Werkbank mit Sägen - Tips gesucht



  • Moin allerseits ;-)

    Ich bin gerade an der Planung für einen Multifunktions-Arbeitstisch für meine Werkstatt im Keller.
    Auf den Bildern sieht man den aktuellen Zwischenstand meiner Überlegungen.
    Der Tisch soll eine große Arbeitsfläche bieten, neue Heimat für meine Kreissäge und meine Kappsäge werden (beides mit Absaugung und ordentlichen Möglichkeiten zur Ausrichtung), Stauraum für diverses Werkzeug und Material bieten usw.

    Ich fange mit Sketchup gerade erst an und habe den Tisch jetzt virtuell schon mehrfach umgebaut... deswegen sind da ein paar Unsauberkeiten drin, 45 Grad Verstrebungen sind noch nicht wirklich durchdacht usw. Zwischenstand halt.

    Die Meisten von Euch haben wahrscheinlich deutlich mehr Erfahrung haben als ich mit solchen Projekten, deswegen wollte ich Euch das mal zeigen. Vielleicht hat jemand von Euch noch nen klugen Tip?!

    Speziell würde mich Eure Meinung zu zwei Sachen interessieren:

    1. Findet Ihr die Anordnung der Kreis- und der Kappsäge logisch? Die Kreissäge bekommt noch einen großen Schlitten, die Kappsäge kann man herausnehmen und die Arbeitsplatte schließen.

    2. Als Platte würde ich MDF nehmen… ist das geeignet und lassen sich da die Vertiefungen für den Sägeschlitten gut fräsen?

    Besten Dank im Voraus und Grüße aussm Norden 😉

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  • Moin,

    das ist mal ein sehr interessantes Thema. Allerdings habe ich zu deinem Plan einige Bedenken. Nachfolgende, möglicherweise sehr direkte Worte bitte nicht übel nehmen. Sie sind konstruktiv gemeint.

    Ich glaube, du hast dir ein bisschen zu sehr die Idee eines zentralistischen Bastel-Altars in den Kopf gesetzt: "Ich baue einen Suprdupertisch, der ALLES kann".

    Diese ziemlich gewaltige Konstruktion auf Rollen würde voraussetzen, dass der Boden absolut eben ist. Ist er es nicht, hängen zwangsläufig immer Rollen in der Luft und das ganze biegt sich durch. Ich glaube auch nicht, dass du mit dieser Konstruktion aus Leisten da ausreichend Steifigkeit hinein bekommst. Tatsächlich würde ich da eher eine Konstruktion aus einem Plattenwerkstoff anstreben.

    Vielleicht rechnest du einfach mal das Gewicht durch, ob du das ganze ohne Traktor überhaupt noch selbst bewegen kannst, um zu ermitteln, ob Rollen überhaupt Sinn machen. Wo sollte das gute Stück denn überhaupt hin rollen?

    Die Anordnung scheint mir insgesamt nicht so recht sinnvoll. Wenn du auf der Tischkreissäge größere Teile sägen willst, ist die Kappsäge im Weg und du musst den Tisch komplett leer räumen. Bedenke bei den Sägen auch, dass du drum herum noch ausreichend Platz für lange/breite Werkstücke brauchst (ich kenne deinen Keller nicht).

    Ich würde auch den Bereich des Sägetischs nicht als Arbeitsfläche nutzen wollen. Wenn dir da mal etwas Lack oder Leim in eine Führung des Sägeschlittens plörrt, hast du ein Problem.

    Wenn ich dich recht verstanden habe, willst du für die Tischkreissäge noch einen Schiebeschlitten bauen. Sofern vorhanden, würde ich als Führung die Nuten im vorhandenen Tisch der Säge verwenden, um Probleme mit der parallelen Ausrichtung zu vermeiden.

    Insgesamt würde ich an deiner Stelle lieber mehrere Tische für die unterschiedlichen Aufgaben bauen. Diese lassen sich dann viel leichter auf die jeweilige Verwendung abstimmen und bei Bedarf leicht anders aufstellen.

    Beispielsweise könntest du bei einem Tisch für manuelle Arbeiten oben drauf eine „Opferplatte“ aus MDF vorsehen, die leicht ersetzt werden kann, wenn sie verschlissen/verschmutzt ist. Umlaufend könnte man Alu-Nut-Systemprofile zum Anzwingen von Teilen vorsehen. Es gibt da Profile, in die z.B. die Sägeschienen-Zwingen von Festool und Makita gut hinein passen. ich meine, das wären diese Profile: https://www.dold-mechatronik.de/Aluminiumprofile-und-Zubehoer-45-B-Typ-Nut-10

    Die Idee, diese auf Rollen verschiebbar zu machen, finde ich gut. Ich würde aber trotzdem noch Einstellfüße vorsehen. Denn auch Lenkrollen mit Feststellbremse wackeln noch am Drehgelenk herum. Zudem bringen Rollen zu wenig Reibungsfläche auf den Boden und der Tisch kann wegrutschen.

