehen, um die sich sonst möglicherweise bildenden Hohlräume zu vermeiden.
    Was ist denn jetzt korrekt? Bei einer 10mm Dünnbettkelle kommt schon einiges an Kleber unter die Fliesen, erreiche ich damit leicht die 100% Deckung, oder sind da wirklich besagter Kniff (fliesenrückseite extra präparieren) oder Mittelbettkelle notwendig?



  • Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    3 Experten, 5 Meinungen ... eigentlich ist die Sache aber nicht so furchtbar kompliziert. Ich nehme an, daß Robert Engelhardt hierzu mehr sagen kann, versuche aber trotzdem mein Glück.
    Wenn Mittelbett sinnvoll ist, sollte auch im Mittelbett geklebt werden und nicht im Dünnbett. Und über einer Fußbodenheizung leuchtet die Mittelbettverlegung unmittelbar ein, denn Hohlräume in der Kleberschicht isolieren zum einen, zum anderen machen sie die Schicht bei thermischen Dimensionsänderungen angreifbarer.
    Die Lösung des Fliesenfachhändlers wird auch als Buttering-Floating-Verfahren bezeichnet und ist praktisch synonym mit der Mittelbettverlegung. Das geht also in die richtige Richtung. Allerdings sollte dabei eigentlich eine gröbere Kelle verwendet werden als für die Dünnbettverlegung.
    Die Empfehlungen in Richtung Dünnbett zielen m.E. einzig darauf, daß der Kleberauftrag dadurch "idiotensicher" wird. Wenn man den Kleber korrekt aufzieht, legt man die Fliese ein, und fertig. Das Mittelbett mit seiner dickeren Kleberschicht erlaubt dagegen Korrekturen in vertikaler Richtung, was auf der anderen Seite bei mangelnder Routine auch zu Ungenauigkeiten führen kann (schief liegende oder insgesamt zu hoch oder zu tief gelegte Plattn). Mit dieser Empfehlung will man den Anwender also vor Verlegefehlern bewahren, dies allerdings auf Kosten der technischen Qualität des fertigen Belags.
    Gruß
    Hans Altmeyer



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Hallo,
    was soll ich nach der Erklärung von Herrn Altmeyer noch groß sagen? Ich schließe mich an. Also die Empfehlung Mittelbett ist für die FBH absolut richtig. Alternativ geht genauso die Empfehlung des Fliesenfachhändlers - das Buttering-Floating-Verfahren (Kellenzahnung i.d.R. 8mm). Beides bringt, wie beschrieben, entsprechend viel Kleber unter den Belag.Ich empfehle für den Anfänger die Mittelbettverlegung. Der entsprechende Kleber (z.B. Spezialkleber Bodenfliesen von Knauf) wird mit einer Mittelbettkelle genauso aufgetragen wie im Dünnbettverfahren. Der Kleber verteilt sich aber wesentlich leichter und gleichmäßiger als beim B-F-Verfahren. Die angesprochenen Korrekturen fallen, bei entsprechend sorgfältiger Untergrundvorbereitung, allerminimalst aus. Und die damit verbundenen Fehler damit auch.
    Gruß Robert



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Hallo!
    Also man könnte auch den Belag mit einem 10 mm Spachtel mit Fließbettkleber legen! Der Kleber verläuft noch unter der Fliese und verhindert so auch Hohlräume! Ich bin jetzt seit über 15 Jahren Fliesenleger und habe bis jetzt noch Nie einen Boden verlegt auf Fußbodenheizung im Mittelbett, für mich völlig unverständlich!
    Gruß Matthias



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Ein 100 %iges verdichtetes Kleberbett ist bei Fußbodenheizung nicht zwingend erforderlich. Mit der Dünnbett- und Mittelbettverlegung auch nur dann zu erreichen, wenn man die Fliesen ins Kleberbett einschiebt und nicht nur eindrückt und durch einklopfen erhohft das Kleberbett würde sich verteilen (Irrglauben auch vieler Fliesenleger).
    Was Matthias in den beiden ersten Sätzen ausführt möchte ich unterstreichen. Fliesbettverklebung ist die sicherste Methode ein möglichst verdichtetes Kleberbett zu erhalten.
    Den letzten Satz muss ach dahingehende kommentieren, dass Matthias einmal daran denken muss, es können ja auch Natursteine, Terracotta und Zementfliesen auf verlegt werden und diese haben meistens Dickentoleranzen und die lassen sich entweder im Mittelbett ausgleichen oder im Dünnbett im Floating-Buttering-Verfahren.
    Auf meiner Webseite http//www.josef-erhardt.de/vortraege/DHA-Grundkurs.pdf sind die Verlegearten beschrieben. Dort ist auch beschrieben wie man mit Fließbettklebern umgeht.
    Ich hoffe einiges zusätzlich erklärt zu haben und wünsche viel Spaß beim Fliesenlegen und viel Freude am fertigen Belag.
    Gruß
    Josef Erhardt



