Ruinen-Krippe

Das Wort Ruine weckt bei vielen unschöne Assoziationen von Verfall und Armut. Im Krippenbau jedoch ist es fest etabliert und Begriff für eine komplette Stilrichtung. Die orientalische Ruinen-Krippe stellt die Heilige Familie in den Mittelpunkt und verdeutlicht ihre überlieferte Armut und Not. Wie Sie eine Ruinen-Krippe bauen, zeigt diese Anleitung.

Jedes Jahr aufs Neue beschäftigen wir uns mit den Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest. Hierzu gehört auch der Bau der Krippe. Denn in vielen Haushalten gehört es zur Tradition, zum Geburtsfest Jesu Christi die überlieferte Szenerie der Heiligen Nacht in Form einer Krippe nachzubauen. Diese Tradition soll bis in das Jahr 1223 zurückreichen. Hierzulande werden Krippen häufig bereits in der Adventzeit aufgebaut. Die Heilige Familie zieht jedoch meist erst am 24. Dezember in ihre Herberge – in unserem Fall in eine orientalische Ruinen-Krippe.

 

Ruinen-Krippe selber bauen

 

 

Unsere Krippe – 48 cm breit, 28 cm tief, 42 cm hoch – wurde für bis zu 20 cm große Figuren konzipiert. Wenn Sie bereits größere oder kleinere Figuren besitzen und diese weiterverwenden möchten, können Sie bei gleicher Bauweise den Maßstab der Krippe verändern. Die Materialien für den Rohbau bekommen Sie preiswert in jedem Baumarkt. Etwas höheren Aufwand bedarf es, die Dekomaterialien sowie die Grundkreide oder 300 ml Schleifmehl für den Krippenmörtel zu besorgen. Styrodur, Moose und Juteschnur erhalten Sie am ehesten in einem Modellbau- oder Bastelgeschäft. Sie benötigen dann nur noch Holzleim und weiße Dispersionsfarbe für die Grundierung, um mit dem Bau der Ruinen-Krippe zu beginnen.

Nach dem Zuschnitt der Boden-, Wand- und Stufenplatten zeichnen Sie den Grundriss der Krippe auf die Tischlerplatte. Mit Holzleim fügen Sie nun die einzelnen Teile zum Rohbau zusammen. Dabei ist es hilfreich, die Wände bis zum Abbinden des Leims mit Klebeband oder mit kleinen Senkkopfnägeln zu fixieren. Anschließend stellen Sie aus Fichte/Tanne- Leimholz den Trägerbalken für das Dach und den Fenstersims her und verleimen diese Teile auf dem Rohbau. Traditionsbewusste Krippenbauer legen Wert darauf, dass die Balken antik wirken, also nicht rechtwinklig mit Elektrowerkzeugen zugeschnitten sind, sondern wie grob behauene Balken aussehen. Gleiches gilt für die Dachschindeln und die quer dazu verlaufenden Presslatten. Um die gewünschte Optik zu erzielen, werden diese Holzteile mit Messer und Hammer aus Massivholz gehackt – ähnlich der Fertigung von Anmachholz für Kaminfeuer. Diese gespaltenen Holzstücke werden anschließend mit einem Schnitzmesser in die gewünschte Form gebracht.

 

 

Markieren Sie nun auf den Wänden die Stellen, an denen Sie die Fensterumfassungen und die sichtbaren Wandziegel sehen möchten. Diese dekorativen Putzschäden fertigen Sie aus Styrodur, welches Sie aufkleben und mit Heißluft leicht anschmelzen. Jetzt wird der Rohbau komplett mit Krippenmörtel beschichtet und muss anschließend zwei Tage trocknen. Nach der Grundierung mit weißer Dispersionsfarbe werden die Holzelemente dunkel gebeizt und mit Heißkleber auf dem Trägerbalken befestigt. Jetzt erfolgt die farbige Gestaltung mit leimwassergebundenen Erdtonpigmenten. Die Palmen fertigen Sie aus Haselnussstöcken, die mit mit Jutegarn umwickelt, dann mit Leim und Schleifmehl eingerieben und gebeizt werden. Die Palmenkrone wird aus mehreren Blättern montiert, die aus zwei Lagen Tonpapier bestehen, zwischen die ein Bindedraht geklebt wurde. Schneiden Sie die Blätter zu und zeichnen die Blattadern auf. Nun werden sie gefasst und in einer Kopfbohrung im Palmenstiel befestigt. Die komplette Palme verankern Sie mit einem Holzdübel auf der Grundplatte.

 

Orientalische Ruinen-Krippe

Der Krippen-Rohbau wird mit sogenanntem Krippenmörtel verputzt. Dieser besteht aus etwa 50 ml Holzleim, 400 ml Wasser, 500 ml Grundkreide und je etwa 250 ml Schleif- und Sägemehl. Der Putz wird um so feiner, je mehr Schleifmehl statt Sägemehl Sie verwenden. Vermischen Sie zunächst Leim und Wasser und rühren anschließend die Grundkreide unter. Zum Schluss fügen Sie Schleif- und Sägemehl hinzu, bis eine teigartige Masse entsteht.

 

Schon seit fünf Jahren ist der 57-jährige Krippenbauer Herbert Kemper unser Experte für alles, was mit Weihnachtskrippen zu tun hat. Krippenbauer ist man das ganze Jahr über, weiß er aus Erfahrung. Im Frühjahr sucht er Naturholz im Wald und trocknet es. Im Sommer sammelt er Moose, Flechten und Wurzeln, im Urlaub Kalksteine und Hirschheiderich (Alpenazaleen) zum Dekorieren. Bei seinen Krippen legt er Wert auf traditionelle Bauweisen und Materialien. Die hier vorgestellte Krippe können Sie bei ihm als Komplett-Bausatz (außer Dispersionsfarbe zum Grundieren und Leim) für 45 Euro inklusive Versandkosten bestellen.

 

 

 

Quelle: selbst ist der Mann

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