    Zum Schluss noch eine Kleinigkeit: Den Sauger unter dem bzw. einem Tisch unterzubringen, finde ich gut. Ich würde aber einen Ausschnitt vorsehen und den Sauger auf dem Boden stehen lassen. Schlichtweg, damit man ihn einfach heraus rollen kann, wenn man damit mal normal saugen möchte.

    In zahlreichen Video auf YT kann man sich super Anregungen zu Details holen. Aber lass dich nicht zu sehr von den teilweise gezeigten "Megasuperduperweltraumwerkstattmöbeln" beeindrucken. Teilweise bauen manche Leute nur noch Werkstätten, um dann damit Werkstätten zu bauen, um dann damit... Das hat was von Hunden, die ihre Schwänze jagen ;-)

    Cheerio und viel Erfolg



  • Wow!
    Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten und Tips zu geben! Und Danke für die direkten Worte - so verstehe ich es am besten.
    Gerne mehr davon ;-)

    Ich muss zugeben, dass Deine Formulierung "Ich baue einen Superdupertisch, der ALLES kann" meine Grundidee zu etwa 100% genau beschreibt.
    Ich habe derzeit mehrere Arbeitstische und merke oft, dass ich doch eher einen Großen bräuchte.

    Mein Überlegung war, dass der Tisch fast immer in einer Ecke steht (und natürlich weit in den Raum reinragt). Ich könnte beide Sägen und die Arbeitsfläche benutzen, ohne ihn den Tisch zu verschieben. Nur, wenn ich wirklich große Stücke zu bearbeiten habe, würde ich ihn diagonal zur Ecke in den Raum stellen, käme dann von allen Seiten ran und hätte eine sehr große Arbeitsfläche zur Verfügung. Der Weg, für den die Rollen genutzt werden, beträgt also etwa 1,50m. Die Idee, zusätzlich Feststellfüße anzubringen ist super (meine jetzigen Tische sind auch auf Rollen und es nervt schon echt manchmal ein bisschen).

    Das mit der Kappsäge habe ich nicht deutlich gemacht - meine Idee war, dass man sie wegnehmen kann und durch eine Holzplatte ersetzt, so dass man den Tisch für die Kreissäge voll nutzen kann.

    Als Konstruktionsholz wollte ich 58x58mm Kanthölzer nehmen. Ich dachte, dass die ausreichen, da ja auf beiden Ebenen die Konstruktion durch die Platten stabilisiert wird. Du schlägst eine Konstruktion aus einem Plattenwerkstoff vor... da muss ich mal blöd nachfragen - meinst Du damit sowas wie statt 2 Kanthölzern, die mit unterer und oberer Platte ein Viereck formen lieber eine senkrechte Holz-, MDF- oder ähnliche Platte?

    Für die Führungsschienen für den Schiebeschlitten würde ich die beiden Nuten der Kreissäge in die Arbeitsplatte verlängern und dann noch eine Dritte fräsen. Ich dachte, dass es so ziemlich sicher wird, dass der Schlitten gerade läuft.

    Für den Staubsauger wollte ich mir noch eine Absaugvorrichtung zu den beiden Sägen bauen, so dass ich ihn wie auf dem Bild in den Tisch stelle, Strom und Anschluss an die Absaugung an einer leicht erreichbaren Stelle anbringe und ich so leicht herausnehmen kann.



  • @bibo-bost sagte in Werkbank mit Sägen - Tips gesucht:

    Wow!
    Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu antworten und Tips zu geben! Und Danke für die direkten Worte - so verstehe ich es am besten.
    Gerne mehr davon ;-)

    Ich muss zugeben, dass Deine Formulierung "Ich baue einen Superdupertisch, der ALLES kann" meine Grundidee zu etwa 100% genau beschreibt.
    Ich habe derzeit mehrere Arbeitstische und merke oft, dass ich doch eher einen Großen bräuchte.

