history back
ANZEIGE
Mehr Artikel zum Thema
Einrichten & Mobiliar
Wandgestaltung (Anzeige)
WandgestaltungNeue Atmosphäre ins Haus holen »
ANZEIGE
Billy-Regal pimpen
Einrichten & Mobiliar
Regal verschönern
mehr »
Schuhregal bauen
Einrichten & Mobiliar
Schuhregal bauen
mehr »
ANZEIGE
« Zurück zur Übersicht
Als Klassiker der Auslegeware erlebt der Teppichboden gerade ein Revival: Dank hochfloriger, flauschiger Teppiche zieht eine neue Behaglichkeit in unsere Schlafzimmer ein. Auch der Teppichboden im Kinderzimmer findet immer noch Befürworter. Neue Fasern machen den Teppich auch für Allergiker wieder zu einem interessanten Bodenbelag. Weiteres Plus: Auch ohne Kleben lässt sich heute ein Teppichboden verlegen!
Holzdielen & Parkett
Laminat & PVC
Steinboden & Fliesen
Vorarbeiten & Reparatur
Zu den Kommentaren (0)

Teppichboden und Auslegeware

bauidee

   

An einem schönen Teppichboden erfreut sich nicht nur das Auge. Viel wichtiger: Komfort und Behaglichkeit ziehen mit dem flauschigen Bodenbelag in die Wohnung ein. Damit der neue Teppich auch zu Ihren Möbeln, Vorhängen und dem Stil der Wohnung passt, sollten Sie sich die Wahl von Farbe und Muster in Ruhe überlegen:

 Soll es eine ungefärbte, grobe Naturfaser oder doch lieber der kurzflorige Velours-Teppich sein? Beachten Sie bei der Wahl des Teppichboden neben Struktur, Farbe und Design auch die unterschiedlichen Qualitäten: Farbige textile Bodenbeläge beleben einen Raum, schmale Flure oder kleine Räume wirken beispielsweise durch einen hellen Teppichboden optisch größer.

Teppichböden haben einiges zu bieten: Ihre dichte Nutzschicht (Flor oder Pol genannt) und die Rückenbeschichtung wirken isolierend. Sie bremsen den Wärmefluss nach unten, halten also einen Teil der Wärme im Raum. Außerdem empfindet man die Temperatur in einem mit Teppichboden ausgelegten Raum um etwa zwei Grad höher als in einem Zimmer mit Holz- oder Steinboden. Vor allem in der kalten Jahreszeit und in Übergangszeiten macht sich diese Eigenschaft bemerkbar.

Die Heizkörper können länger ausgeschaltet bleiben. Unterm Strich, so rechnet die Europäische Teppich-Gemeinschaft e. V. (ETG) vor, lassen sich mit dieser Wärmebarriere bis zu zwölf Prozent Heizkosten einsparen.

Besonders wichtig ist beim Teppichkauf nicht nur auf die Optik zu achten, sondern auch auf die unterschiedlichen Materialien und Qualitäten der verschiedenen Hersteller. Teppichböden unterscheiden sich nach der Art der Herstellung: Etwa sechzig Prozent aller Teppichböden werden nicht gewebt, sondern im so genannten Tufting-Verfahren hergestellt. Dabei wird das Polgarn mit einer Art überdimensionaler Nähmaschine in eine Trägerschicht gestochen, zu Schlingen geformt und befestigt. Zusätzlich erhält der Teppich einen Textilrücken zur Stabilisierung und um den Trittkomfort zu verbessern. Getuftete Teppichböden gibt es in drei verschiedenen Ausführungen:

Velours-Teppichböden, mit oben aufgeschnittenen Schlingen sind am verbreitetsten. Die Oberfläche wirkt dicht und glatt. Bei Schlingenflor-Teppichen, auch Boucl? genannt, bleibt die Schlinge des Teppichbodens erhalten, eine grobe Oberflächenstruktur entsteht. Nur ein Teil der Garnfäden werden bei der Schnittschlinge aufgetrennt, eine reliefartige Struktur entsteht (deshalb auch Reliefware genannt).

