Schraube

Inhalt
  1. Material und Veredelung
  2. Der Antrieb
  3. Die Kopfform
  4. Typische Einsatzgebiete
  5. Schrauben mit metrischen Gewinde

Schrauben sind mit einem (schneidenden) Gewinde versehene zylindrische Metallstifte (Holzschrauben), die an einem Ende spitz zulaufen und am anderen Ende mit einem geometrisch speziell geformten Kopf versehen sind. Durch die Neigung des Schraubgewindes zieht sich die Schraube beim Drehen selbstständig (also ohne externen Vorschub) immer tiefer ins Material.Schrauben dienen dazu, zwei Werkstücke fest miteinander zu verbinden. Der Vorteil gegenüber genagelten Verbindungen: Schraubverbindungen (vor allem mit metrischen Gewindeschrauben und Mutter) lassen sich jederzeit leicht wieder lösen.
Ähnlich wie bei Nägeln und Haken gibt es auch bei Schrauben eine große Vielfalt. Man unterscheidet sie vor allem nach der Gewindeart, ihrem Antrieb (Angriffspunkt des Werkzeugs) und ihrem Einsatzgebiet:

 

Material und Veredelung

Schrauben sind ihren vornehmlichen Einsatzbereichen entsprechend gefertigt und oberflächenbehandelt. Die meisten Schrauben sind aus Stahl und werden unterschiedlich weiterverarbeitet und veredelt:

  • phosphatisiert
    Dieses Verfahren wird vornehmlich bei Schnellbauschrauben zur Befestigung von Gipskarton- und Gipsfaserplatten verwandt. Das Phosphatieren ermöglicht ein Übergipsen der Schraube (Gips haftet an der Schraube; Restfeuchte des Gips führt nicht zu Rostbildung).
  • glanzverzinkt
    Dieses Verfahren bietet einen einfachen Korrosionsschutz. Bei dieser galvanischen Verzinkung kann die Schraube bei Einwirkung von Feuchtigkeit den sogenannten "Weißrost" bilden, der ähnlich der "Patina" gegen die weitere Korrosion schützt. Die Glanzverzinkung ist oftmals die Basis für eine weitere Veredelung, da der "Weißrost" die Optik beeinträchtigt.
  • gelb verzinkt passiviert
    Auch dieses Verfahren bietet einen einfachen Korrosionsschutz, der jedoch gegenüber der Glanzverzinkung noch etwas widerstands- fähiger ist. Die Passivierung sorgt für eine Haftung der Schraube am Werkzeug oder Bit, was die Verarbeitung der Schraube – besonders überkopf oder an schwer zugänglichen Stellen – erleichtert. Das Verfahren wird vornehmlich bei Spanplattenschrauben verwandt, da es die schnelle Serienverarbeitung besonders unterstützt. Einige Spanplattenschrauben werden zusätzlich gleitbeschichtet, was den Eindrehmoment bzw. Kraftaufwand bis zu 50% senkt und damit die Verarbeitung zusätzlich beschleunigt und vereinfacht.
  • verchromt
    Oberfläche metallisch Weiß
  • vermessingt
    Oberfläche leuchtend Goldgelb
  • brüniert
    Oberfläche rustikal Bräunlich
  • gehärtet
    Schrauben, die primär mit Elektrowerkzeug verarbeitet werden, sind zusätzlich gehärtet. Für besonders hohen Korrosionsschutz bei Befestigungen oder Verbindungen werden Schrauben aus Messing oder Edelstahl eingesetzt. Die Messingschrauben bestechen hierbei durch ihre besonders attraktive Optik, sind jedoch nicht so fest und hart wie Edelstahlschrauben und können deshalb nicht maschinell verarbeitet werden.
 

Der Antrieb

Um die Schraube in das Werkstück zu drehen, verfügt jede Schraube über einen speziellen Antrieb am Schraubenkopf. Antrieb nennt man die Aufnahmeöffnung, in der das Werkzeug angesetzt wird – hier erfolgt der Kraftübergang vom Werkzeug auf die Schraube. Diese Antriebsarten haben sich mit der Zeit entwickelt:

  • Flachschlitz (im Bild links)
  • Philips (im Bild in der Mitte)
  • Pozidriv (im Bild rechts)
  • Torx (sechsstrahliger "Innenstern")
  • Innensechskant (Inbus)
  • (Außen-)Sechskant
Faustregel: Mit der Anzahl der "Antriebsflächen" steigert sich der sichere Halt des Werkzeuges im/am Schraubenkopf sowie die Kraftübertragung vom Werkzeug auf die Schraube! Die Gefahr einer Beschädigung des Schraubenkopfes durch ein Abrutschen des Werkzeuges sinkt.
 