    Ich versuche es noch mal anders zu formulieren. Ich habe den Eindruck, dass du die Arbeitsabläufe nicht so recht berücksichtigst. Du hast hier etwas geplant, bei dem dir dein eigenes Material dauernd im Weg sein wird. Du läufst ja nicht nur um deinen Tisch herum und bedienst deine Maschinen, sondern stellst damit Teile her, die irgendwo auch zu etwas zusammengesetzt werden sollen. Die Teile und dein Werkstück müssen ja auch irgendwo bleiben. Wenn ich mir deine Zeichnung ansehe, würdest du dir dauernd die Tischkreis- und/oder die Kappsäge mit deinen Werkstücke und Handwerkzeugen blockieren. Zumal auf einen Keissägetisch außer Sägegut und Vorschubwerkzeugen eigentlich genau gar nichts drauf gehört. Unfallgefahr!

    Mein Überlegung war, dass der Tisch fast immer in einer Ecke steht (und natürlich weit in den Raum reinragt). Ich könnte beide Sägen und die Arbeitsfläche benutzen, ohne ihn den Tisch zu verschieben. Nur, wenn ich wirklich große Stücke zu bearbeiten habe, würde ich ihn diagonal zur Ecke in den Raum stellen, käme dann von allen Seiten ran und hätte eine sehr große Arbeitsfläche zur Verfügung. Der Weg, für den die Rollen genutzt werden, beträgt also etwa 1,50m. Die Idee, zusätzlich Feststellfüße anzubringen ist super (meine jetzigen Tische sind auch auf Rollen und es nervt schon echt manchmal ein bisschen).

    Das mit der Kappsäge habe ich nicht deutlich gemacht - meine Idee war, dass man sie wegnehmen kann und durch eine Holzplatte ersetzt, so dass man den Tisch für die Kreissäge voll nutzen kann.

    Das hatte ich (teilweise) auch so verstanden. Mich hat nur dieses längliche "Zäunchen" irritiert, dessen Funktion für mich unklar ist.

    Als Konstruktionsholz wollte ich 58x58mm Kanthölzer nehmen. Ich dachte, dass die ausreichen, da ja auf beiden Ebenen die Konstruktion durch die Platten stabilisiert wird. Du schlägst eine Konstruktion aus einem Plattenwerkstoff vor... da muss ich mal blöd nachfragen - meinst Du damit sowas wie statt 2 Kanthölzern, die mit unterer und oberer Platte ein Viereck formen lieber eine senkrechte Holz-, MDF- oder ähnliche Platte?

    Ganz genau! Deine vorgesehene Konstruktion hat nämlich einen erheblichen Fehler: Du siehst genau gar nichts vor, das horizontal wirkende Kräfte abfängt. Zum Verständnis: Stell dir einen Kleiderschrank vor, bei dem die Rückwand fehlt. Den kannst du mit einem Finger seitlich zum Einsturz bringen.

    Entweder baust du noch diagonale Verstrebungen ein oder setzt noch "Schrankrückwandartige Teile" an/in deine Rahmenkonstruktion oder du lässt das ganze Dachlattenbeinchengefrickel einfach gleich sein und baust stattdessen gleich ein großes Kastengebilde aus einem flächigen Material. Das kann dann auch noch bei Bedarf mit Rahmnhölzern ausgesteift werden. Auch wenn OSB ein unschön zu bearbeitender Werkstoff ist, bietet sich das Zeug hier wegen vergleichsweise geringer Kosten und relativ hoher Steifigkeit an.

    Interessanterweise habe ich schon häufiger gesehen, dass Leute Konstruktionen mit vielen kleinen, senkrechten Beinchen zurech planen und dabei die Stabilität ignorieren, wenn sie mit Sketchup herum hantieren. Irgendwie scheint Sketchup dazu einzuladen.

    Für die Führungsschienen für den Schiebeschlitten würde ich die beiden Nuten der Kreissäge in die Arbeitsplatte verlängern und dann noch eine Dritte fräsen. Ich dachte, dass es so ziemlich sicher wird, dass der Schlitten gerade läuft.

    Während ich das mit dem Verlängern der Nuten lese, prangt über meinem Kopf ein imaginäres, gülden funkelndes Schild: "Oh Herr, schleife ihm diese Idee mit Korn 40 wieder aus der Omme!" Ohnehin würde es nicht ganz trivial, genau parallel laufende Nuten zu fräsen. Aber selbst wenn du es hin bekommst, wirklich parallel verlaufende Nuten zu fräsen und einen einigermaßen spielfrei laufenden Schlitten zu bauen, wird es am Übergang zu den an der Säge vorhandenen Nuten problematisch. Ich hege Zweifel, dass das in Holz versatzfrei abbildbar ist. Wir reden hier von hundertstel Millimetern bzw. Grad.

