Messschieber Wie funktioniert eine Schieblehre?

Ein Messschieber, auch Schieblehre genannt, verwendet der Schreiner (oder Metallbauer) für das Abgreifen möglichst exakter Innen- und Außenmaße. Auf einer festen und einer veschieblichen Skala werden die Längenmaße genau abgelesen – feststehend ist die Zentimeterskala, der Millimetermaßstab ist beweglich und wird auch Nonius genannt. Auch wie Sie den Messschieber ablesen, erfahren Sie hier.

Der Messschieber mit Nonius ist ein unverzichtbares Messinstrument, wenn Sie in den ambitionierten Holz- und Möbelbau einsteigen wollen: Denn die exakte Bestimmung von Innen- und Außenmaßen ist ausschließlich mit einer Schieblehre mit sogenannter Nonius-Ablesung möglich.

Auf einem festen Messschenkel mit Skala wird der bewegliche Schenkel verschoben. Auf dem festen Messschenkel befindet sich dabei eine Skala mit Millimeter-Teilung, auf dem Schieber findet sich die sogenannte Nonius- Skala. Mit einem federgehaltenen Klemmhebel wird die Position des beweglichen Schenkels bis zur Ablesung in der Messposition fixiert.

 

Wie funktioniert der Messschieber?

Abgelesen wird der Messchieber auf der Nonius- Skala: Zunächst liest man dabei an der "0"-Position der Noniusskala die vollen Zentimeter und Millimeter ab. Den exakten Wert der Zehntel- Millimeter findet man, indem man auf der Noniusskala den kleinsten Wert abliest, an dem die Skalenteilung mit einer Skalenteilung der darüberliegenden Millimeterskala übereinstimmt. Die Genauigkeit eines Messschiebers liegt je nach Ausführung und Sorgfalt des Anwenders zwischen 0,01 und 0,2 mm. Um den Messfehler klein zu halten, sollte der Schieber ohne Druck an den zu messenden Gegenstand herangeführt werden.

Armatur anschließen
Außenmaße lassen sich mit dem Messschieber leicht ablesen – für Innenmaße die anderen Messschenkel verwenden!
 

Messschieber ablesen

Wie wird nun die Dicke eines Werkstücks mit der Schieblehre abgemessen? Mit einem digitalen Messschieber ist es einfach: Mit den Messschnkeln wird das Werkstück bündig umschlossen, im Display erscheint das erfasste längenmaß. Mit einem mechanischen Messschieber ist das Ablesen der Werkstückdicke etwas komplizierter. 

Wie oben beschrieben besitzt jeder mechanische Messschieber eine feststehende Messskala [in mm] und eine verschiebbare Schiene, den Nonius. Beim Abgreifen des Werkstücks werden die zwei Skalen gegeneinander verschoben. In der Endposition kommt es dann zu einer Überlagerung der zwei Skalen – hier können Sie nun den Messwert am Messschieber ablesen:

  • Vorkommastelle am Messschieber ablesen: Die Vorkommastelle ist der letzte ganzzahlige Wert auf der unverschieblichen Hauptskala, der links vom Nonius 0 (= erster Strich auf der verschiebbaren Skala) sichtbar ist.
  • Nachkommastelle am Nonius ablesen: Für die Nachkommastelle suchen Sie die Skalen-Markierungen, die sich auf festem und freiem Schenkel genau gegenüber befinden (wie ein Strich ohne Versatz). Dort, wo sich die Nonius-Skala exaktmit der Messschieber-Skala deckt, lesen Sie die Nachkommastelle des Messwerts ab.
  • Praxistipp: Weil es bei der Schieblehre vom Grudsatz her bereits um sehr feine Messbereiche geht, ist eine exakte Ablesung unerlässlich. Um ABlesefehler zu vermeiden, sollten Sie unbedingt immer senkrecht auf die Messskalen blicken! Je schräger Sie den Messschieber ablesen, desto größer wird der Einfluss des sogenannten Parallaxenfehlers und die Ablesewerte werden verfälscht!

Quelle: selbst ist der Mann 4 / 2015

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