Wespen vertreiben

Inhalt
  1. Das oberste Gebot: Keine Panik!
  2. Wespen fernhalten: Vorsorge ist alles
  3. Wespen vertreiben: So wirst du die Brummer effektiv los
  4. Mythen: Das hilft nicht gegen Wespen

Man mag es kaum glauben, aber Wespen sind zum Großteil friedliche und sogar nützliche Insekten, dennoch können sie gerade im Sommer sehr nervig sein. Wir geben daher 7 Tipps, wie Sie Wespen vertreiben können.

Alle Jahre wieder: Man sitzt im Sommer auf der Terrasse, genießt ein Eis oder ein leckeres Steak und nach nur wenigen Minuten sind die Wespen auch schon zur Stelle. Haben die Tierchen einmal etwas Leckeres gerochen, sind sie hartnäckig und lassen sich nicht mehr so leicht vertreiben. Dabei haben die Wespen nicht einmal böse Absichten, denn das Bild der stechfreudigen Wespe hat wenig mit der Realität zu tun.

Wespen benötigen den Zucker aus Nahrung und Getränken, um sich selbst zu ernähren sowie das Eiweiß für ihren Nachwuchs. Sie wollen also auch lediglich überleben. Natürlich ist es trotzdem nervig und kann sogar für Mensch und Tier gefährlich werden, wenn sie sich auf Essen niederlassen. Wir erklären Ihnen daher, wie sie die Wespen vertreiben und von Ihrem Essen fernhalten.

Gartenpflege
 

Wespennest entfernen

So reagieren Sie ruhig auf Wespen und lassen ein Wespennest fachgerecht entfernen

 

Das oberste Gebot: Keine Panik!

Bevor wir Ihnen Methoden vorstellen, die Wespen zu vertreiben, kommen wir zunächst zu einer Methode, die definitiv nicht funktioniert: Panisch werden und nach den Tieren schlagen. Das ist nicht nur der falsche sondern auch der ineffektivste Weg, die Tiere loszuwerden. Es gilt stattdessen: Bleiben Sie ruhig, vermeiden Sie heftige Bewegungen und schlagen Sie nicht nach den Tieren. Auch das vermeintlich weniger aggressive Wegpusten, sollten Sie lassen, denn das Kohlendioxid im Atem gilt den Wespen als Alarmsignal und verleitet sie ebenfalls zum Stechen.

 
 

Wespen fernhalten: Vorsorge ist alles

Wespen suchen auf ihrer Terrasse im Grunde nur eins: Nahrung. Finden sie dort nichts, werden sie sich auch nicht lange dort aufhalten. Wer dennoch im Freien essen und trinken möchte, sollte ein paar Dinge beachten.

  1. Getränke bedecken: Süße Getränke sollten Sie zwischen dem Trinken immer wieder abdecken. Flaschen, die sich zudrehen lassen, sind am effektivsten, doch auch Gläser können einfach mit Bierdeckel bedeckt werden. Kindern sollten Sie nur Getränke mit einem Strohhalm geben. So ist sichergestellt, die Kleinen nicht aus Versehen eine Wespe verschlicken.

  2. Essen nicht rumstehen lassen: Essen Sie im Freien, müssen die Wespen dies auch erst einmal mitbekommen. Wer seine Nahrung nicht lange rumstehen lässt, kann sie daher auch genießen, ohne dabei von Wespen behelligt zu werden. Stellen Sie die Nahrung also erst unmittelbar vor dem Essen auf den Tisch und decken Sie sie ab, bis Sie mit dem Essen beginnen. Nach dem Essen die Essensreste sofort wegräumen.

  3. Süße Gerüche aus dem Garten entfernen: Wespen sind geruchsorientiert, sobald sie etwas Süßes riechen, fliegen sie in der Hoffnung auf Essen darauf zu. Da ist es erst einmal ganz gleich, ob es tatsächlich etwas Essbares ist, was da so betörend duftet. Vermeiden Sie daher alles, was penetrant riecht. Dazu zählen nicht nur Parfüms, Cremes und Deos, sondern auch Holzpflegemittel und Politur. Auch Fallobst sollten Sie sofort entfernen.

  4. Blattläuse bekämpfen: Ein weiterer Wespenlockstoff, an den kaum einer denkt sind Blattläuse! Die Tiere sind nicht nur schädlich für Ihre Pflanzen, sie sondern auch ein zuckerhaltiges Sekret, den Honigtau, ab. Sie haben vielleicht schon einmal davon gehört, dass Ameisen mit Blattläusen zusammenleben, um diese zu "melken". Die Krabbeltiere haben es dabei auf den süßen Honigtau der Tiere abgesehen, ebenso wie die Wespen. Bekämpfst du die Blattläuse schlägst du also gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Du rettest deine Pflanzen, vertreibst die Ameisen und lockst keine Wespen an.

