Lackproblem mit Heizungsrohren



  • Hallo zusammen,
    Ich habe ein Problem mit dem Lackieren meiner Heizungsrohre aus Kupfer.
    Die Leute im Baumarkt scheinen alle keine ahnung mehr zu haben von ihrem "Handwerk" -(
    Ich habe die Rohre mit "brillux impredur hochglanzlack 840" lackiert.
    Auf der Dose steht Staubtrocken bei 20° nach ca 3 stunden, klebefrei nach ca 10 Stunden. Überarbeitbar nach 48 Stunden. Es handelt sich um einen Aromatenfreien lack auf alkydharzbasis. Und laut aufschrift auf der dose ist er zum lackieren von Heizkörpern geeignet. Der Lack scheint aber irgendwie nicht richtig zu trocknen. Selbst nach 48 Stunden lässt er sich ziemlich leicht mit dem Fingernagel vom Rohr entfernen und macht dabei einen gummiartigen eindruck. Wenn ich die Heizung nun anmache (Vorlauftemperatur 70°) Wird der lack total weich und lässt sich sehr leicht mit dem Fingernagel entfernen. Ich hab das zeug jetzt abgebeizt und auf anraten des Verkäufers noch die Brillux impredur Grundierung 850 gekauft und aufgepinselt. Diese grundierung hat genau das selbe problem. Sie wird zwar recht fest, aber soblad sie warm wird wird sie ziemlich weich. Auf der Dose steht aber das sie zum streichen von Warmwasserheizkörpern geeignet ist und bis 180° hitzebeständig ist. Was ist hier falsch? Die rohre habe ich mit stahlwolle richtig blank gemacht, an korrosionsrückständen oder ähnlichem kann es also nicht liegen.
    Vielen dank für eure Hilfe!
    Christian Firmthaler



  • Re: Lackproblem mit Heizungsrohren
    Kupfer ist kein E-Metall! E steht für Eisen.
    Kupferrohre grundiere ich mit Epoxid Haftgrund.
    Bei oben angesprochener Firma ist es mit der Produktnummer 855 aufgeführt. Es handlet sich hierbei um 2K Material und hält "bombenfest".
    Alkydharze sind thermoplastisch. Auf Deutsch Sie sind bei Wärmeeinwirkung verformbar. Man kennt das vom Abbrennen alter Lackschichten die unter Hitze auch weich werden.
    Andererseits benötigt ein Lack nun zur völligen Aushärtung etwas länger als 48 Std.
    Abgesehen von der falschen Grundierung für Kupfer würde ich einfach warten und der Lack müßte mit der Zeit härter werden.
    Das der Lack vor Verarbeitung gründlich aufgerührt wurde nehme ich mal stark an und möchte diesen Hinweis nur für andere hier nennen.
    Etwas anderes ist da mit der Stahlwolle.
    Beim Schleifen mit Stahlwolle verbringe ich winzige Eisenteile in das Kupfer. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Metalle, die aufeinander Auswirkung haben können. Wenn zwei unterschiedlich edele Metalle aufeinander geraten, dann kann es unter Einfluß eines Elektrolyt (Wasser) zu einer Kontaktkorrosion kommen. Dies dürfte hier aber nicht sehr ausschlaggebend sein, da das unedlere Metall (hier Stahl) zerfällt. Trotzdem würde ich es nicht machen um alle Haftungsschwierigkeiten auszuschließen.
    Dies ist auch der Grund, warum man Alufelgen vom Auto nicht mit Stahlwolle reinigen sollte. Sie sehen zwar am Anfang recht blank aus aber wenn das Alu dann zerfällt (hier ist Alu das unedlere Metall), dann sieht es garnicht mehr blank aus.
    Malermeister Beckmann



  • Re: Re: Lackproblem mit Heizungsrohren
    Vielen dank für deine Antwort!
    Wie ist das mit dem Thermoplastischen verhalten jetzt zu verstehen? bedeutet das der lack immer wenn ich die Heizung laufen habe weich wird? Oder vergeht dieser effekt nach einiger Zeit? Ich möchte nämlich auch 2 Heizkörper neu streichen und da wäre dieser effekt erst recht ungünstig. Ich habe vor langer Zeit einmal ein Kupferrohr lackiert und da war der lack innerhalb von 2 Tagen richtig hart und wurde auch bei wärme nicht mehr weich. Ich weiß nur nicht mehr welcher lack das war. War aber mit ziemlicher sicherheit auch ein kunstharzlack allerdings hat er wesentlich mehr gestunken beim verarbeiten.
    Gut aufgerührt habe ich den Lack, ist ja fast selbstverständlich.
    Wegen der sache mit der Stahlwolle. Im Baumarkt der verkäufer hat gemeint ich soll die rohre mit stahlwolle richtig blank machen.... Denen kann man anscheinend wirklich nicht mehr trauen-((
    Werde jetzt mal paar tage warten und schauen ob der lack fest wird.
    viele Grüße
    Christian



  • Re: Re: Lackproblem mit Heizungsrohren
    Kunstharzlacke trocknen oxidativ. Das heißt, daß sie Sauerstoff aufnehmen. Das machen sie ihr ganzes dasein und dabei werden Lacke dann spröde.
    Laß Deine Heizungsrohren einfach Zeit. Es reicht nicht, wenn das Verdünnungsmittel verdunstet. Sie brauchen halt Luft.
    Benutze bitte Heizkörperlack. Da ist Rizinusöl drin enthalten. Das hat die Eigenart gegenüber von Leinöl, nicht so schnell zu vergilben unter Hitze. Es ist aber auch teurer.
    Epoxidharzgrundierungen sollten binnen 48 Std. lackiert werden, da sie in dieser Zeit nicht nachgeschliffen werden müssen.
    Danach ist ein Anschleifen notwendig.
    Stelle die Heizung ab, das erleichtert die Sache ungemein. Der Lack bleibt länger naß und ist somit leichter zu verarbeiten.
    Malermeister Beckmann


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