Vorgarten

An ihm kommt keiner vorbei! Der Vorgarten bestimmt den ersten Eindruck vom Haus und auch von dessen Bewohnern. Er ist außerdem der Teil des Gartens, den die Besitzer jeden Tag sehen, wenn sie das Haus verlassen und wenn sie zurück kommen. Umso schöner, wenn der Vorgarten einladend ist! Einladend soll er wirken und als halböffentlicher Bereich auch die verschiedensten Funktionen erfüllen: Zugang zu Haus und Garage erschließen, Briefkästen, Mülltonnen und Fahrräder unauffällig integrieren – keine leichte Aufgabe für den Vorgarten! Diese Vielfalt an Anforderungen gilt es bereits, bei der Neuanlage mit einzuplanen. Wenn Sie Ihre Vorgarten planen, sollten Sie dessen Bedeutung bei der Gartengestaltung berücksichtigen – schließlich ist der Vorgarten die Visitenkarte des Hauses!

 

 

Checkliste: Vorgarten anlegen

Neben diesen technischen Erfordernissen wie bei jeder Gartenplanung soll der Raum zwischen Straße und Haus auch optisch besonders ansprechend gestaltet sein – schließlich ist der Vorgarten so etwas wie die Visitenkarte des Hauses. Ein allgemeingültiges Rezept für die Planung eines Vorgartens gibt es leider nicht, dafür sind die Anforderungen zu unterschiedlich. Was es jedoch gibt, sind sinnvolle Grundsatzüberlegungen, die jeder Gartenanlage vorausgehen sollten.

  • Wie groß ist die zur Verfügung stehende Fläche?
  • Welche Funktionen müssen darin erfüllt werden und wie viel Platz ist dafür nötig?
  • Wie ist die Geländeform?
  • Um welchen Haustyp handelt es sich, und welche Materialien wurden beim Bau verwendet? Daraus lässt sich möglicherweise der Baustoff für Wege und Treppen ableiten.
  • Welche Pflanzen kommen infrage (Klima-, Licht- und Bodenverhältnisse)?
  • Welche Verordnungen und Gesetze sind zu beachten?
  • Müssen sich die Pflanzen den Platz mit einem Carport, Fahrrädern oder Mülltonnen teilen?
  • Wünscht man sich einen Schutz vor neugierigen Blicken oder reichen zum Beispiel niedrige Hecken als optische Begrenzung?
  • Wird ein gepflasterter Platz mit einer Bank für den Nachbarschaftsplausch bevorzugt oder soll ein trittfester Weg zwischen vielfältig bepflanzten Beeten verlaufen?

Praxistipp: Da die Vorschriften nicht bundeseinheitlich geregelt sind, empfiehlt es sich, bei der Gemeinde nachzufragen. In sieben Beispielen zeigen wir Ihnen, wie vielfältig sich selbst kleine Vorgärten gestalten lassen. Vertrauen Sie bei der Gartengestaltung auf ihr Gespür und die wertvollen Tipps in unserer Bildergalerie.

 

Hauszuwegung und Eingangstreppen

Ob ein Zugang von der Straße zur Haustür geradlinig oder geschwungen verläuft, hängt vom Gestaltungskonzept des Vorgartens ab. Eine streng architektonische Gartengestaltung würde den direkten Weg vorziehen. Zu einem eher landschaftlich orientierten Konzept passen geschwungene Wege besser. Für die Wegbreite gilt in der Regel: 75 cm bei einläufigen Pfaden, ca. 130 cm bei Wegen, die man bequem zu zweit beschreiten möchte.
Als Bodenbelag empfehlen sich möglichst raue Oberflächen, damit der Gang zum Haus bei Nässe nicht zur Rutschbahn wird. Der Eingangsbereich sollte zudem ausreichend beleuchtet werden. Die Leitungen müssen so verlegt werden, dass sie – etwa bei Pflegearbeiten mit Spaten und Hacke – nicht zur Gefahrenquelle werden.

Stufen und Treppen sind oft auch in kleinen Vorgärten nötig, um vorgegebene Höhenunterschiede zu überwinden. Wichtig ist, dass Stufen im Garten nicht höher als 15 cm sein sollten. Einzelne Stufen werden leicht übersehen und können deshalb zur Stolperfalle werden. Treppen lassen sich leichter gehen, wenn sie aus einer ungeraden Anzahl von Stufen bestehen. Alle müssen gleich hoch sein.

