Wände streichen in Trendfarben

Trendfarben
Das Türkis ist neu und scheint den Tiefen des Ozeans entstiegen. Was machen wir damit? Völlig neu kombinieren!
Inhalt
  1. Farben unterstützen das Wohlbefinden
  2. Trends geben Regeln vor (die man hin und wieder auch brechen darf)
  3. Mischen Sie sich Ihre eigene Trendfarbe
  4. Schnörkellos mit Understatement

Auf satt-bunte Wandfarben folgten die sanfte Farben der Natur. Die Trendfarben der neuen Saison schaffen die Symbiose aus beiden Extremen. Die aktuellen Trendfarben propagieren verstärkt gebrochene Farben, die interessante neue Farbkombinationen erlauben.

Die neuen Wandfarben gehen mit wunderbaren Wortschöpfungen einher, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kannen und die passenden Assoziationen für eine neue Raumgestaltung bieten.

Aktuelle Trendfarben

Natürlich gibt es in dieser Saison durchaus die sattfarbene Wand im Wohnzimmer. Die aktuellen Farbtrends propagieren jedoch verstärkt gebrochene Farben, die interessante neue Farbkombinationen erlauben. Wer nicht genau weiß, wie er sie für sich selbst anwenden soll, kann sich von Farbtonkarten wie Prospekten der Farben-Hersteller inspirieren lassen: Von „relaxcremig“ über „urlaubsduftig“, „sonnige Quitte“ bis „Waldmeisterin“ erhält man Farben plus Kopfkino. Leuchtende, harmonische, erdverbundene oder verträumte Sehnsuchtsorte entstehen, deren Farbwerte man sich an die Wände streichen kann. Ein wenig Waldmystik in Abendstimmung gefällig? Mit „Twilight“ von Schöner Wohnen-Farbe, einem scheinbar durch Nebelschwaden gezogenen, verwaschenen Violett, kein Problem. Es ist ein etwas melancholisch umwölkter Farbton, der jedoch eine der angesagten Stimmungen trifft und in diesem Herbst viele Freunde finden könnte.

 

 

Farben unterstützen das Wohlbefinden

Jeder Mensch wird von Farben beeinflusst und besitzt auch eine Menge Farbempfinden – bewusst oder unbewusst. Gelb und Orange fördern die Kommunikation, das ist bekannt, und ein roter Raum wirkt wärmer als ein blauer. Darüber hinaus haben wir alle unsere Lieblingsfarben, mit denen wir uns gern in Form von Kleidung oder Accessoires umgeben. Farben können sogar Gesundungsprozesse fördern. Dass Wänden, die bunt gestaltet werden, im eigenen Zuhause also eine weit- reichende Bedeutung zukommt, ist nur logisch. Wie in der Mode sind die Wandfarben jedoch Trends unterworfen.

 

Trends geben Regeln vor (die man hin und wieder auch brechen darf)

Wie und warum entstehen jedoch neue Trends? Wenn man das wüsste, könnte man sehr reich werden. Denn Trends entstehen nicht in den Köpfen von Designern, sondern sind eine Mischung aus verschiedenen Strömungen in der Mode, der Architektur bis hin zu sozial-gesellschaftspolitischen Einflüssen. Die Kleidung, die auf den Laufstegen gezeigt wird, haben experimentierfreudige Individualisten Jahre zuvor schon auf der Straße getragen. Solche neuen Stilcodes am Puls der Zeit gilt es aufzuspüren. Mit der fast detektivischen Suche danach werden weltweit sogenannte Trendscouts von Designern und Trendbüros beauftragt. Auszuwählen, was von den neuen Strömungen Trend wird und was verworfen, liegt dann wiederum in der Hand der Designer. Trends gab es schon immer, der Zyklus wechselt heutzutage nur schneller. Auch bei Wandfarben, wobei niemals die allerneuesten Trends produziert werden. An die Wand gehört kein extremer Ton, an dem man sich unter Umständen nach einer Saison satt gesehen hat. Die Farben in der Mode wechseln zuerst, dort ist man am mutigsten. Haben sie zwei Jahre Bestand, wie etwa Violett und Aubergine, dann kommen die Farben auch als Wandfarben auf den Markt.

 

Mischen Sie sich Ihre eigene Trendfarbe

Farbliche Trendsetter müssen sich in ihrer individuellen Experimentierlust allerdings nicht begrenzen: Es gibt immerhin inzwischen in fast allen Baumärkten Farbmischmaschinen, mit der hunderte von Tönen mischbar sind. So erhält jeder die Farbe, die er haben möchte. Waren die Farben um den Milleniumswechsel herum optimistisch bunt und knallig, nahm das in den Folgejahren zugunsten von gedämpfteren Nuancen ab. Erd- und Terracottafarben bis hin zu Kaffeetönen zogen in die Wohnungen ein. Braun war nicht mehr langweilig, braun war plötzlich urgemütlich. Das ist es immer noch, die neuen Räume verlieren jedoch ihren Höhlencharakter, werden leichter. Generell hat die Freude an der Buntheit angehalten, aber der Anteil des kraftvoll Bunten verändert sich, er wird gemildert und als Akzent eingesetzt. Eine Richtung, in der die Erdfarben weiterhin ihren Platz finden, ist der Trend „Natur“. Grau, Braun und Beige sowie Sandtöne dominieren dabei, den aufhellenden Kick bringt die Kombination mit einem kräftigen Pflanzengrün. Trend ist auch weiterhin Violett, wird jedoch ebenfalls eher als Akzent oder im Lounge-Bereich eingesetzt, nicht mehr als Hintergrund für einen pompösen Einrichtungscharakter. Überhaupt das Pompöse! Nach all den Ornamenten und Schnörkelungen der letzten Jahre geht es wieder zurück in Richtung Purismus. Der neue Luxus besteht in der Reduzierung und zeigt sich in klarem Design. Aus Glanz wird Schimmer.

 

Schnörkellos mit Understatement

Die Farbe Gelb, die viele Jahre lang als großes Thema und in vielen Schattierungen die Farbskalen der Hersteller dominierte, ist bis auf wenige Töne verschwunden. In diesem Jahr wirkt selbst das knalligste Gelb etwas verhalten und puderig und wird gern mit Grau kombiniert, was sehr elegant wirkt. Auch kräftiges Orange oder knalliges Rot sind anderen, weicheren Rotvarianten gewichen. Beerentöne, Fuchsia und Aubergine sind nun Trend. Neu sind kräftige Türkistöne in der Wohnwelt, mit denen man sich in Kombination mit Weiß und anderen Blautönen ganze Urlaubslandschaften nach Hause zaubern kann. Je nach Intensität der Farben können sowohl ein tiefgründig farbiger Raum wie auch ein leichtes und transparentes Ambiente entstehen.

Fotos: Helmut Hassenrück, Tretfort, Schöner Wohnen, Alpina

Quelle: Sonderheft 11 / 2011

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