Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden?



  • Mir hat jemand, der jahrelang in der Malerbranche war, jetzt empfohlen für die Innenwände eines Fertighauses (Gipskartonwände) nach entsprechend sorgfältigem Verspachteln (Acrylspachtel), diese dann mit einer Fassadenfarbe (Außendispersion) zu streichen. Ist eine Fassadenfarbe wirklich dafür geeignet?
    p.s. Die Wände sind bereits mit Tiefengrund grundiert.



  • Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden! Warum denn das?
    Als Antwort auf Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden? geschrieben von Robert Geierhofer am 19. Februar 2001 090148
    Nun, geeignet ist die Farbe schon dafür. Aber wozu frage ich mich da.
    Fassadenfarben sind in der Belastbarkeit natürlich das beste. Aber wozu soll denn im Haus eine Farbe eingesetzt werden, die wetterbeständig ist? Zu dem ist sie ja auch noch teurer. Wichtiger ist es die Farbe, ob Innen- oder Außenfarbe nicht über 10% - 15% zu verdünnen, da man so die Festigkeit herabsetzt. Am besten überhaupt nicht verdünnen, die Hersteller liefern streichfertige Produkte.
    Rigipsplatten bestehen aus Papier und Gips. Das Papier kann bei längerer Sonneneinstrahlung beschädigt werden, sodaß es beim Überstreichen zu Verfärbungen kommt. Hier ist aber eher eine Isolierfarbe angebracht als Fassadenfarbe. Sollte der Rigips tapeziert werden dann würde die Tiefgrundierung schon ausreichen um die Tapeten später besser zu entfernen. Sollte der Rigips einfach nur gestrichen werden sollen, dann reicht im üblichen Falle eine scheuerbeständige Innendispersion. Man kann es also mit der Fassadenfarbe übertreiben und mehr Geld ausgeben. Aber Schaden richtet man nicht damit an.
    Malermeister Beckmann



  • Re: Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden! Warum denn das?
    Als Antwort auf Re Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden! Warum denn das? geschrieben von Robert Geierhofer am 20. Februar 2001 140157
    Das ist Geschmacksache. Es gibt auch sehr feine Rauhfasertapeten, die man als "Sollbruchstelle" ansehen kann. Angenommen, die Rauhfaser wird mehrfach übergestrichen, bei guten Farben kann das sehr oft sein. Nur geht jedesmal ja etwas von der Struktur verloren, da die Farbe ja füllt. Wenn also die Struktur durch die Farbe so verändert ist, kann man dann die Rauhfaser ja einfach entfernen und schon hat man einen einwandfreien Untergrund, auf dem man wieder arbeiten kann. Ich habe schon Rauhfasertapeten entfern, die fast 40 Jahre auf dem Buckel hatten. Die Emfindlichkeit von scheurerbeständiger und wetterbeständiger Farbe ist von der Schmutzaufnahme eigentlich gleich. Die Lichtechtheit ist für den Innenbereich eher nicht so wichtig, da da weniger direkte UV-Strahlen von der Sonne eintreffen und auch die Temperaturschwankungen sind weitaus geringer. So sind auch die Anforderungen nicht so hoch für Innenfarben.
    Mein Tip wäre eine sehr feine Rauhfaser oder einfach eine scheuerbeständige Innendispersionsfarbe die es neben seidenglänzend auch in matt gibt.
    Fassadenfarbe innen ist sehr gut aber nicht von nöten. Das Pferd springt doch nicht höher als es muß!
    Malermeister Beckmann



  • Re: Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden! Warum denn das?
    Als Antwort auf Fassadenfarbe auf Gipskarton-Innenwänden! Warum denn das? geschrieben von Malermeister Andreas Beckmann am 19. Februar 2001 154408
    Das Argument dafür war die Lichtechtheit, die hohe Wischfestigkeit und daß angeblich weniger Probleme (Haftung am Untergurnd) bei mehrmaligem Übermalen auftreten. Dagegen spricht natürlich der hohe Preis für die Farbe und der Aufwand des sauberen Verspachtelns der Wand. Die Frage ist, ob so etwas auf langjährige Sicht etwas bringen kann. Oder ist es noch immer besser, die Wände mit Rauhfaser zu tapezieren und mit Innendispersion zu übermalen? Wie sieht es dann aus wenn ich die Rauhfaser-Tapete zum x-ten mal überstreiche? Muß ich damit rechnen, daß sich die Tapete von der Wand löst, oder die Farbe abblättert?


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