Die Kopfform

Auch nach der Form des Kopfes kann man Schrauben unterscheiden. Die verschiedenen Kopfformen von Schrauben sind speziell für ihre unterschiedlichen Anwendungsbereiche entwickelt. So unterstützen die verschiedenen Schraubentypen Sie – bei richtiger Auswahl – optimal bei Ihrer Arbeit:

  • Senkkopf
    Bei Werkstücken mit vorgesenkten Löchern dreht sich die Schraube bündig ins Material und ermöglicht so eine plane Oberfläche. Bei Bedarf kann die Schraube auch tief im Werkstück versenkt und verspachtelt werden, wenn eine perfekte Oberfläche erzielt werden soll. Passend zu unseren Senkkopf- schrauben erhalten Sie Abdeck-kappen für alle Antriebsformen (Flachschlitz mit Kopflochbohrung, Pozidriv und Torx) in vielen Farben und Naturtönen.

  • Linsenkopf
    Der Linsenkopf ist eine dekorative Variation des Senkkopfes und eignet sich besonders für sichtbare Befestigungen und Verbindungen bei Werkstücken mit vorgesenkten Löchern. Sie erhalten Schrauben mit Linsenkopf vornehmlich in Messing oder brüniert für die attraktive Befestigung z.B. von Sockelleisten.

  • Halbrundkopf (auch: Panhead)
    Schrauben mit Panhead/Halbrundkopf oder Rundkopf werden mit Vorbohrung bzw. bei Werkstücken mit gestanzten (nicht gesenkten) Löchern verwandt. Die plane, untere Kopffläche bietet eine bündige Anzugsfläche für das Werkstück und gewährleistet so einen besseren Halt des Werkstückes.

  • Zierkopf
    Schrauben mit dieser Kopfform eignen sich für die attraktive Befestigung von Zierteilen und -beschlägen.

  • Sechskantkopf
    Bei Arbeiten, die mit aufgesetztem Werkzeug durchgeführt werden, kommen Schrauben mit Sechskantkopf zum Einsatz.

  • Zylinderkopf
    Schrauben mit Zylinderkopf erhalten Sie mit Flachschlitz-Antrieb oder mit der Antriebsform Innensechskant. Schrauben mit Zylinder- oder Innensechskantkopf können dank ihres im Schraubenkopf liegenden Antriebes auch tief im Werkstück versenkt werden.

    Schrauben mit Zylinder- oder Sechskantkopf werden bei Werkstücken mit vorgestanzten/-gebohrten Löchern verwandt. Die plane, untere Kopffläche bietet eine bündige Anzugsfläche für das Werkstück und gewährleistet so einen besonders guten Halt des Werkstückes.
  • Flachrundkopf mit Vierkantansatz
    Schrauben mit dieser Kopfform werden Schloßschrauben genannt. Sie wurden ursprünglich für die Befestigung von Schlössern und Beschlägen verwandt, da diese spezielle Kopfform ein Lösen der Schraube von Außen unmöglich macht. Schloßschrauben eignen sich jedoch für alle Holzverbindungen. Der Flachrundkopf schafft eine optisch ansprechende Oberfläche und beugt Verletzungen vor. Der Vierkantansatz verhindert das Mitdrehen der Schraube beim Anziehen der Mutter.
 

Typische Einsatzgebiete

Je nach dem welche Materialien Sie miteinander verbinden wollen, sollten Sie zu der geeigneten Schraube greifen, damit die Verbindung auch dauerhaft fest sitzt. Die folgenden Schraubentypen eignen sich für eine Befestigung in ...

  • ... Dübeln
    Antrieb: Pozidriv
    Kopfform: Senk-, Linsen- und Rundkopf
    Material: Stahl glanzverzinkt, gelb verzinkt und brüniert
    Anwendung: Die Spezialschraube für den Einsatz beim Dübeln. Die Gewindekonstruktion gewährleistet eine optimale Spreizung des Dübels, da sie sich nicht ins Dübelmaterial einschneidet, sondern das Material verdrängt. Die gehärtete Schraube ist speziell für den Einsatz von maschinellen Antrieben entwickelt.

  • ... Spanplatten
    Antrieb: Pozidriv, Torx
    Kopfform: Senk-, Linsenkopf und Panhead
    Material: Stahl glanzverzinkt, gelb verzinkt passiviert, brüniert, gleitbeschichtet
    Anwendung: Die professionelle Spezialschraube für das Arbeiten mit Spanplatten; aber auch universell einsetzbar für alle Hölzer, Holzwerk- und Kunststoffe. Die Schraube verfügt über eine hohe Bruchfestigkeit. Dank der speziellen Schraubengeometrie ist der Einschraubwiderstand besonders gering und der Ausreißwiderstand sehr hoch. Ein Vorbohren ist nicht notwendig – die scharfe Spitze mit Gewindeansatz greift sofort im Werkstoff. Die Spanplattenschraube ist speziell geeignet für die maschinelle Verschraubung.