 

Vorgarten gestalten

Bei der Einfassung des Vorgartens gilt grundsätzlich: Je kleiner die zur Verfügung stehende Fläche, desto transparenter sollte die Begrenzung sein, damit der Garten optisch nicht weiter verkleinert wird. Besonders gelungen zeigt sich ein Vorgarten, der zum Stil des Hauses passt! Auf keinen Fall sollte der Vorgarten überladen werden, besonders dort, wo die Architektur des Gebäudes betont werden soll:

  • Ist das Haus groß und einnehmend, erzeugen breite Büsche und eine hohe Pergola am Eingang ein harmonisches Gegenstatement.
  • Ein buntes Staudenbeet hingegen sorgt in den eher kleinen Reihenhausvorgärten für Individualität und Abwechslung.
  • Üppig bepflanzte Kübel und Schalen lockern kleine Pflasterflächen mit farbenprächtigem Blütenspiel auf.
  • Zum Baustil vieler Häuser aus der Gründerzeit passt dagegen bestens ein streng formaler Garten mit buntlaubigen Blattpflanzen und gemustertem Teppichbeet.
  • Auch der Charme eines Fachwerkhauses kann durch eine sorgfältig ausgewählte Bepflanzung erst richtig zur Geltung kommen.
  • Außerdem raten Experten dazu, bestimmte Materialien des Hauses – Klinker, Holz, Sandstein, Beton oder Granit – auch im Vorgarten zu verwenden, beispielsweise für die Beeteinfassung oder für kleine Ornamente im Wegepflaster. Das ergibt ein harmonisches Bild!
  • Fachleute greifen bei der Vorgartengestaltung auch gerne die Farben der Hausfassade auf. Knallrote Blüten lassen das Rot eines Ziegelmauerwerks noch mehr leuchten und neben blau lackierten Fensterläden schmiegen sich blaublütige Kletterpflanzen effektvoll an die Hauswand.
 

Hausbaum für den Vorgarten

Unabhängig von der Größe des Vorgartens ist ein Hausbaum Gold wert für die Raumwirkung. Nicht alle Bäume erreichen majestätische Ausmaße, viele bleiben schmal oder haben eine kugelförmige Krone. Am besten zieht man den Landschaftsgärtner hinzu, um den perfekten Baum auszuwählen, der sich im Spiegel der Jahreszeiten in verschiedensten Facetten zeigt. Auch aus dem kleinsten Vorgarten wird so ein wandlungsfähiges Schmuckstück für das Haus und eine höchst sympathische Begrüßung für die Hausbewohner und deren Gäste.

Gartengestaltung
 

Hausbaum

Im Vorgarten machen kompakte, kugelig wachsende Sorten einen guten Hausbaum aus

 

Vorgarten bepflanzen 

Auch wenn für die Vorgartenbegrünung nur wenig Platz zur Verfügung steht, mit den richtigen Stauden und ein bisschen Geschick verwandeln Sie Ihren Vorgarten in ein kleines Juwel. Prachtstauden zwischen buchsgesäumten Beeten erfreuen Passanten ebenso wie die Hausbewohner, die durch den herrlich bepflanzten Vorgarten schreiten. Ein wenig Aufwand lohnt sich also, denn während ein Blick auf hässliche Mülltonnen nicht gerade die Laune hebt, sorgt ein Empfangskomitee aus duftenden Rosen oder strahlend gelben Rudbeckien selbst bei hartnäckigen Morgenmuffeln für gute Laune. Wer seinem Vorgarten ein freundlicheres Gesicht verleihen möchte, kann sofort damit loslegen, denn der Herbst ist die optimale Pflanzzeit für Gehölze, auch Stauden wurzeln vor dem Winter noch sehr gut ein.

Wo Platz für größere Beete ist, können Sie aus dem Vollen schöpfen und Rittersporn neben Pfingstrosen und Katzenminze Spalier stehen lassen, während üppig blühende Kletterrosen Rankobelisken oder Spaliere an der Hauswand erobern. Wer es nostalgisch-rustikal mag, wählt einen weißen Lattenzaun als Grundstücksbegrenzung, durch den sich selbst versamende Sommerblumen wie Jungfer-im-Grünen oder Ringelblumen lugen, während Stockrosen, Tränendes Herz und Bartfaden Besuchern links und rechts des Gartenwegs Geleit bieten. Welche Art der Grundstücksbegrenzung Sie für den Vorgarten wählen, trägt generell entscheidend zum Gesamteindruck bei: Eine Einfassung mit offenem Charakter, die bewusst einen Blick in den Vorgarten ermöglicht, wirkt freundlich und einladend. Eine Bank vor der Hauswand oder ein kleiner Sitzplatz für einen Plausch mit dem Nachbarn verstärkt diesen Effekt noch, während geschlossene Hecken und hohe Mauern oder Zäune einen wenig herzlichen Willkommensgruß vermitteln.

