50er Jahre Haus sanieren

50er Jahre Haus sanieren
Inhalt
  1. 50er Jahre Haus sanieren: Das 8-Liter-Haus
  2. Frischluft im Siedlungshaus
  3. Helle, offene Räume
  4. Kontakt

Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein 50er Jahre Haus sanieren: Früher wurden 48 Liter Heizöl pro Quadratmeter verbraucht, heute nur noch acht.

"Wenn wir ein altes Haus umbauen, dann soll es dem heutigen Standard entsprechen." So lautete die klare Vorgabe einer Baufamilie in Oldenburg. Ganz oben auf ihrer Wunschliste stand vor allem, den Energieverbrauch des kleinen Siedlungshauses aus den 50er Jahren zu senken. Doch der Reihe nach: Den Bauherren war klar, dass sie für ein solches Vorhaben professionelle Hilfe brauchten. Während sie noch auf der Suche nach einem geeignetem Haus waren, wandten sie sich bereits an Ulf Brannies und Rita Fredeweß vom Architekturbüro team 3. Die Referenzen der Architekten im Sanieren von Altbauten und dem energiesparenden Bauen überzeugte die Familie.

 

50er Jahre Haus sanieren: Das 8-Liter-Haus

Gemeinsam schauten sie sich das Gebäude an. Doch der erste Anblick des kleinen Siedlungshauses war deprimierend: Dunkle Böden, vergilbte Tapeten und kleine Räume überzeugten die Baufamilie nicht auf Anhieb. Doch Ulf Brannies signalisierte: „Hier können wir eure Vorstellungen umsetzen, die Bausubstanz ist gut.“ Bevor sie das 50er Jahre Haus sanieren ließen, ordnete man das Siedlungshaus als Energieverschwender der letzten Klasse I zu. Langfristig rechnet sich die energetische Sanierung auch wirtschaftlich: So wurde der Verbrauch des Heizöls von 48 Liter pro Quadratmeter (l/m2) auf nur 8 l/m2 gesenkt. Heute hat das Gebäude eine bessere Energiebilanz als mancher Neubau.

Auf die Außenwände wurde ein 14 Zentimeter starkes Wärmedämm-Verbundsystem mit einer Putzschicht aufgebracht. Da eine neue Dachdeckung geplant war, konnte der Dachdecker die zu niedrigen Sparren von außen aufdoppeln. Eine 24 Zentimeter starke Dämmung aus Zelluloseflocken wurde zwischen die Sparren geblasen. Natürlich waren auch die alten Fenster Schwachstellen. Im ganzen Haus tauschte man sie gegen moderne Lärchenholzfenster mit Wärmeschutzverglasung aus.

 

Frischluft im Siedlungshaus

Eine automatische Lüftungsanlage sorgt im Winter für die richtige Menge an frischer Luft im Haus sorgt, obwohl die Fenster geschlossen bleiben. Auch das spart wertvolle Energie: Verbrauchte Luft saugt die Anlage aus der Küche und den Bädern ab, über Außenventile strömt die frische Luft in die Wohn- und Schlafräume. Außerdem filtert die Anlage Pollen sowie Schmutz, und der Lärm bleibt draußen. Ulf Brannies: „Eine Lüftungsanlage kann nur dann effizient arbeiten, wenn das Gebäude absolut luftdicht ist. Das wird mit einem Luftdichtigkeitstest, dem so genannten Blower-Door-Test, ermittelt.“ Zwischen 5000 und 8000 Euro kostet eine automatische Lüftungsanlage.

