Kellertrocknung durch neue Drainage und Außenwandanstrich?



  • Guten Morgen,

    wir haben uns vor kurzem ein Haus gekauft, Bj. 1960. Dort habe ich im Teilkeller festgestellt, das da teilweise der Putz ganz leicht von der Wand geht.Schimmel o.ä. ist nirgends.Auch Feuchtigkeit ist keine "spürbar/fühlbar". Feuchtigkeit im EG des Hauses oder an anderen Stellen ist ebenfalls nicht bemerkbar. Das Haus ist auf einem Berg gebaut.

    Die Regenrinne des Hauses habe ich letzte Woche komplett erneuert da diese alt und kaputt war, und habe dabei festgestellt, dass das Fallrohr auf der einen Seite des Hauses gar nicht mehr angeschlossen war sondern einfach nur direkt auf den Boden lief. Das Rohr was zum Sickerschacht führt habe ich ausgegraben und festgestellt, dass dieses verschlammt ist, das möchte ich nun nächste Woche mit einem Kärcher durchspülen, andernfalls durch eine Firma professionell durchspülen lassen.

    Wo der Sickerschacht selbst liegt weiß ich bisher gar nicht genau, die Verkäuferin des Hauses ist nicht die ursprüngliche Eigentümerin sondern dessen Tochter. Ich sprach bereits mit dem Nachbarn und weiß nun wo er ungefähr liegen müsste. Auf der andern Seite des Daches habe ich die Fallrohre die angeschlossen waren überprüft, diese sind frei, das Wasser kann dort ablaufen ohne dass sich ein Rückstau o.ä. bildet.

    Um auf mein eigentliches Problem zurück zu kommen. Es ist zwar immer schwer so einfach zu beurteilen wo Feuchtigkeit im Keller herkommt, aber ich frage mich, ob das Regenwasser, welches von der Rinne ins Fallrohr lief und dann auf dem Boden rauskam, und die defekte Regenrinne, welche regelmäßig überlief die Ursache dafür sein kann.

    Weiter hat das Haus einen Anbau (so eine Art Wintergarten) der jedoch massiv gemauert mit Fundament an die Außenwand des Hauses rangesetzt worden ist - unter diesem läuft das ausgegrabene Drainagerohr zum Sickerschacht offensichtlich durch.

    Ich dachte mir nun, dass ich mir erstmal einen Sachverständigen ins Haus hole, und danach eine neue Abdichtung der Hausmauer von außen durchführe, und dann gleich eine neue Drainage lege. Ob eine alte Drainage ums Haus geht kann ich gar nicht sagen, momentan weiß ich nur, dass die Fallrohre in einem gelben Drainagerohr enden, ich weiß jedoch nicht ob dies um das gesamte Haus geht.

    Ist es realistisch gesehen machbar, die Drainageselbst zu erneuern?Zusätzlich wollte ich dann so einen Bitumenaufstrich anbringen, und alles weitere was dazugehört. Ich dachte da an nächstes Jahr Sommer, dann 3 Wochen Urlaub nehmen und das mit einigen Helfern selbst durchzuführen.

    Was mache ich mit dem Wintergarten-Anbau?Auf der Seite mit Außenwand kann ich ja nur teilweise graben, da dort der Wintergarten samt Fundament steht - dieser soll zwar abgerissen werden, allerdings wollte ich mich erstmal um den Keller als um den Anbau kümmern...

    Was denkt Ihr?

    LG Thomas



  • Re: Kellertrocknung durch neue Drainage und Außenwandanstrich?
    Wenn Feuchtigkeit in den Keller kommt is die Isolierung nicht dicht egal ob das Wasser vom Regen oder ne defekte Dachrinne oder sonstwas dahin kommt. Da hilft nur neumachen.

    Die Fallrohre müssen schon an Kanalgrundrohr(dieses bekannte orangefarbene) angeschlossene angeklemmt werden damit es ablaufen kann-durch Drainage sickert es nur ins Erdreich und staut sich u.U. an der Wand. Was wohl keiner so wirklich haben will 😉

    Drainage verlegen ist auch kein wirkliches Problem die wird nur zusammengesteckt. Wichtig ist nur die in Kies ohne Feinanteil  zu verlegen damit die nicht verstopft. Und GANZ wichtig ❗ : Wenn ihr getrennte Kanäle für Oberflächen-bzw Brauchwasser habt(was überwiegend so ist) bloß nicht an den falschen anschließen denn das gibt mächtig Ärger 😄



  • Re: Kellertrocknung durch neue Drainage und Außenwandanstrich?
    Hallo Thomas,

    ich kann dir nur den Rat geben die ganze Installation zu erneuern.Du schreibst dass das Regenfallrohr in einem gelbem Drainagerohr mündet, das mußt du ändern. Früher hat man das manchmal so gemacht mit dem Hintergedanken das durch die anfallende Regenwassermenge das Drainagerohr gespült wird, dies funktioniert aber nur sehr bedingt.

    Als empfehle ich bei deiner Gemeinde nach zu fragen ob ihr eine Trennkanalisation habt oder nicht.

    Zu deinem Vorhaben eine Drainageleitung selbst zu verlegen, kann ich dir nur sehr bedingt raten, da dies nicht so einfach ist. Als erstes mußt bis zur Bodenplatte ausgraben, dann muß das Mauerwerk wie folgt behandelt werden:

    • Sockel betonieren

    • Mauerwerk mit Hochdruckreiniger säubern

    • Sockel und Mauer mit Flüssigbitumen anstreichen

    • Schweißbahnen am Sockel und an der Mauer anschweißen

    • Dämmplatten mit Teerbitumen ankleben

    • Noppenfolie verlegen

    • Drainageleitung verlegen

    • Regenwasserkanalisation verlegen

    • Einbringen einer Kiespackung in Sockelbreite bestehend aus sog.    

      Leerkies

    • Verfüllen des Grabens mit Erdreich

    Es gilt also zu beachten, welche Bodenart ist vorhanden, müssen Stützwände gesetzt werden? Aushubarbeiten mit einem Bagger sollten nur von einem erfahrenen Baggerführer erledigt werden. Die Schweißbahnen müssen ebenfalls ordentlich verschweißt werden, da sie sonst nicht dicht sind.

    Ich habe eine ausführliche Beschreibung eine Seite zuvor geschrieben, da kannst du es noch mal genau nachlesen.

    Falls du noch Fragen haben solltest, stehe ich dir gerne zur Verfügung.

    Melde dich einfach hier im Forum oder schick mir ne PN.

    LG rieser69



  • Re: Kellertrocknung durch neue Drainage und Außenwandanstrich?
    Hi,

    eigentlich ist dem gar nichts mehr hinzuzufügen, außer das man das nur Abschnittsweise machen sollte um die Statik nicht zu gefährden.

    Weiter würde ich eher dahin tendieren, erst den Wintergarten abzureißen, damit Du durchgehend arbeiten kannst und keine Anflickarbeiten hast.

    (Auch wenns eher zu vernachlässigen wäre)

    Gruß


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