Bohrlöcher, Dübel und ein unbekanntes Wandmaterial (Gips?)



  • Hallo liebe Selbstbauer,

    ich habe ein Thema, was mich schon lange beschäftigt und wofür ich auch immer noch keine Lösung habe.

    Ich wollte in meinem Wohnzimmer vor langer Zeit Lautsprecher an die Wand hängen und habe beim Bohren festgestellt, dass es sehr leicht ging ohne Schlag und sehr viel weißes Pulver zum Vorschein kam. Ich war dann unsicher, ob es wirklich Gips ist und habe einfach mit handelsüblichen Dübeln mein Glück versucht. Das hat leider nicht so super funktioniert, sodass man sehen konnte, dass sich die Dübel langsam von selbst lösen bzw. nicht besonders fest saßen.

    Ein Lautsprecher hat gut gehalten, der andere sah mir zu fragil aus und ich habe ihn abgenommen. Beim entfernen hat man sehen können, dass die Dübel die Bohrlöcher sehr stark eingedrückt haben, was mir auch ein mulmiges Gefühl bereitet hat, da ich Betonwände und Steinwände- und Decken gewohnt bin.
    Ich habe das Ganze dann aufgegeben und die Lautsprecher auf Ständer gestellt.

    Heute - ein zwei Jahre später - wollte ich in meinem Arbeitszimmer ein Regal anbauen und das ganze Spiel ging von vorne los. Erst leicht reingebohrt, dann Dübel rein, was auch sehr leicht ging, um dann festzustellen, dass sie wieder nicht richtig halten und das Regal keinen festen Eindruck macht. Also habe ich es wieder abgebaut und nun zwei Löcher in der Wand. Auch hier kann man erkennen, dass die Dübel Spuren hinterlassen haben. Ich habe mal mit der Taschenlampe reingeleuchtet und man kann erkennen, dass das Innere schneeweiß ist und ganz am Ende wohl ein leichter Hohlraum zu erkennen ist, zumindest ist es auf einmal schwarz am Ende und beim Bohren selbst hatte ich auch das Gefühl "oh, jetzt bin ich durch". Sind es also wirklich Gipswände?

    Die Wände klingen schon leicht hohl, allerdings bin ich mir nicht sicher, da ich mich nicht auskenne. Ich habe mal nachgemessen, die Wand ist insgesamt ca. 10 bis 11 cm dick. Sind das dann zwei Gipsplatten aneinander, die jeweils 5cm dick sind? Meine Bohrlöcher sind ziemlich genau 5cm tief. Gibt es solch dicke Gipsplatten überhaupt? Und wenn ja, welche Dübel muss ich jetzt verwenden, um das Ganze doch noch hinzukriegen?

    Ich hoffe ihr könnt euch vorstellen, was ich meine und habt vielleicht eine Idee.

    Viele Grüße
    Simon



  • Hallo Simon, normale Gipskartonplatten sind 9,5 oder 10 mm und 12,5 mm stark. Gipsfaserplatten 10, 12,5, 15 und 18 mm. Es gibt auch spezielle, dickere Gipsplatten in 20 oder 25 mm oder Gipsverbundplatten in 30 mm, die kommen allerdings seltener zum Einsatz, wenn dann eher zwei normal-dicke Platten übereinander. Da sind wir aber noch lange nicht bei 100 mm bzw. 10 cm. Von daher bleiben – sofern es Gips ist – nur Gipswandbauplatten übrig. Die gibt es in 60, 80 und 100 mm Stärke. Allerdings sind die normalerweise stabil und Befestigungen klappen mit normalen Universaldübeln. Sollten die ggf. alt, feucht und porös sein, kann man zu chemischen Befestigungen greifen, allerdings muss man hier genau nach der Eignung des Injektionsmörtels schauen, viele eignen sich nur für Beton. Auch für Gipsbaustoffe eignet sich z.B. der Flüssigdübel Fill&Fix. Vielleicht kann man mit diesem System die Dübellöcher stabiliseren und für eine feste Verankerung sorgen.
    Sind hier Maßeinheiten etwas durcheinandergerutscht und die bestehende Wand ist doch nur 10 mm dick, also eine klassische Gipskartonwand, so müssen Hohlraumdübel verwendet werden, sofern es mit Universaldübeln nicht hält. Keinesfalls funktionieren in Gipsplatten althergebrachte Spreizdübel.
    Gruß, Christian



  • Hallo Christian,

    danke für die Antwort. Eventuell werde ich es dann mit chemischer Unterstützung probieren. Kommt zusätzlich zum Flill&Fix dann noch der Dübel rein oder is das dann ein flüssiger Dübel?

    Um Missverständnisse auszuschließen:
    Die gesamte Wanddicke beträgt 10 bis 11 cm. Meine Bohrlöcher sind 5cm tief und dabei auf einen Hohlraum gestoßen, den man auch sehen kann, wenn man ganz genau hinten rein leuchtet und guckt.

    Ich habe dadurch das Gefühl es ist irgendein Material, was zwei mal 5cm misst mit einem kleinen Hohlraum dazwischen... Ich bin immernoch ein bisschen unsicher und werde auch nochmals die Hausverwaltung fragen, allerdings war sie beim letzten Mal schon überfragt, was ich sehr merkwürdig finde.

    Danke auf jeden Fall ich werds weiter untersuchen und evtl. das Fill&Fix testen.

    Gruß
    Simon



  • @christian-meyer sagte in Bohrlöcher, Dübel und ein unbekanntes Wandmaterial (Gips?):

    iversaldübeln. Sollten die ggf. alt, feucht und porös sein, kann man zu chemischen Befestigungen greifen, allerdings muss man hier genau nach der Eignung des Injektionsmörtels schauen, viele eignen sich nur für

    Für mich klingt das ein bisschen so, als hätte da jemand zweireihig mit dünnen Gasbetonsteinen gemauert. War das Bohrmehl tatsächlich von der Konsistenz wie Mehl oder waren da auch kleine, poröse Brösel mit dabei?



  • Hallo Schraubwurst,

    nein da waren keine porösen Brösel dabei.
    Mittlerweile hab ich auch mal jemanden in einem Baumarkt und den Vermieter gefragt (niemand weiß es genau) und es gab den Verdacht auf Ytong-Wände.
    Kann es das sein?

    Gruß



  • Moin,
    Ytong ist die bekannteste Marke für Gasbeton ;-)



  • Aha, ok! Danke.

    Jetzt stellt sich nur die Frage ob es das ist. Die Dübel sehen recht brachial aus und ich hab mich noch nicht getraut sie zu benutzen... Irgendwelche tipps?

    Gruß



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