Schubladenbeschläge

Wie geschmiert sollten Schubladen sich bewegen lassen: Schubladenbeschläge machen's möglich. In unseren technikverwöhnten Zeiten allerdings kommen noch einige weitere Anforderungen an Beschläge für Schubladen hinzu. Einige davon sind auch im Heimwerkerbereich heute selbstverständlich – diese Übersicht gibt einen guten Einblick in die Welt der Schubladenbeschläge. Außerdem erklären wir, wie Sie einen Schubladenauszug fachgerecht montieren.

Warum heißt ein Schubladenschrank Kommode? – Ganz einfach: Das Wort stammt aus dem Französischen und heißt bequem. Was den Nagel auf den Kopf trifft; erschließt doch keine andere Möbelkonstruktion insbesondere tief gelegenen Schrankraum so kommod. Früher wurden Holzschubladen nicht mit Möbelbeschlägen bewegt, sondern einfach an Führungs- oder auf Laufleisten – ebenfalls aus Holz – je nach Größe und Gewicht mehr oder weniger mühsam herausgezogen und wieder hineingeschoben. Hatten sie zuviel Spiel, bestand besonders bei größeren Schubladen die Gefahr des Verkantens und damit Steckenbleibens. Wie sich die Beweglichkeit eines Schubkastens optimieren ließ, erfahren Sie in unserem Praxistipp Klemmende Schublade reparieren.

 

Beschläge für Schubladen

Natürlich hat sich die Industrie auch zu dieser Art Gleitführungen Gedanken gemacht und uns neue Beschläge aus Kunststoff beschert – sogar komplette, bereits für die Führungsschienen genutete Schubladen-Zargen gibt’s. Diese werden nur noch passend abgelängt und zusammengesteckt. Dass solche Konstruktionen nicht sonderlich belastbar sind, liegt auf der Hand.

Dafür gibt es andere Möbelbeschläge, die zudem die bereits angedeuteten Finessen bieten, die weit über reibungsarmes Herausziehen und Hineinschieben von Schubkästen hinausgehen. Heute wird gerollt, sei es auf Rädern oder Kugeln. Rollreibung ist ja bekanntlich wesentlich geringer als die Flächenreibung. Manche Auszüge können die Lade ganz aus dem Korpus herausrollen, erheblich höhere Gewichte tragen und sich manchmal sogar unabhängig vom Beladungsgewicht selbst wieder einziehen.

Die unterschiedliche Lagerung der Schubladen bedingt einige Konstruktions- und damit auch Einbauunterschiede auf Seiten der Beschläge. So werden Rollschubführungen mit ihren meist angenieteten Rädchen geteilt montiert: ein Teil des Beschlags an der Korpuswand, der andere Teil an der Schublade. Kugellagerauszüge hingegen sind dank ihrer in Käfigen fixierten Stahlkugeln meist einteilig und werden komplett an den Seitenwänden montiert. Die Schubkästen werden dann zu guter Letzt meist einfach komplett darauf eingerastet.

 

Schubladen-Auszüge montieren

Werden Beschläge mit Rollenführungen seitlich an der Schubladenseitenwand montiert (seitliche Montage) oder so, dass diese auf der Führung aufliegt (aufliegende oder Tablarmonatge), ist bei Auszügen mit Kugellagerführung je nach Modell auch die Montage in einer Nut der Schubladenwand möglich (Nutmontage). Speziell die Auszüge für 17-mm-Nuten eignen sich dafür, alte Gleitführungs-Schubladen umzurüsten. Bei einem Neubau mit Kugellager-Teilauszügen lässt sich mit der Nutmontage Platz gewinnen: Der Abstand zwischen Schubladen- und Korpusseitenwand schrumpft dabei auf wenige Millimeter.

Wir zeigen Ihnen in unserer Marktübersicht Heimwerkern zugängliche Auszüge. Die Möbelindustrie verwendet noch zahlreiche andere, die hier keine Erwähung finden. Obendrein ist die Auswahl der sich oft nur geringfügig voneinander unterscheidenden Auszüge riesig (übrigens genau wie die der Möbelbeschläge insgesamt). In großer Breite ist sie dem Heimwerker über den Beschlag- und Eisenwarenfachhandel zugänglich – manchmal sogar inklusive fachkundiger Beratung. Baumärkte konzentrieren ihr übrigens nicht unbedingt preiswerteres Angebot eher auf das Gängige.

Quelle: selbst ist der Mann

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