Besenheide Die Besenheide ist Blume des Jahres 2019

Als eine der beliebten Heidepflanzen ist die Besenheide auch in vielen Gärten anzutreffen. Ihren Ursprung hat die Besenheide aber in den kargen Heidelandschaften der Steinzeit. An die zunehmende Verdrängung des Heidekrauts aus seinem natürlichen Lebensraum erinnert die Auszeichnung "Blume des Jahres 2019".

Besenheide Blume des Jahres 2019
Foto: Hans / pixabay

Die Besenheide – wegen ihrer Blüte zwischen August und September auch Sommerheide genannt – erfreut heute vor allem mit ihrer pink-violetten Blütenpracht. Der Name verrät aber schon, dass ihre Zweige früher zum Binden von Reisig-Besen genutzt wurden.

Die Canulla vulgaris ist ein immergrüner, verholzender Zwergstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie wächst vorzugsweise auf kalkfreien, sandigen Böden. Sie schätzt einen pH-Wert unter 6,5 – daher gilt die Besenheide auch als "Säurezeiger". Der Tiefwurzler gedeiht auf mageren, trockenen Böden, verträgt aber auch wechselfeuchte Standorte. Neben der Heide ist die sonnenliebende Pflanze auch in Mooren, Dünen und lichten Waldrändern anzutreffen. Die Besenheide ist äußerst frosthart und bedarf keines besonderen Winterschutzes.

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Sonderform Knospenheide

Während die Besenheide mit ihren aufblühenden Blüten besonders farbenfroh wirkt und auch für Bienen besonders verlockend ist, schmückt sich die Knospenheide viel länger mit ihren geschlossenen Blüten. Bis zu zwei Monate erfreut sie mit ihrem bunten Flor.

 

Besenheide schneiden & vermehren

Der Boden im Garten sollte dem natürlichen Lebensraum der Besenheide ähneln: mager, sandig, sauer! Schwere lehmige Böden müssen unbedingt mit Sand aufgelockert werden. Rhododendronerde sorgt für das saure Milieu. Praxistipp: Besenheide mit Eichenlaub und Nadelstreu mulchen! Wenn sie die mehrjährige Besenheide im Blumentopf pflanzen, reicht in der regel normale Blumenerde.

Um einen dichten Wuchs zu fördern, sollten Sie die Besenheide im Frühjahr kräftig zurückschneiden. Schneiden Sie regelmäßig die Blütentriebe des Vorjahres beherzt zurück – so bleibt die Pflanze kompakt und blühfreudig. Schlecht verträgt die Besenheide allerdings einen (zu starken) Rückschnitt in altes Holz – der Zwergstrauch treibt dort nur schleicht neu aus und verkahlt dann schnell (ähnlich wie Lavendel).

Will man die Besenheide vermehren, bietet sich eine Anzucht aus Risslingen an: Hierzu wird ein blütenloser Trieb ruckartig vom Stamm berissen (statt wie bei Stecklingen sauber mit dem Messer abgeschnitten) und dann in saurer Anzuchterde unter der Frühbeethaube warm und feucht gehalten.
Alternativ können Sie sogenannte Absenker stecken: Ritzen Sie junge Seitentriebe auf der Außenseite an und biegen diese auf die Erde hinunter. Fixieren Sie den Trieb mit einer Krampe oder gebogenem Draht auf der Erde. Ob der Absenker Wurzeln gebildet hat, erkennt man an frischen Blättern – dann kann der Absenker von der Mutterpflanze abgenabelt werden.

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Ursprung der Kulturlandschaft Heide

Die Heide, wie wir sie kennen, ist keine natürlich gewachsene Landschaft, sondern eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft: Durch kontrollierte Brände und das Weiden von Vieh entstand der für die Heide typische niedrige Bewuchs mit nur vereinzelten Bäumen. Seit der Steinzeit haben die Bauern die Heide als Weideland genutzt – Ackerbau war auf dem mageren, sauren Boden ohnehin nicht erfolgversprechend. Um 1800 befand sich die ökologisch ausgewogene Nutzung der pflegeanhängigen Kulturlandschaft Heide auf dem Höhepunkt. Heute sind nur noch knapp 20% der westeuropäischen Heidelandschaft erhalten.

Im 19./20. Jahrhundert entstanden sogar neue Heidelandschaften: Truppenübungsplätze! Solange die militärische Nutzung fortdauerte, zeigte die Landschaft den heidetypischen Mix aus Gräsern, Heidekraut und Buschwerk. Wird der Truppenübungsplatz sich jedoch wieder selbst überlassen, wuchert das Areal wieder schnell zu – anstelle der Heide wächst bald ein Wald. Diese Verbuschung nennt man Sukzession.

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