Häuschen kaufen - was kommt auf mich zu?



  • Halli Hallo,
    Ich habe ein Angebot bekommen für ein Häuschen, bei dem auf jeden Fall einiges gemacht werden muss.
    Der Vorbesitzer ist verstorben, ich müsste auch alles entrümpeln, aber dadurch ist es ziemlich günstig, die Erben wollen es nur loswerden.

    Ich habe große Lust dazu, so als "kleines" Projekt nebenbei und auch etwas, was mich im Alter vielleicht etwas absichern kann. Bisher haben alle Leute, denen ich davon erzählte zu mir gesagt "Oh, da musst du aufpassen. Das kommen oft Kosten auf dich zu, die du vorher nicht bedacht hast" Oder "Klär vorher unbedingt, ob die Elektrik noch funktionstüchtig ist" etc., etc. Da schwirrt mir jetzt schon der Kopf!

    Habt ihr mir sowas schon Erfahrung gemacht? Was war euer größter "blinde Fleck" bei einem Hauskauf und der DIY Sanierung?



  • Als wir damals unser Haus kauften, war ich sehr froh von meinen Eltern fast geknechtet worden zu seinen, einen Bausachverständigen durchgehen zu lassen. Wenn man nicht von Baufach ist, sieht man einfach selbst nicht alles, oder weiß auch nicht alles. Und das sind dann nicht nur ein paar Hundert Euro, sondern werden ganz schnell zigtausend Euro.

    Beispiel bei uns damals: Ein Holzhaus, aber etwas vom Alter her eines, das noch eines nach schwedischem Vorbild war. Wenn dort nun einmal das Dach selbst nur an einer Stelle hätte saniert werden müssen, hätten wir das ganze Dach neu machen müssen, denn kein Dachdecker hätte eine Teilsanierung übernommen, weil die Lüftungsabstände viel kleiner sind, als heute in Deutschland erlaubt. Selbst über Bestand wäre das nicht mehr gegangen.
    Beim anderen Haus, das in einem Gebiet lag mit kalksaurem Trinkwasser lag - fand man auch nirgendwo, meinte er dann entweder neue Wasserleitungen oder zusätzliche technische Ausrüstung. Die Leitungen in dem Haus wären für das Wasser das falsche Material. Da wäre der Wasserrohrbruch vorprogrammiert.

    Da wir hier in einem absoluten Hochpreisgebiet liegen, kann man nach so einer Aussage mit dem Verkäufert nicht über den Preis verhandeln, sondern es heißt, wenn man nicht zusagt, dann nimmt es zeitnah ein anderer.

    Auch interessant: Wenn man nicht alles selber machen kann, funktionieren Handwerker besser, wenn man so ein Gutachten hat.

    Als bei uns die Heizungswartung anstand, wollte die Firma uns weißmachen, dass die Heizung schon einen leichten Defekt hätte. Wir waren überrscht, glücklicherweise kam kurz darauf der Kaminkehrer und meinte, das wäre eine sehr gute Heizung, alles in Ordnung und man solle sich überlegen, ob man sie schon tauschen wolle, aktuell maximal 10% geringerer Gasverbrauch. Lieber warten, bis die Heizung in die Knie geht, alle Jahre gibt es da Entwicklungen.

    Also bei der Suche nach einer neuen Firma, die die Wartung übernimmt, gleich das Gutachten mit hingelegt und die Aussagen des Kaminkehrers. Wir haben einen Wartungsvertrag bekommen und die Heizung läuft toitoitoi immer noch einwandfrei.

    Auch wenn das bei dir nicht so ein sollte: Durch den Bausachverständigen kannst du deine Finanzierungskalkulation absichern, denn man sollte sich gleich bei der Finanzierung die Renovierungskosten mit einrechnen und für zukünftige vorsorgen, um nicht später einmal in dumm überrascht zu werden. Weil es doch Beträge sind, die man im Ernstfall nicht mal so schnell aus der Portokasse zahlen kann.

    Klar, erst einmal habe ich auch geschluckt, was das kostet, aber es hat uns beim Kauf sehr geholfen.



  • Wenn du viel selbst machen kannst und willst, ist das schon mal eine gute Ausgangsvoraussetzung. Auch, wenn du keinen Zeitdruck hast. Ich kann meinem Vorschreiber aber nur zustimmen: Ein Bausachverständiger kann Gold wert sein. Ich würde das Haus nicht übernehmen, ohne dass es vorher ein Gutachten über den Zustand gegeben hätte.



  • Ein Bekannter von mir übernahm das Haus seiner Tante, das einige Jahre nicht bewohnt war.
    Glücklicherweise konnte auch er sich genügend Zeit lassen, und er musste sogar vieles selbst machen, da die Wartezeiten für Handwerker in Berlin einfach unglaublich lang sind. Aber auch bei denen kamen einige unerwartete Dinge, und im Nachhinein ärgern sie sich, keinen Sachverständigen dazu geholt zu haben.

    Das Haus war auch nicht leer, die besagte Tante hatte jahrelang alles mögliche an Schrott dort gesammelt, da standen 5 E-Herde, im Garten Autoteile, Rasenmäher und so weiter.
    Die Entrümpelung hat einige Monate gedauert, aber er meinte, es war der wichtigste Schritt: man sah "Hier passiert was!", als der Schrott weg war - und er bekam sogar noch was dafür, da er es nicht zum Wertstoffhof gebracht hat!



  • Vielleicht hast du ja auch ein paar Freunde die irgendwas mit Bau zutun haben, die du mal dort einladen kannst? Das kann auch ein toller Anlass sein, mal so eine Art "Arbeitseinsatz" unter Freunden zu haben..
    Und zu einem Gutachter würde ich auch raten!



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