Der Flor von neunzig Prozent der verkauften Teppichböden auf dem deutschen Markt besteht aus synthetischen Fasern, welche aus Erdöl hergestellt werden. Spitzenreiter ist Polypropylen, eine besonders wasserabstoßende, unverrottbare Faser. Vielfach wird Polypropylen auch als Beimischung zum Polmaterial verwendet. Auf Platz zwei rangiert das pflegeleichte und sehr strapazierfähige Polyamid. Synthetische Fasern werden antistatisch ausgerüstet, damit sie sich nicht aufladen und weniger Schmutz anziehen. Teppiche aus synthetischen Fasern sind besonders strapazierfähig, Stuhlrollen im Arbeitszimmer machen ihnen beispielsweise nichts aus.

Bei den Naturfasern belegt Wolle den ersten Platz. Das tierische Material nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf, fühlt sich dabei aber nicht feucht an. Wollteppiche sind also gut für das Raumklima. Außerdem ist Wolle weich und besonders schalldämmend. Druckstellen verschwinden in Wollteppichen besonders schnell, wenn sie dicht genug getuftet bzw. gewebt wurden. Bei Schurwollteppichen sollte nicht weniger als 950 Gramm Wolle pro Quadratmeter eingesetzt werden.

Ziegenhaar wird meist in der Mischung mit Schurwolle verwendet. Diese Teppichböden weisen eine rauere Oberfläche auf und sind ebenfalls sehr strapazierfähig. Gleiches gilt auch für Kokos, deshalb werden Teppiche aus diesem Material häufig als Treppenbelag oder unter Bürostühlen eingesetzt. Außerdem sind Kokosteppiche sehr leicht, antistatisch und feuchtigkeitsresistent. Bei Aufnahme von Feuchtigkeit dehnen sich die Fasern aus, beim Trocknen schrumpfen sie wieder zusammen.

Streichelprobe

Das Hauptaugenmerk beim Teppichkauf richtet sich in der Regel auf den Flor. Nach der Art der Verarbeitung unterscheidet man Schnitt- und Schlingenflor.

Samtige Oberlfläche: An den oben aufgeschnittenen Garnschlingen erkennt man Velours-Teppich, auch Schnittware genannt.
 
 
Grobe Struktur: Die Schlingen der Teppichfasern des Bouclé-Teppichbodens (auch Schlingenware) sind nicht aufgeschnitten
 
 
Strukturierter oder glatter Teppich? Die Unterschiede in der Herstellung sieht man nicht nur, man fühlt sie auch.
 
Velours-Teppichboden mit einer gleichmäßen und samtigen Oberfläche. Das Garn ist leicht gezwirnt.
 
 
Kräuselvelours: Das Garn wurde besonders stark gezwirnt, Trittspuren sind fast nicht zu erkennen.
 
 
Strukturierte Schlingenware besteht aus Garnschlingen unterschiedlicher Länge, ist sehr robust.
 
 
   
 
Synthetische Fasern
POLYAMID
Eigenschaften: Gebräuchlichste Synthetikfaser für Tufting- und Nadelvliesbeläge, sehr widerstandsfähig, pflegeleicht, sehr elastisch, leicht zu färben, beispielsweise für Stuhlrollen geeignet; Markennamen sind Nylon, Perlon.

Geeignet für: Treppen, Arbeitszimmer, Flure
Foto: Kibek  
POLYPROPYLEN
Eigenschaften: Besonders preiswerter, jedoch nicht immer sehr strapazierfähiger Kunststoff. Wird meist anderen Fasern beigemischt, wird oft auch für sogenannte Outdoor-Beläge verarbeitet; Markennamen: Meraklon, Typar

Geeignet für: weniger beanspruchte Räume
Foto: Kibek  
Tierische Fasern
WOLLE
Eigenschaften: Sehr elastisch und weich, wirkt besonders schall- und wärmedämmend, Druckstellen verschwinden schnell. Gut für das Raumklima: Fasern nehmen Feuchtigkeit auf, und geben sie wieder ab

