PAX in Altbau an Wand befestigen



  • (Update: Lösungen / weitere Herausforderungen weiter unten)

    Hallo zusammen, mein erster Beitrag im Forum 🙂

    Folgendes: Wir haben einen sehr großen Eckpax, gekauft 275 b x 236 h x 58 t mit Eckelement 103 b x 236 h x 38 t

    Dazu kommen kommen 7 Spiegeltüren. Insgesamt ein Gewicht von 450 kg. Der Schrank steht in einem Altbau (1900 rum) mit Bachsteinen und leider schiefem Boden.

    Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass es Nachwuchs gibt, möchte ich den PAX punktuell an der Wand befestigen. Und zwar ganz links und rechts. Das Eckelement stabilisiert sich selber, die einzelnen Schränke sind alle miteinander verbunden.

    Leider steht der PAX auf der Längsseite oben 5 cm 3cm (nach Ausrichtung mit größeren Keilen) von der Wand ab (schiefer Boden), d.h. die Schraube aus der Wand wird nicht nur befestigen, sondern auch Last tragen (weil ich den Schrank ganz links etwas nach hinten kippe, dass er bündig mit dem Nachbar ist, sonst wären es ca 9 cm Abstand). Erschwerend kommt hinzu: Kopf der Schraube darf max 12 mm Durchmesser haben.

    Jetzt zur eigtl Frage:

    -Wie tief muss ich mindestens bohren, damit ein Dübel mit Schraube genügend Halt hat?
    -Was muss ich für Dübel nehmen?
    -Was für Schrauben?
    -Welchen Durchmesser darf der Bohrer max haben?

    Ich hätte jetzt gesagt: Ich bohre 7 cm tief in die Wand mit einem 7er oder 8er Bohrer. Dort kommt ein Dübel gleicher Länge rein. Dann schaut die Schraube ca 5 cm aus der Wand, und muss im Pax befestigt werden. Also Schraube mit der Länge 120 mm.

    Ich hoffe das war jetzt verständlich. Danke schon mal für eure Antworten.



  • Ich staune ein bisschen wie wenig Resonanz es hier gibt, scheint das falsche Forum zu sein 😉

    Wie dem auch sei, ich habe herausgefunden, dass Unterlegkeile / Nivellierungskeile im Baumarkt gibt, mit denen man die Schränke ausrichten kann. So gibt es weniger Last am Kopfende. Gebohrt wird dann mit einem 8er und da kommen 8er Tox Dübel rein. Länge der Schraube muss man schauen.



  • @dffvb Moin,

    dann hier mal eine Resonanz. Keile solltest du bei Pax eigentlich nicht brauchen. Da sollten Einstellfüße dran sein. Damit wird der Schrank senkrecht mit der Wasserwage ausgerichtet. Achtung! Hier ist senkrecht gemeint und nicht unbedingt bündig zur Wand. So eine Altbauwand ist auch gerne mal schief. Sollten die Einstellfüße zu kurz sein, weil der Fußboden durchhängt, dann mit Bierdeckeln odre ähnlichem unterfüttern.

    Zu Schrauben und Dübeln: Das ist per Ferndiagnose schwer zu sagen, da Altbauwände oft bröselig und tückisch sind.

    • Tipp 1: keinen NoName-Schei[PIEP] verwenden sondern Produkte von Fischer, Tox
    • Tipp 2: Notwendige Bohrtiefe = Dübellänge + 10 mm. Damit der Dübel richtig spreitzen kann, muss die Schraube ganz durch den Dübel durch und am Ende herausgucken.
    • Tipp 3: Möglichst hochwertigen, neune Betonbohrer verwenden, damit die Löcher nicht schon beim Bohren "vergniesgraddeln".
    • Tipp 4: Bohrlöcher nach dem Bohren ausblasen, um das Bohrmehl heraus zu bekommen. Das geht notfalls mit einem langen, dünnen Trinkhalm oder auch Druckluftspay. Es gibt dafür auch spezielle Luftpumpen und Bürsten. Das ist wirklich extrem wichtig! Das Bohrmehl wirkt sonst wie ein Kugellager, in dem der Dübel durchdreht, so das er keinen Halt findet.
    • Tipp 5: Wenn der Dübel keinen Halt findet, kann man ihn mit Fliesenkleber oder zement-basiertem Spachtel einkleben. Keinen gipshalten Innenspachtel verwenden. Dieser ist nicht druckstabil und zerbröselt.
    • Tipp 6: Bei Altbau dürfen es auch gerne extralange Dübel sein. Die Standardlängen halten oft nicht.