Eine hübsche Alternative zum immgrünen Rasen-Allerlei sind z. B. Polster-Thymian (Thymus praecox ‚Minor‘), Englische Rasenkamille (Anthemis nobilis ‚Treneague‘) und Teppich-Poleiminze (Mentha pulegium ssp. repens) nehmen gelegentliches Betreten nicht übel. Ihr intensiver Duft macht selbst die wenigen Meter bis zur Haustür zum Erlebnis. die auch im Halbschatten gedeihen.

Nutzen Sie den begrenzten Rahmen des Vorgartens, um kleine Kostbarkeiten wie die Japanische Krötenlilie (Tricyrtis hirta) mit ihren auffälligen Blüten in Szene zu setzen. Auch die Traubenlilie (Liriope muscari) ist mit ihrem immergrünen, elegant überhängenden Laub und den violetten Blütenrispen ein attraktiver Blickfang als Schattenblüher. Beide blühen von August bis Ende Oktober und sind winterhart, jedoch für eine Laubabdeckung dankbar.

 

Vorgarten hält unbefugte Passanten auf Distanz

Wer es dennoch lieber etwas abgeschirmter mag, kann entweder einen Sichtschutz aufstellen oder die abweisende Wirkung durch eine „zweite Reihe“ entschärfen: Ein niedriges, mit blühenden Polsterstauden geschmücktes Mäuerchen etwa lenkt von die Sicht versperrenden Gehölzen oder anderweitigen Begrenzungen ab. Auch eine abwechslungsreiche Blütenhecke, ein besonders schönes Gartentor oder ein Rosenbogen mit duftendem Geißblatt oder prächtigen Clematis versöhnt Besucher und Passanten. Kletterpflanzen eignen sich zudem sehr gut, um zweckmäßige Anbauten wie Garage, Carport oder Fahrradunterstand in attraktive Hingucker zu verwandeln. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wegeführung – zumal, wenn der Vorgarten sehr klein ist: Ein Weg, der schnurgerade von der Grundstücksgrenze zur Haustür führt, fühlt sich ebenso kurz an, wie er tatsächlich ist. Asiatisch angehauchte Vorgärten punkten durch klare Formen und sind besonders pflegeleicht.

Liegt das Gartentor leicht versetzt zur Haustür, sodass der Weg diagonal verläuft, ist er nicht nur de facto länger, der Vorgarten wirkt so deutlich größer. Denselben Eindruck erzeugen Sie, wenn Besucher auf dem Weg zur Haustür ein kleines Rondell oder einen Sprudelstein umrunden müssen. Die Wegeführung fällt umso stärker ins Gewicht, je minimalistischer die Gestaltung gehalten ist, beispielsweise bei Vorgärten im Asia-Stil. Sie passen gut zu modernen Gebäuden und sind optimal für alle, die wenig Zeit zum Gärtnern haben: Eine Kiesabdeckung unterdrückt Unkrautwuchs und die charakteristischen Pflanzen wie Fächer-Ahorn, Strauch-Pfingstrosen und Nadelgehölze reduzieren die Pflegearbeit auf ein Minimum. Mit Bambus lässt sich auch das Mülltonnenproblem wunderbar kaschieren. Tipp: Eine schöne Lösung sind begrünbare Mülltonnenboxen, die es von schmucken Holzvarianten bis hin zu puristisch-eleganten Versionen aus Edelstahl gibt. Mit Kies und Mini-Koniferen geschmückt erhalten sie eine asiatisch-moderne Note, mit Teppich-Phlox oder anderen Polsterstauden bestückt fügen sie sich harmonisch in ländliche Gärten ein.

Autor: Maria Grube (Vorgarten bepflanzen)
Fotos: Fotolia, BGL / www.mein-traumgarten.de

Quelle: selbst ist der Mann

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