Geeignet für: Kinderzimmer, Schlafzimmer
Foto: Kibek  
ZIEGENHAAR
Eigenschaften: Schurwolle wird dem Ziegenhaarteppich beigemischt (etwa 80% Ziegenhaar, 20% Wolle), raue Oberfläche, sehr robust, feuchtigkeitsregulierend, schmutzabweisend, strapazierfähig, klimaregulierend

Geeignet für: alle Wohräume
Foto: Tretford  
Pflanzliche Fasern
KOKOS
Eigenschaften: Sehr strapazierfähig, antistatisch, feuchtigkeitsresistent, kann nach Heu und Stroh riechen, bei starker Feuchtigkeit dehnen sich die Fasern aus, beim Trocknen schrumpfen sie; Folge kann Wellenbildung sein

Geeignet für: alle Wohnräume
Foto: Kibek  
SISAL
Eigenschaften: Ähnelt den Eigenschaften der Kokosfaser, klimaregulierend, antistatisch, schmutzabweisend, leicht zu reinigen und immun gegen Mottenfraß

Geeignet für: alle Wohräume
Foto: Kibek  
 
   

Die Unterseiten von Teppichböden bezeichnet man als Rücken. Sie werden auf das fertige Teppichmaterial aufkaschiert und stabilisieren die Ware. Die meisten Teppichböden werden heute mit einem Textilrücken ausgestattet. Schaumrücken sind nur noch selten zu finden, da sie im Regelfall aus synthetischem Styrol-Butadien-Latex bestehen, aus dem eine Vielzahl von Stoffen entweichen kann.

Bevor Sie sich für einen Teppich entscheiden, überlegen Sie, wie stark der Bodenbelag strapaziert wird. Eine gute Orientierung bietet hierbei das Certificate of Quality, das rote "t" der Europäischen Teppich- Gemeinschaft. Verschiedene Symbole im Signet kennzeichnen, für welchen Einsatzbereich sich der jeweilige Teppichboden eignet und wie stark das Material beansprucht werden kann. Für Flure, auf Treppen und anderen häufig begangenen Flächen eignen sich besonders strapazierfähige Teppiche. Im Arbeitszimmer sollte der Belag etwa für Bürostuhl-Rollen gekennzeichnet sein, während im Schlafzimmer eine normale Strapazierfähigkeit ausreicht.

Haben Sie den passenden Teppichboden ausgewählt, folgt nun die Verlegung: Übernehmen Sie das selbst, achten Sie auf einen ebenen Untergrund ohne Kleberreste. Ist der Schallschutz sehr schlecht, kann man in der darunter liegenden Etage trotz des Teppichbodens jeden Tritt hören? Verbessern Sie hier die Trittschalldämmung zusätzlich durch eine Unterlage aus Kork.

Es gibt mehrere Methoden, den Teppichboden zu verlegen: In Räumen unter 20 Quadratmetern reicht meist loses Auslegen der Bahnen. An den Rändern und im Türbereich wird der Belag mit doppelseitigem Klebe- oder Klettband befestigt, bei größeren Flächen auch an den Nähten zwischen zwei Teppichbahnen. In großen und viel begangenen Räumen ist das vollflächige Verkleben üblich und sinnvoll. Greifen Sie hierbei auf emissionsarme Kleber zurück, beispielsweise gekennzeichnet durch das TÜV/TFI-Logo oder das EC1-Zeichen. Auf Kleber völlig verzichten können Sie, wenn Teppichboden mit Textilrücken über eine Unterlage aus Filz gespannt und an den Rändern mit Nagelleisten befestigt wird. Diese anspruchsvolle Verlegemethode ist jedoch eher etwas für Profis.

Im Trend: Hochflorig und besonders flauschig. Abgepasster Wollteppich aus der Kollektion Pieces, Maße ab 120 x 180 cm, ab 240 Euro pro Quadratmeter, von Vorwerk.


Foto: Vorwerk
 
Aus 70 Prozent Schurwolle und 30 Prozent Ziegenhaar besteht der gewebte Teppich. Casa, von Tretford, kostet etwa 70 Euro pro Quadratmeter.