  • @Schraubwurst

    Wow - vielen Dank für diese super und vor allem ausführliche Antwort! Ich war gestern auch im Baumarkt. Das hat mich bedingt schlauer gemacht. Der Verkäufer wollte noch Abstandshalter anbringen.

    Ich hatte bei einem PAX auch schon Kartons (sehr dick, weil sie ja schrumpfen), unter dieser Füßchen gestellt, ein Arbeitskollege meinte allerdings dass die 1m PAX auch in der Mitte durchhängen würden, man also auch dort zusätzlich unterstützen solle, was ja bestimmt nicht schadet. Das habe ich dann auch gemacht. Mit so kleinen Abbrechkeilen.

    Guter Tipp mit dem senkrecht! Ich hatte sie waagrecht perfekt, und ohne Türen leicht nach hinten. Denke mit Türen sollte das ausgeglichen sein, hab an der kleinen Eck-Seite gestern getestet und werde da nachmessen.

    Bzgl. der Wand hab ich Glück, der Bachstein ist massiv und nicht bröselig. Der Typ im Baumarkt hat mir 8er TOX Dübel gegeben, allerdings nur 51 mm lang - beim kleineren Schrank okay, für den größeren Frage ich mich ob das okay ist, auch 5er Schrauben... Allerdings ließen sich diese schon nur schwer eindrehen, sollte also passen denke ich (von der Schraubengröße) - bzgl. der Dübellängel hatten die von den weißen TOX auch nur noch welche mit so nem Mini-Kragen (vier kleine)

    Bohrer - da hab ich auf einen Standardbohrer aus dem Bosch-Set gesetzt, war okay....

    Bohrlöcher habe auch ausgesaugt. Ist auch okay oder?

    Auf jeden Fall Danke für Deine kompetente Antwort.



  • Moin,

    also wenn die Schrauben nzr schwer einzudrehen sind ist das ein guter Indikator dafür, dass sie halten.

    Zum Aussagen: Nein, Aussaugen reicht oft NICHT. Zum einen ist das Bohrmehl nicht wirklich gesund für Haushaltssauger, vor allem saugt man aber damit nur den Dreck aus dem vorderen Teil des Lochs und nicht da weg, wo sich der Dübel spreitzt.

    Was mir noch einfällt (leider zu spät, vielleicht hilft's ja wem anderes). Wenn man in roten Backsteinen herum bohrt: Operationsgebiet weiträumig mit Malerband abkleben. Das rote Bohrmehl färbt wie Sau. Unten dem Bohrloch einen offenen Briefumschlag als Dreckfang ankleben.



  • @Schraubwurst

    Abermals Danke! Es war nicht zu spät, der Tipp mit dem Strohhalm für das zweite Mal bohren wirklich Gold wert. Auch das Gesicht der Freundin, die unter mir stand, und fragte was ich da jetzt für Blödsinn machen würde, ich hätte schließlich schon ausgesaugt, und dann doch noch ein paar Krümel ins Gesicht bekam 😉

    Ebenfalls für die Nachwelt:
    Ich stieß noch auf weitere Probleme, denn schlussendlich hat die Wasserwaage doch einiges gezeigt. So reichten die kleine Keile nicht und es wurden größere gekauft. Das führte auch dazu, dass der Abstand zur Wand nicht mehr ganz so groß war.

    Obwohl die Wasserwaage unten und oben perfekt waagerecht war, waren die Seitenwände der längeren Seite nach rechts gedrückt. Der mittlere 1 m wurde mit 75 cm ganz rechts verbunden. Allerdings stand er schon so schief, dass die linke Tür wieder zuflog. Den 1 m Schrank ganz links zu befestigen war unmöglich, weil oben ein Spalt von ca 3 cm war.

    Ich habe den 1 m Schrank daher perfekt ausgerichtet (mit Keilen) und dann mit zwei Schrauben an der Wand befestigt (kaum Zug drauf), daraufhin den mittleren vom rechten Eckschrank gelöst und mit dem 1 m links verbunden.

    Stellte sich die Frage wie man die 3 cm zwischen Mitte und Ecke überwindet. Hier hat mir ein Montagekissen beste Dienste geleistet! Mit dessen Hilfe konnte ich den Schrank sogar in die alten Verbindungen stecken. Habe dann zur Sicherheit weitere 5 Verbindungsschrauben reingehauen. Damit passt jetzt alles soweit.

    Bei Fragen gerne



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