  • Wer kennt diese Fliese?
    Erstmal vielen Dank für die Antworten soweit!
    Wenn ich das mal resümmiere, dann scheidet das reine Dünnbettverfahren (mit normalem Flexkleber) wohl aus. Ich habe jetzt auch nochmal im Netz etwas geguckt, und wenn es um Mittelbett geht, so wird auch immer gleich darauf hin gewiesen, daß das nur von geübten Fliesenlegern gemacht werden sollte. Ist daher die Empfehlung, speziell Anfänger sollten das Mittelbettverfahren verwenden wirklich korrekt? Ich würde es versuchen, der Boden ist nagelneuer Fließestrich (absolut eben), aber bin halt auch nicht gerade Profi. Worauf muß man dabei besonders achten, etwa daß die Fliesen gleichmäig weit und nicht schief in den Kleber gedrückt werden?
    Buttering-Floating Verfahren würde ich nur ungern machen Habe das vereinzelt schon gemacht, und das ist schon eine ziemliche Schweinerei. Nachdem ich etwa 80m^2 verlegen muß, wollte ich mir das nicht unbedingt antun, auch wegen weil es recht lange zu dauern scheint?
    Bliebe noch Fließbettkleber. Wie schauts damit aus, ist der für Anfänger geeignet, oder besonders teuer? Es scheint da auch nicht besonders viele Anbieter von zu geben. Wäre das dem Mittelbettverfahren gegenüber vorzuziehen?



  • Dünnbett oder Mittelbett?
    [Oooops, da hat mir mein Browser einen Streich gespielt und ein altes Subject eingefügt - hier also nochmal das Posting mit korrektem Betreff]
    Erstmal vielen Dank für die Antworten soweit!
    Wenn ich das mal resümmiere, dann scheidet das reine Dünnbettverfahren (mit normalem Flexkleber) wohl aus. Ich habe jetzt auch nochmal im Netz etwas geguckt, und wenn es um Mittelbett geht, so wird auch immer gleich darauf hin gewiesen, daß das nur von geübten Fliesenlegern gemacht werden sollte. Ist daher die Empfehlung, speziell Anfänger sollten das Mittelbettverfahren verwenden wirklich korrekt? Ich würde es versuchen, der Boden ist nagelneuer Fließestrich (absolut eben), aber bin halt auch nicht gerade Profi. Worauf muß man dabei besonders achten, etwa daß die Fliesen gleichmäig weit und nicht schief in den Kleber gedrückt werden?
    Buttering-Floating Verfahren würde ich nur ungern machen Habe das vereinzelt schon gemacht, und das ist schon eine ziemliche Schweinerei. Nachdem ich etwa 80m^2 verlegen muß, wollte ich mir das nicht unbedingt antun, auch wegen weil es recht lange zu dauern scheint?
    Bliebe noch Fließbettkleber. Wie schauts damit aus, ist der für Anfänger geeignet, oder besonders teuer? Es scheint da auch nicht besonders viele Anbieter von zu geben. Wäre das dem Mittelbettverfahren gegenüber vorzuziehen?



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Wenn die Fliesen sprich Natursteinpaltten unterschiedliche Dicke haben ist natürlich eine Mittelbettverlegung Notwendig!
    Gruß Matthias



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Uh, das hätte ich schon längst schreiben sollen Ist ganz gewöhnliches Feinsteinzeug.



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Hallo Stephan,
    schauen Sie auf meiner Seite http//www.josef-erhardt.de/vortraege/DHA-Grundkurs.pdf nach. Dort wird die Verarbeitung von Fließbettklebern beschrieben. Die Verlegetechnik habe ich am Wochenende bei einem Grundkurs der DHA beschrieben. Es ist ganz leicht damit zu arbeiten.
    Bei Feinsteinzeugfliesen ist es wegen der "sehr" geringen Wasseraufnahme notwendig ein möglichst vollflächiges Kleberbett zu erhalten. Fließbettkleber wurden eigens für diese Fliesen in den Markt gebracht.
    Gruß
    Josef Erhardt



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    Am besten ist das Dünnbettverfahren weil es Idiotensicher ist.Butting-Flotering verfahren ist weit verbreitet.Früher hatte man das Dichbettverfahren angewendet.Wo man den Kleber sowohl auf der Rückseite der Fliese als auch auf den Untergrung verteilete.



  • Re: Re: Dünnbett oder Mittelbett?
    da ich unterwegs war, jetzt erst meine Antwort
    Das Dünnbettverfahren ist mit einer Kleberdicke bis 5 mm definiert. Wenn mit einer 10er Keller gearbeitet wird ist bereits eine Kleberdicke von 4-5 mm und somit die Grenze des Dünnbettverfahrens erreicht.Meines Wissens decken alle aktuellen Fließbettkleber beide Bereiche ab (bis etwa 15mm Kleberdicke - also auch den Mittelbettbereich) müssen aber für das Dünn-/Mittelbettverfahren in einem anderen Mischungsverhältnis angemischt werden als fürs Fließbett.Für die Verlegung des Fließbettkleber empfehle ich aufgrund des besseren Kleberverlaufes und der besseren Druckbeständigkeit des Belages eine Kelle mit halbrunden Zahnung 20x15 mm (Steg 10 mm). Dieser Kleberauftrag ist größer als bei einer 10x10 mm Kelle und fällt daher in den Mittelbettbereich.
    Fließbettverlegung ist richtig, aber in diesem Fall bitte nicht im Dünnbett.
    Gruß Robert


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