Strom im Garten

Strom im Garten: Erdkabel verlegen

Für den Elektriker gilt der Garten als Feuchtraum. Wer also Strom im Garten wünscht, sollte darauf achten, dass alle Komponenten der Elektroinstallation – vom Erdkabel bis zur Außensteckdose – mit Nässe und Spritzwasser zurechtkommen, also mindestens die Schutzklasse IP44 aufweisen.

Sollen Gartenleuchten oder Teichpumpen dauerhaft (und nicht nur für eine kurze Saison) mit Strom versorgt werden, lohnt die Verlegung von Erdkabeln. Zwar gibt es auch spezielle Verlängerungskabel für den Außenbereich, aber die oberirdisch verlegten Kabel erhöhen die Sturzgefahr und laufen Gefahr, mit dem Spaten durchtrennt zu werden. Ganzjährig Strom im Garten liefert ein tief unter dem Rasen oder Beet verlegtes Erdkabel. Praxistipp: Wer die Leitungen in einem Leerrrohr verlegt, erleichtert sich später Nachrüst- und Austauscharbeiten am Erdkabel! Für eine effektvolle Gartenbeleuchtung benötigen Sie nicht zwangsläufig 220V: Mit Leuchten auf Basis der Niedervolttechnologie betreiben Sie lichtstarke LEDs im Garten stromsparend und nahezu gefahrlos. Für unwirtschaftlich zu erschließende Ecken im Garten bieten sich Solar-Lösungen an: Die heute üblichen kleinen Photovoltaik-Module liefern ausreichend Strom, um das Gartenhaus zu erhellen oder den Gartenweg über Nacht auszuleuchten.

Gartengestaltung
 

Gartensteckdose bauen

Stromanschlüsse müssen vor Nässe geschützt sein: So bauen Sie eine Außen-Steckdosensäule

Achtung: Vor Beginn der Arbeiten müssen Sie unbedingt für Spannungsfreiheit sorgen – ziehen Sie den Stecker oder schalten Sie die Sicherung ab und messen Sie nach, ob der Stromkreis tatsächlich spannungsfrei ist. Sorgen Sie dafür, dass der Stromkreis nicht unbeabsichtigt wieder eingeschaltet werden kann.
Denn Wasser leitet Strom und ist daher quasi der natürliche Feind jeder Elektroinstallation im Außenbereich. Eindringende Feuchtigkeit gefährdet nicht nur die Funktion der angeschlossenen Geräte wie Gartenleuchten, Teichpumpen und Torantriebe, sondern bedeutet Lebensgefahr für den Anwender. Besondere Vorschriften für Strom im Garten sollen deshalb sicherstellen, dass Feuchtigkeit nicht in elektrische Installationen eindringen kann. Falls doch, müssen Sicherheitseinrichtungen für die Abschaltung des betroffenen Stromkreises sorgen. Bei allen Arbeiten an der Elektroinstallation oder elektrisch betriebenen Anlagen ist Sicherheit das oberste Gebot.

 

Erdkabel verlegen

Dauerhaft verlegte Netzkabel müssen vergraben und gesichert werden, am besten in flexiblen Leerrohren, die auch noch einen späteren Austausch von Kabeln ermöglichen. Ideal ist es, Kabel schon bei der Gartenanlage zu verlegen, um später nicht die Beete zu verwüsten. Wer nicht sicher ist, wo er später einmal Strom braucht, kann die Leerrohre auch auf Verdacht legen und das Kabel später einziehen.

Wenn Sie die 80 cm tiefen Gräben für die Stromkabel ausheben, gehen Sie Stück für Stück vor und schließen den Graben gleich wieder. Sonst müssen Sie die Seitenwände der Schächte unbedingt gegeneinander abstützen, damit sie nicht einbrechen.

Gartengestaltung
 

Erdkabel verlegen

Ein fest verlegtes Erdkabel sichert die Versorgung Ihrer Gartenleuchten

Welche Leitung für Erdkabel verwenden?

Bei allen Gartenleuchten und Außensteckdosen, die im Erdreich verlaufende Zuführungen erhalten, verwenden Sie aus Sicherheitsgründen nur spezielle Erdkabel (etwa NYYJ 2G), die mit der Nässe im Boden kein Problem haben (erkennbar an der Kennung IP44).
Erdkabel haben die Bezeichnung NYY. Alternativ können Sie auch PVC-isolierte Kunststoffkabel mit Kupferadern und einem Kupferleiter NYCWY verwenden.
Praxistipp: Üblich sind 3-polige Erdkabel mit gelbgrünem Schutzleiter. Wer aber gleich ein 5-poliges Kabel verlegt, kann daran eine Steckdose, gleichzeitig aber auch noch eine Gartenleuchte oder ein Gartengerät anschließen und dieses unabhängig von der Steckdose ein- und ausschalten. So haben Sie im Prinzip zwei Kabel, müssen die aufwendigen Erdarbeiten zum Verlegen des Kabels aber nur einmal auf sich nehmen.

 

FI-Fehlerstromschutzschalter

Für Elektro-Installationen im Garten und auf der Terrasse gelten besondere Sicherheits-Anforderungen: Sie müssen so beschaffen und isoliert sein, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Elektrische Geräte der Schutzklasse IP 44 sind ausreichend gegen Fremdkörper und Spritzwasser geschützt, sodass sie im "Feuchtraum Garten" gefahrlos eingesetzt werden können.

Alle Leitungen im Außenbereich müssen separat über einen eigenen Automaten im Sicherungskasten abgesichert werden. Außerdem sollte im Zählerkasten oder in der Unterverteilung ein FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) installiert werden. Dieser misst den hin und zurück fließenden Strom und kappt die Stromzufuhr sofort, wenn er minimale Unterschiede feststellt – z. B. wenn das Kabel beschädigt wurde. Nur dieser Schutzschalter bietet einen optimalen Personenschutz, da Haushalts-Sicherungen erst bei sehr hohen (und dann meist tödlichen) Strömen abschalten. Praxistipp: Im Zweifel Geräte über einen FI-Zwischenstecker (adapter für die Steckdose) anschließen. Denn gerade im Garten, wo überall Wasser anfällt (Rasenbewässerung, Teich, Niederschlag, ...), kann ein Stromschlag schnell lebensgefährlich sein.

Weitere Sicherheitstipps für den Umgang mit Strom im Garten: Alle Steckverbindungen zwischen Stecker und Kupplung müssen wassergeschützt sein! Verlängerungskabel, Mehrfachsteckdosen und Steckdosen aus dem Innenbereich erfüllen diese Anforderung nicht – sie haben im Garten nichts zu suchen.
Viel kann der erfahrene Heimwerker selbst machen, aber wo Starkstrom ins Spiel kommt (Gartensauna-Ofen, Holzspalter-Steckdose, ...), muss unbedingt ein Profi ran.

Quelle: selbst ist der Mann

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