 

Helle, offene Räume

Neben der gesamten Haustechnik ordnete der Architekt auch den Grundriss neu, um dem Wunsch nach möglichst lichtdurchfluteten Räumen nachzukommen. Im Erdgeschoss trennt eine Theke die Küche vom Essraum. Das Wohnzimmer fand Platz in dem neuen, etwa 20 Quadratmeter großen Anbau. Bodentiefe Fenster öffnen das Haus zum Garten hin. Die obere Schlafetage bietet genug Platz für zwei etwa zwölf Quadratmeter große Kinderzimmer, einen ca. 20 Quadratmeter großen Schlafraum und das Familienbadezimmer. Steigt man die neue Buchentreppe empor, erreicht man den ausgebauten Spitzboden mit einem Arbeits- und einem Gästezimmer.

Vorher: Klein und in die Jahre gekommen
 
Behutsame Sanierung der Fassade: Die typischen Proportionen erhielt man. Der kompakte Baukörper lässt sich gut in ein Energiesparhaus umwandeln In Richtung Garten zeigt sich das Haus mit einem neuen Gesicht: Die bodentiefen Schiebetür-Fenster holen Licht in beide Geschosse.
 
  
Wohnen, Kochen, Essen: Im Erdgeschoss gehen die Raumfunktionen fließend ineinander über, so entsteht Großzügigkeit.
 
An der Küchenbar trifft sich die Familie zum schnellen Frühstück. Durch die Rahmentür mit Glaseinsatz fällt Licht in den Flur.
 
Drinnen oder draußen? Im Sommer sind die bodentiefen Fensterflügel weit geöffnet und verbinden Wohn- und Esszimmer mit dem Garten.
 
Über die Gestaltung der Küche grübelten die Bauherren lange nach: Sie wünschten sich eine Landhausküche mit einem italienischen Gasherd und der großen Keramikspüle.
 
Durchblick: Ein Wandschlitz mit rahmenlosem Glas lenkt Lichtstrahlen in den Flur. Hinter der Tür führt eine Treppe in den Keller und zum Nebeneingang in den Garten.
 
  
Die Badsituation vor dem Umbau.
 
Auch im Obergeschoss, hier in einem der Kinderzimmer, holen bodentiefe Holzfenster viel Licht herein.
 
Durch die Neuordnung der Räume entstand ein etwa 10 m2 großes Badezimmer unter der Schräge mit Platz für Badewanne und Dusche.
 
Der ungenutzte Spitzboden vorher.
 
Im Bereich des Spritzwassers wurde gefliest, die Wände sind verputzt. Für ein angenehmes Wohnklima sorgt auch die hochverdichtete Zellulosedämmung in den Schrägen.
 
Zusätzliche Wohnfläche unterm Dach: Ein Arbeitszimmer und ein Raum für Gäste fanden unterm ausgebauten Spitzdach Platz.
 
Das Treppenhaus vor der Umgestaltung.
Steigt man die vom Schreiner angefertigte Buchenholztreppe empor, erreicht man die Dachgeschosszimmer. Früher führte eine auklappbare Leiter in das als Abstellkammer genutzte Dachgeschoss.
 
  
Daten & Fakten
Aufgabe:Umbau eines Einfamilienhauses
Grundstücks-
größe:
980 m2
Wohnfläche vorher:130 m2
Wohnfläche neu:170 m2
Baukosten:1300 Euro/m 2
Baujahr Bestand:1956
Baujahr Umbau:2003/04
Bauzeit:ca. 7 Monate
Bauweise:Mauerwerk mit Wärmedämm-Verbundsystem, Holzfenster mit Wärmeschutzglas
Heizung:Zentralheizung mit Brennwertkessel + solare Heizungsunterstützung
 
 


 
 
 

Kontakt

Team 3 Architekturbüro

Dragonstraße 38

26135 Oldenburg

Telefon 04 41/2 74 31

www.team-3.de

Fotos: Dietmar Blome

Beliebte Inhalte & Beiträge
Heimwerkers Bierkiste
 
Preis: EUR 17,99
Das Hornbach Projekt-Buch
 
Preis: EUR 24,99 Prime-Versand
Heimwerker Pantoffeln
 
Preis: EUR 29,90 Prime-Versand
Copyright 2017 selbst.de. All rights reserved.