Foto: Tretford
 
Kreative Bodenmuster: Zwischen 40 Farben kann man auswählen, Teppichfliese Interland misst ca. 50 x 50 cm, etwa 37 Euro pro Quadratmeter, von Tretford.


Foto: Tretford
 
Pures Woll-Gefühl: Auch Allergiker müssen nicht auf Teppichboden verzichten, denn der textile Bodenbelag bindet den Staub. Wichtig: Allergiker sollten einen kurzflorigen und dichten Teppich wählen,Wools of New Zealand.


Foto: Wools of New Zealand
 
 
   
Qualität erkennen
André Quinkler, Marketing Manager Europäische Teppich-Gemeinschaft e. V. (ETG)

BAUIDEE: Die ETG ist Mitbegründer der Qualitätsinitiative "Pro Teppichboden". Worum geht es bei dieser Initiative?
André Quinkler: Neben hochwertigen Teppichböden kann der Verbraucher jetzt auch qualitätsorientierte Händler und Handwerker an dem roten "t" erkennen. Ausgezeichnet mit dem Zertifikat "Pro Teppichboden" werden nun auch Beratungs- und Serviceleistungen, die die strengen Richtlinien erfüllen.
BI: Und was bedeutet das konkret für die Kaufentscheidung?
A.Q.: Die Zertifizierung gibt Sicherheit beim Einkauf. Denn der Verbraucher wird von gut geschultem Personal an hochwertige Produkte herangeführt. Die Verkäufer können kompetent in allen Fragen rund um Teppichboden beraten - von der Produktherstellung und -qualität über die Farbgestaltung, Pflege und Reinigung bis hin zur Verlegung und Warenkunde. Zudem bekommt jeder Käufer von gesiegelter Ware beim "Pro Teppichboden"-Händler einen Produktpass als Qualitätsausweis. Dieser enthält alle wichtigen Informationen zum Produkt und hilft beim Nachkauf oder im Reklamationsfall.
BI: Wie findet der Verbraucher einen "Pro Teppichboden"-Händler in seiner Nähe?
A.Q.: Im Internet unter www.proteppichboden.de oder unter der gebührenfreien Infohotline 0800/3848377.
BI: Und wer kontrolliert, ob alles mit rechten Dingen zugeht?
A.Q.: Der TÜV Rheinland prüft, ob die "Pro Teppichboden"-Partner den strengen Richtlinien der Initiative genügen. Bei positivem Testergebnis bestätigt der TÜV die Qualität des Produkt-, Beratungs- und Serviceangebotes mit dem TÜV-Zertifikat. Schwarze Schafe verlieren die Lizenz für das Zertifikat "Pro Teppichboden".
 
Qualitätssiegel
Certificate of Quality
Verliehen von der Europäischen Teppichgemeinschaft (ETG), gibt das Zeichen Auskunft über Qualität, Einsatzbereich und Zusatzeignungen eines textilen Bodenbelags. Dabei gilt: Je mehr Sterne im Siegel, desto hochwertiger die Ware. Wofür sich der Teppich eignet, erkennt man an den entsprechenden Symbolen.
 
Rugmark-Siegel
Als unabhängige Initiative setzt sich Rugmark e.V. für die Abschaffung illegaler Kinderarbeit in der Produktion von abgepassten Teppichen in Indien, Nepal und Pakistan ein, sowie für die Zahlung von Mindestlöhnen. Unabhängige Kontrollen der Exporteure und Knüpfbetriebe gewährleisten eine hohe Glaubwürdigkeit.
 
GuT Signet
Das Signet der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden e.V. (GuT) wird Produkten verliehen, die unter ökologisch vertretbaren Gesichtspunkten hergestellt werden und den Verbraucher in seiner Gesundheit nicht beeinträchtigen. Das Signet ist Vorraussetzung für die Vergabe des Teppichsiegels der ETG.
 


 
×
Warum möchten Sie diesen Beitrag melden?
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden den Beitrag prüfen und ggf. löschen.
Schließen
Kommentare
Kommentar hinzufügen
Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.