Terrassen planen

Im Sommer verbringen viele Menschen gerne ihre freie Zeit draußen. Umso schöner ist es, wenn eine Terrasse vorhanden ist, auf der Sitzgelegenheiten und ein Grillplatz zu finden sind, um dort entspannende Stunden zu verbringen. Wir erklären, was Sie beim Terrassen planen beachten müssen.

In vielen Gärten ist die Terrasse direkt am Haus der einzige Freisitz. Sie erweitert die Wohnung um ein zusätzliches Gartenzimmer. Die Nähe zum Haus erhöht die Chance, dass die Fläche regelmäßig als Freiluft-Essplatz genutzt wird. Direkt vor der Küche gelegen, spart die Terrasse Umwege, erleichtert Vorbereitungen (Strom- und Wasseranschlüsse vor Ort) und das Auf- und Abräumen. Für eine gute Terrasse braucht es neben einer schönen Aussicht vor allem eine sorgfältige Planung. Wer Terrassen planen will, sollte dafür bereits bei der Gartenplanung die Grundlagen schaffen.
Um eine Terrasse richtig zu planen, sollten sich die Hausbesitzer vorher genau überlegen, welchen Zweck sie erfüllen soll. Wer zur Miete wohnt und eine Terrasse vermisst, sollte seinen Vermieter fragen, ob er eine schaffen darf. Der Vermieter wird bei hochwertiger Ausführung kaum etwas dagegen haben, da sie eine Wertsteigerung der Immobilie bedeutet. Mit etwas Verhandlungsgeschick beteiligt er sich sogar an den Kosten.

An erster Stelle steht die Nutzung der neuen Fläche. Wer sie vor allem benötigt, um dort am Wochenende mit Freunden zu feiern, wird andere Vorstellungen haben als jemand, der seinen Kindern quasi einen vergrößerten Sandkasten bieten möchte. Diese Unterschiede spiegeln sich in der Größe der Terrasse wieder. Es ist zu beachten, dass der Platz auf jeden Fall groß genug einzuplanen ist. Vier Klappstühle, ein Tisch und ein Liegestuhl nehmen mehr Platz weg, als sich viele Menschen vorstellen. Mit einer Küchengarnitur sind die Möbel im Außenbereich nicht vergleichbar.

 

Terrassengröße berechnen

Es haben sich feste Terrassengrößen bewährt: 3 x 3 m für einen Esstisch mit vier Stühlen, 3 x 4,5 m für sechs Plätze und 3 x 7,75 m für zwölf Gedecke oder einen kleinen Tisch für vier Personen und zwei Sonnenliegen. Der Platzbedarf lässt sich auch errechnen: Multiplizieren Sie die Tischlänge (+ 1 m) mit der Summe aus Tischbreite, zwei Stuhltiefen und 2 x 50 cm als Bewegungsraum hinter den Stühlen. Liegt die Terrasse vor einer Tür, empfiehlt es sich, einen Meter als Wegfläche hinzuzuschlagen. Für die meisten Nutzungen genügt eine 12 qm große Terrasse.

Ebenso spielt die Ausrichtung zur Sonne eine große Rolle:

  • Sonnenanbeter sollten den Platz an der Südseite des Hauses anlegen
  • Wem es in der Sonne zu warm ist, aber gerne draußen frühstückt, wählt die Ostseite
  • Ist das Abendbrot unter freiem Himmel die liebste Mahlzeit, lohnt sich eine Terrasse gen Westen

Sofern der Platz nicht komplett im Schatten liegt, bietet es sich an, einen Sonnenschirm einzukalkulieren. Soll er bei Wind und Wetter draußen stehen bleiben und eine große Spannbreite besitzen, ist es wichtig, dass der Fuß entsprechend groß und schwer ist. Ein zusätzlicher Quadratmeter ist daher mindestens für den Fuß einzuplanen. Den Platz zu überdachen wäre eine Alternative. Markisen und Pergolen mit Stoffbahnen beschatten auch große Tische. Feste Dächer schützen zusätzlich vor sommerlichen Regenschauern. Achtung: Feste Eindeckungen verdunkeln auch angrenzende Innenräume. Oft verlangen Gemeinden hierfür auch Baugenehmigungen.

Der Bodenbelag sollte leicht zu reinigen sein, im Material zum Haus passen und eine möglichst ebene Fläche ergeben, damit Tisch und Stühle nicht wackeln. Wichtig ist dabei, dass der Bodenbelag anfallendes Wasser zuverlässig mit 2 % Gefälle vom Haus fortleitet. Holz oder Stein sind die typischen Materialien, die in Frage kommen, aber auch Kies oder Sand sind möglich. Stein hat den großen Vorteil, dass er nicht der Verwitterung ausgesetzt ist, während Holz sich in der Sonne nicht so schnell aufheizt. Sand oder Kies bieten Abwechslung vom einheitlichen Bild. Allerdings ist zu beachten, dass das Risiko groß ist, dass die Bewohner die kleinen Partikel schnell in den Wohnraum tragen. Ein häufiges Fegen oder Saugen bleibt dann kaum aus. Verlegen Sie mit dem Terrassenbelag auch gleich ein Erdkabel zur Stromversorgung: Mindestens eine Doppelsteckdose und ein Lampenanschluss sind nötig.

