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Lüften ja, aber richtig!

vom 10.09.2013
LupeLüften ja, aber richtig!

Wer seine alten und zugigen Fenster ohne oder mit kaputten Dichtungen durch moderne, luftdichte Elemente ersetzt, sollte sein Lüftungsverhalten entsprechend umstellen.

„Alte Fenster sind zum Teil so undicht, dass man in neue ein Tennisball großes Loch schneiden müsste, um zu den schlechten Dämmwerten von damals zu gelangen“, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller. Also heißt die Devise: Fenster  auf! Damit das Lüften jedoch keine Energie verschwendet, sollte man ein paar Regeln beachten oder sich der Hilfe innovativer Fenstertechnik bedienen.

Mit alten Fenstern funktioniert die Lüftung quasi von selbst: Verzogene Rahmen ermöglichen einen permanenten Luftaustausch im ganzen Haus, ohne dass irgendein Fenster geöffnet werden müsste. Nur leider sorgt dieser Umstand nicht nur für Frischluft, sondern auch für hohe Heizkosten, denn die Wärme verschwindet ebenfalls auf nimmer Wiedersehen nach draußen.

Moderne Energiesparfenster mit präzise gefertigten Rahmen und Wärmedämmverglasungen halten hingegen absolut dicht. „Um so wichtiger ist die richtige Lüftung für den Austausch der verbrauchten Luft und die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit in den Räumen des Hauses“, erklärt der Geschäftsführer des VFF, Ulrich Tschorn.

Allgemein gilt: Kurz und kräftig lüften
Grundsätzlich gilt für alle Wohn- und Arbeitsräume: In häufig genutzten Räumen sollte die Luft im Idealfall etwa alle ein bis zwei Stunden ausgetauscht werden. Schlecht geeignet ist das dauerhafte Kippen der Fenster, denn dann kann der Luftaustausch bis zu zwei Stunden dauern. Besonders in der kalten Jahreszeit kühlen die Räume viel zu sehr aus und die Heizung braucht länger, um das Haus wieder auf angenehme Temperaturen zu bringen. Besser ist regelmäßiges, kurzes und dafür kräftiges Lüften – die so genannte Stoßlüftung. Dabei wird das Fenster bei abgestellter Heizung mehrmals am Tag für fünf bis zehn Minuten weit aufgemacht. Besonders wirksam ist das Querlüften, bei dem gegenüber liegende Fenster und Türen in Haus oder Wohnung zugleich geöffnet werden. Durch Druckunterschiede strömt die Luft schneller durch die Räume, sodass nach nur ein bis zwei Minuten die gesamte Luft einmal ausgetauscht wird.

Komfort durch elektrische und mechanische Systeme
Wem das persönliche Bedienen der Fenster zu umständlich ist, der kann zu motorisierten Elementen greifen: Damit lassen sich Fenster per Knopfdruck öffnen und zusätzlich auch das Haus kontrolliert lüften. Wer es noch komfortabler mag, kann das gesamte Haus mit einer modernen Gebäudeleittechnik ausrüsten lassen: Sie regelt vollautomatisch die Heizung in Verbindung mit dem Öffnen der Fenster und sorgt gleichzeitig für eine energieeffiziente Lüftung aller Räume. Zusätzlich gibt es Komplettlösungen mit entsprechender Steuerung und Wärmerückgewinnung, die über, unter oder seitlich am Fenster angebracht werden. Diese Systeme regeln sich über die Luftfeuchte oder die Luftqualität. „Ansprüche an den Schallschutz sind extra zu berücksichtigen“, so Tschorn.

Mechanische Lüfter wiederum sind entweder in Fenstern integriert oder können von qualifizierten Fensterfachbetrieben nachgerüstet werden. Fensterfalzlüfter regulieren den permanenten Luftaustausch über Lüfterklappen im Fensterrahmen. Sie sollten immer an mehreren, möglichst gegenüberliegenden Fenstern eingebaut werden, damit Sog und Druck am Gebäude die natürliche Lüftung ermöglichen. In Verbindung mit elektrischen Abluftventilatoren in Küche und Bad arbeitet ein solches System besonders effektiv. Man kann es wie elektrifizierte Elemente mit der Heizung kombinieren, sodass es zum Lüften die Heizung herunterregelt. So werden Bausubstanz und Raumklima erhalten und Heizenergie gespart.

Exkurs: Vier Lüftungsstufen bei Gebäuden
Insgesamt vier Lüftungsstufen sorgen in Gebäuden dafür, dass die Raumluft immer eine gute Qualität hat und die Luftfeuchtigkeit reguliert wird. Unterschieden werden die „Lüftung zum Feuchteschutz“, die „Reduzierte Lüftung“, die „Nennlüftung“ und die „Intensivlüftung“. Was kompliziert klingt, ist aber ganz einfach: Die „Lüftung zum Feuchteschutz“ sorgt nutzerunabhängig für die Vermeidung von Feuchteschäden im Haus und dient damit dem Schutz des Gebäudes. Die „Reduzierte Lüftung“ stellt die Lüftung während des Urlaubes bei gleichzeitiger Wahrung des Einbruchschutzes sicher. Die „Nennlüftung“ wiederum bezeichnet die notwendige Lüftung zur Gewährleistung des Bautenschutzes und zur Beachtung von hygienischen und gesundheitlichen Erfordernissen, wie sie zum Beispiel im Krankenhaus oder Hallenbad bestehen. Die „Intensivlüftung“ hingegen bezeichnet die Lüftung zum Abbau von Lastspitzen, wie sie in einem Haus zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen oder bei Besprechungen mit vielen Personen in einem kleineren Raum entstehen können. „Das alltägliche Lüften ist also kein Hexenwerk“, fasst Ulrich Tschorn zusammen, „aber vor jedem geplanten Neubau oder beim Fenstertausch im Bestandsgebäude sollte die Frage der richtigen Be- und Entlüftung von Haus oder Wohnung geregelt werden.“ Die geschulten Mitarbeiter anerkannter Fensterfachbetriebe stehen Modernisierern dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Foto: Veka

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