    By the way: In deiner Zeichnung ist an der Säge gar kein Parallelanschlag zu sehen. Vorsichtshalber als Hinweis: Hast du den vergessen? Hier erneut noch mal der Hinweis auf Youtube. Es gibt jede Menge "Pimp my Säge"-Videos zu den einzelnen Tischkreissägen. Schiebeschlitten sind dabei ein ganz großes Thema. Ggf. auch mal nach "Cross cutting sledge" suchen. Hier muss das Rad echt nicht neu erfunden werden. Generell kann man sich zu diesem Arbeitstisch-Thema aus einem gigantischen Fundus guter Ideen bedienen.

    Für den Staubsauger wollte ich mir noch eine Absaugvorrichtung zu den beiden Sägen bauen, so dass ich ihn wie auf dem Bild in den Tisch stelle, Strom und Anschluss an die Absaugung an einer leicht erreichbaren Stelle anbringe und ich so leicht herausnehmen kann.

    Gute Idee! Ich wollte auch nur darauf hinaus, dass es evtl doof ist, den Sauger da unten in gebückter Haltung heraus zu hiefen. Insbesondere, wenn das Teil voll und entsprechend schwer ist. Wenn der Tisch fahrbar ist, könnte der Sauger ja in einer Aussparung auf seinen eigenen Rollen auf dem Boden stehen, mit einem Spanngummi angeseilt werden und mit dem Tisch mitfahren.

    Apropos fräsen - noch eine Idee von mir: Mir ist beim Oberfräsen immer gerne der Absaugschlauch und das Kabel im Weg bzw. ich bleibe damit gerne irgendwo hängen und verreiße mir die Fräse. Wie wäre ein abnehmbarer Galgen, um Geschläuch und Kabel nach oben aus dem Weg zu bekommen?



  • Bin gerade Arbeitsmäßig ganz gut im Stress, deswegen erst die nächsten Tage ne richtige Antwort.
    Aber schon mal Dankeschön! Dann werde ich wohl noch mal einiges überdenken ;-)



  • Ich habe mir in meine Werkbank eine schwenkbare Platte eingebaut, damit ich, wenn ich die Kappsäge nicht brauche, oben eine glatte Platte drauf habe (könnte man auch eine andere Maschine draufbauen).

    Gesehen habe ich das hier:
    https://www.familyhandyman.com/woodworking/how-to-build-a-flip-top-workbench/



  • Moin Schraubwurst & Bastler Tommi,

    jetzt komme ich endlich mal dazu, mein Projekt noch mal mit Euren Tipps zu überdenken.
    Die Drehvorrichtung von Dir, Bastler Tommi, erscheint mir für mein Projekt nicht so geeignet. Ich bleibe lieber beim „Kappsäge/ Tischplatte tauschen/einsetzen“
    Insgesamt werde ich an der Konstruktion festhalten. Die Bedenken, dass ich so andauernd das Material im Weg rumliegt, sehe ich nicht so. Ich habe mal überlegt, was ich so in den letzten Monaten gebaut habe. Ich baue eher selten wirkliche Projekte wie Schränkchen oder so, wo Deine Bedenken stimmen würden. Meist sind es bei mir zwei-drei Schnitte und fertig. Und mir geht es darum, dass ich einfach alles sofort Griffbereit habe. Diese Anforderungen erfüllt meine Konstruktion. Ich werde aber an einigen Ecken Veränderungen vornehmen:

    • Der Schlitten für die Kreissäge wird anders konstruiert und nicht mit in die Arbeitsplatte verlängerten Führungsnuten geführt. Im Moment tendiere ich zu einer Konstruktion aus Aluminiumschienen, da hatte ich mal was gesehen, das ich wohl hinbekomme und was stabil aussah. Werde aber noch mal youtube & Co durchsuchen

    • Einstellfüße kommen dran

    • Die Idee mit dem abnehmbaren Galgen für Staubsaugerschlauch und Stromkabel für z.B. Oberfräse wird noch eingebaut

    • Diagonale Verstrebungen hatte ich nicht vergessen, sondern einfach noch nicht fertig geplant. Habe nicht riesig viel Ahnung, aber dass die wichtig sind, weiß selbst ich 😉 Ist halt alles ein Zwischenstand der Planung…
      Es wird sich alles noch eine Weile hinziehen, bis ich das Projekt anfange. Wenn ich meine „Zeichnung“ aktualisiert habe, lade ich sie hier hoch.

    Vielen Dank und Grüße aus Bad Oldesloe!



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