 

Materialkunde: Terrassenbelag

  • Natursteine wie Basalt, Granit, oder Porphyr sind dauerhaft und frostbeständig. Lieferbar sind sie meist als Plattenware oder Pflastersteine. Kleinteiliges Pflaster lässt sich leichter ausbessern, auf großformatigen, fugenarmen Flächen stehen Tische stabiler. Der Preis schwankt – abhängig von der Steinsorte (ab ca. 55 Euro/qm).
  • Klinker ist ein langlebiger „natürlicher Kunststein“, gebrannt aus gepressten Tonerden. Gesinterte Steine (mit glasartiger Oberfläche) sind bei Nässe glatt (ab 35 Euro/qm).
  • Betonsteine gibt es in allen Formaten, Farben und Oberflächenstrukturen zu günstigen Preisen (ab 20 Euro/qm). Achtung: Teilweise weicht die Steinfarbe bei Nässe stark von der in trockenem Zustand ab.
  • Holzbeläge aus imprägniertem Nadelholz, Hart- oder Tropenholz müssen konstruktiv gegen Staunässe geschützt werden. Kann die Feuchtigkeit abtrocknen, ist Holz ein langlebiges Material (ab 35 Euro/qm).
  • Streumaterial ist deutlich billiger (Rindenmulch ab 5 Euro/qm, Kies ab ca. 10 Euro/qm), schafft aber keine harte, stabile Fläche. Zuweilen kann vor allem im Sommer die Staubentwicklung sehr hoch sein.

Mit der Wahl der Gartenmöbel entscheidet sich oft der Look des Außenbereiches: Mediterran, Puristisch, Verspielt oder Landhaus sind Stile, die häufig auf Terrassen zu finden sind. Die Auswahl bei den Gartenmöbeln in jedem Bereich ist groß. Sowohl mit Gartenmöbel aus Holz als auch aus Kunststoff oder Rattan lassen sich Außenbereiche hervorragend gestalten.

Neben den Möbeln ist ein schöner Grillplatz ebenfalls nicht zu verachten. Für ihn muss zusätzlich ausreichend Platz eingeplant werden. Vielleicht ist im Moment ein kleiner Kugelgrill ausreichend, aber in ein paar Jahren ist ein gemauerter Grill passender – solche Veränderungen sollten Sie schon beim Terrassen anlegen berücksichtigen. Nicht nur der Grill erhält seinen Quadratmeter, sondern auch ein Beistelltischchen für das Grillgut, ein Stuhl oder andere Gegenstände, die der Grillmeister in seiner Nähe benötigt. Eventuell ist sogar eine Outdoorküche ein Muss? Finden häufig Grillabende statt, zu denen viele Personen einzuladen sind, bietet es sich an, bei der Umsetzung großzügiger zu sein. Eine Arbeitsplatte, ein Kühlschrank sowie fließendes Wasser erleichtern die Arbeit und ersparen unnötige Gänge.

 

Checkliste: Terrassen planen

Dieser „Garten-Steckbrief“ hilft Ihnen, den besten Standort für Ihren Gartensitzplatz zu finden:

  • Wann bescheint die Sonne den Garten?
  • Wo fällt viel Schatten?
  • Wo lassen sich frühe Morgenstrahlen und späte Abendsonne genießen?
  • Tipp: Planen Sie zwei Sitzplätze – einen im Osten fürs Frühstück, einen westwärts gerichteten für den Feierabend.

Häufig vernachlässigt: Wohin mit schweren Gartenmöbeln? Im Geräteschrank oder einer Kissentruhe lagern Auflagen, Grill und Kohlevorräte trocken und griffbereit. Ein Schuppen nahe dem Sitzplatz erspart mühsames Möbelschleppen.

 

Pflanzen vervollständigen den Look

Über die Dekoration lässt sich der Sitzplatz vervollständigen. Dazu gehören natürlich Kübelpflanzen in verschiedenen Größen. Sie lassen sich geschickt arrangieren und können zudem vor neugierigen Blicken der Nachbarn schützen. Sinnvoll ist es außerdem, sich beraten zu lassen, sodass den ganzen Sommer Blüten zu sehen sind. Die Kübel müssen groß genug sein, damit die Pflanze über die Blumenerde ausreichend Nährstoffe aufnimmt und wachsen kann. Sie sind in verschiedenen Designs und Farben zu finden, sodass sie zu den Gartenmöbeln passend zu kaufen sind.

Foto: Pixabay © rhyslud CC0 1.0

Quelle: selbst ist der Mann

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