  • ... Holz(werkstoffen)
    Antrieb: Flachschlitz oder Pozidriv
    Kopfform: Senk-, Linsen- und Rundkopf
    Material: Stahl glanzverzinkt, vermessingt, Messing blank, Messing verchromt
    Anwendung: Für die dauerhafte Befestigung und Verbindung in und auf Holz. Die spezielle Schraubengeometrie sorgt für optimale Auszugswerte, da sich das Gewinde nicht in das Holz schneidet, sondern den Werkstoff verdrängt. Um ein Spalten des Holzes zu vermeiden, sollten Sie stets vorbohren.

  • ... Metall
    Antrieb: Philips
    Kopfform: Senkkopf mit Fräsrippen
    Material: Stahl glanzverzinkt
    Anwendung: Die Spezialschraube zur schnellen Verbindung von Holz auf Metall in nur einem Arbeitsgang: kein Vorbohren, kein Gewindeschneiden, kein Aufbohren des Kernloches, kein Senken! Mit der Bohrspitze bohrt sich die Schraube zunächst ins Holz. Die direkt dahinterliegenden Flügel fräsen ein Kernloch mit einem Durchmesser, der größer als das Schraubgewinde ist, um ein Sperren der beiden Werkstoffe zu vermeiden. Die Bohrspitze ist so gehärtet, daß sich die Schraube in das Metall bohrt; die Flügel brechen ab, sobald sie auf das Metall treffen. Das Gewinde schneidet sich in das Metall ein und sichert die Befestigung. Die Fräsrippen sorgen für ein selbsttätiges Versenken der Schraube im Holz und schaffen so eine plane Oberfläche.

  • ... Blech
    Antrieb: Flachschlitz, Sechskant und Philips
    Kopfform: Linsen- und Sechskantkopf, Panhead
    Material: Stahl glanzverzinkt
    Anwendung: Für die optimale Verbindung und Befestigung von bzw. auf Blech. Vorbohren erforderlich.
  • Sonderfall: Blechbohrschraube nach DIN 7504
    Antrieb: Sechskant, Flachschlitz, Philips
    Kopfform: Sechskantkopf mit Flachschlitz, Panhead
    Material: Stahl glanzverzinkt
    Anwendung: Für die schnelle Verbindung und Befestigung von Profilen oder auf Blech mit selbstschneidendem Gewinde. Dank der Bohrspitze ist ein Vorbohren überflüssig. Blechbohrschrauben erhalten Sie auch mit zusätzlichem Bund. Sie sind besonders für die Befestigung von dünnen Blechen geeignet, da sich die Auflagefläche durch den Bund erhöht und damit die Gefahr des Ausreißens des Bleches vermindert wird.
 

Schrauben mit metrischen Gewinde

Verbindungen mit diesem Typus Schrauben werden überwiegend durch das Gegenschrauben von Muttern hergestellt. Die Bezeichnung "M" bei metrischen Schrauben definiert den Durchmesser des Schraubengewindes in Millimetern (Bei allen nicht-metrischen Schrauben bestimmen Sie den Durchmesser oben am Schraubenschaft bzw. Gewindeansatz.). Man unterscheidet grob die folgenden Schraubentypen:

  • Gewindeschraube
    Antrieb: Flachschlitz, Innensechskant, Sechskant
    Kopfform: Senk-, Zylinder- und Sechskantkopf
    Material: Stahl glanzverzinkt, Messing u. Edelstahl
    Anwendung: Für kleine und leichte Metall- und Holzverbindungen. Bei dünnen Materialien sollten Senkkopfschrauben nur mit Schraubrosetten verwendet werden. Es empfehlen sich eher Zylinder- oder Sechskantkopf. Bei beiden Schrauben sollten zum Schutz der Werkstoffoberfläche U-Scheiben eingesetzt werden, die darüberhinaus die Auszugswerte erhöhen. Als Sicherung gegen ein ungewolltes Lösen der Schraubverbindung durch z. B. Vibration wird die Verwendung von Sicherungsmutter, Zahnscheibe oder Federring empfohlen.

  • Maschinenschraube
    Antrieb: Sechskant
    Kopfform: Sechskantkopf
    Material: Stahl glanzverzinkt
    Anwendung: Für schwere Metall- und Holzkonstruktionen, wie z.B. Baukonstruktionen, Rahmengestelle, Werkbänke o. ä.. Verwendung mit Mutter und U-Scheibe zum Schutz der Werkstoffoberfläche sowie zur Erhöhung des Auszugswertes. Als Sicherung gegen ungewolltes Lösen der Schraubverbindung durch z. B. Vibration wird die Verwendung von Sicherungsmutter, Zahnscheibe oder Federring empfohlen.

  • Schlossschraube
    Antrieb: -
    Kopfform: Flachrundkopf mit Vierkantansatz
    Material: Stahl glanzverzinkt
    Anwendung: Die Universalschraube für fast alle Verbindungen bei Holzkonstruktionen (siehe Kopfformen). Besonders geeignet zum Befestigen von Riegeln, Schlössern und Torbändern, da ein Lösen der Schraube von Außen nicht möglich ist. Verwendung mit Mutter und zur Erhöhung des Auszugswertes mit U-Scheibe.
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