Gartenpflege
 

Blattläuse

Haben Blattläuse erst einmal die Pflanzen befallen, muss man schnell handeln

 

Wespen vertreiben: So wirst du die Brummer effektiv los

Manchmal hilft jedoch auch alle Vorsorge nicht. Wespen können schließlich ganz schön hartnäckig sein. Da hilft es nur noch, die Tiere aktiv zu vertreiben. Das geht jedoch auch ganz ohne wildes Um-sich-schlagen!

  1. Wespen weglocken: Dieser Trick funktioniert in der Tat, allerdings nur bedingt. Das Prinzip ist einfach: Anstatt Wespen mit Gerüchen zu verscheuchen, wird ihnen in etwa fünf Metern Entfernung ein Leckerbissen angeboten. Überreife Trauben sollen dabei am besten funktionieren. Nachteil: Der Geruch lockt nicht nur die Wespen vom Esstisch weg, sonst auch noch sämtliche Wespen aus der nahen Umgebung. So wird gleichzeitig die Chance erhöht, dass sich die ein oder andere auch noch auf dem Esstisch niederlässt.

  2. Pflanzenduft nutzen: Durch ihren feinen Geruchssinn machen Wespen unser leckeres Essen ausfindig, doch genau das kann ihnen auch zum Verhängnis werden. Es gibt nämlich einige Gerüche, auf die Wespen gar nicht fliegen. An oberster Stelle stehen Lavendel und Basilikum. Beides ist sehr praktisch, denn Lavendel verströmt selbst gepflückt und getrocknet noch einen derartig penetranten Geruch, dass er Wespen effektiv fernhält. Basilikum hingegen können Sie einfach im Blumentopf pflanzen und nach Belieben verschieben oder als Gewürz verwenden.

  3. Ätherische Öle einsetzen: Ätherische Öle funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Lavendel ist auch hier besonders effektiv, aber auch der Geruch von Pfefferminze schlägt Wespen in die Flucht.

  4. Kaffeepulver anzünden: Viele Menschen schwören darauf, Kaffee zur Wespenabwehr anzuzünden. Der Kaffee folgt dabei dem gleichen Schema wie die Pflanzen und die ätherischen Öle. Das unbenutzte, trockene Pulver in eine feuerfeste Schale geben und anzünden. Es glimmt langsam vor sich hin.

Wespen vertreiben

 

Mythen: Das hilft nicht gegen Wespen

Neben zahlreichen hilfreichen Tipps, finden sich im Internet auch nach wie vor vermeintliche Tricks, die jedoch weder wissenschaftlich bewiesen werden können, noch sonderlich gut funktionieren. Wir haben hier die größten Flops in punkto "Wespen vertreiben" zusammengestellt.

  1. Bunte Kleidung meiden: Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Wespen von bunter Kleidung angezogen werden. Das ist und bleibt allerdings ein Gerücht. Wespen sind geruchsorientiert. Wären sie dies nicht, würden sie schließlich lieber auf Ihrem knallgelben T-Shirt landen als auf Ihrem braunen Steak.

  2. Kupfermünzen reiben: Angeblich soll der Geruch von Kupfer Wespen ebenfalls fernhalten. Besonders effektiv soll es sein, wenn man die Münzen vorher zwischen den Fingern reibt. Wo dieser Mythos herkommt, wissen wir nicht, dass er jedoch nicht funktionieren kann, ist relativ offensichtlich. Schließlich ist der intensive Geruch von Lavendel nötig, um Wespen effektiv fernzuhalten und selbst dann berichten einige Gartenfreunde, dass sich die ein oder andere Wespe nicht beirren lässt. Da dürfte es klar sein, dass ein leichter Kupfergeruch nicht zur Wespenabwehr ausreicht.

  3. Falsche Wespennester aufhängen: Wespen kommen sich nur ungern in die Quere. Da liegt es doch nahe, den Wespen einfach zu signalisieren, dass direkt über dem Esstisch bereits ein Schwarm zu Hause ist. Mit falschen Nestern oder gar braunen Papiertüten soll das möglich sein. Auf den ersten Blick eine geniale Idee, auf den zweiten allerdings weniger. Wespen, die hängende Nester bauen, sind nämlich gar nicht an unserem Essen interessiert. Lediglich die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe landen regelmäßig auf unseren Esstischen und beide Arten bauen ihre Nester im Boden und lassen sich von Nestern anderer Arten entsprechend nicht abschrecken.

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Fotos: sidm / TH; Rike / pixelio.de

Quelle: Sonderheft 3 / 2016

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