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Wer bohrt am besten?

Auf den ersten Blick sehen alle Bohrer gleich aus – doch saubere Löcher erzielt man nur, wenn man das richtige Werkzeug in guter Qualität gekauft hat. Kein Durchkommen und anschließend ein stumpfer Bohrer? Vermutlich liegts am falschen Werkzeug – oder an dessen mangelnder Qualität. Bohrer für die unterschiedlichen Materialien sind schon durch ihre Form leicht unterscheidbar:
Holzbohrer sind an ihrer kleinen Zentrierspitze zu erkennen, die Wendel ist relativ tief genutet.
Metall- und Kunststoffbohrer (Spiralbohrer) sind mit einer vorn spitz zulaufenden Wendelung versehen. Steinbohrer tragen an ihrer Spitze ein seitlich überstehendes Metallplättchen, das aus besonders gehärtetem Stahl besteht.
Holz, Metall, Kunststoff und weiche Steinwerkstoffe werden allein mit einer Drehbewegung des Bohrers gebohrt. Das Loch entsteht durch eine Schneidbewegung der Bohrspitze, die deshalb scharf sein muss. Die Wendelung des Bohrers transportiert das abgelöste Material aus dem Bohrkanal heraus. Bei härteren Steinwerkstoffen reicht die Drehbewegung allein nicht aus. Eine überlagerte Schlagbewegung zertrümmert das Material zusätzlich. Bohrer für den Schlagbohrbetrieb haben deshalb keine scharfe Schneide, wohl aber eine schlagfeste, gehärtete Spitze.
Spezialisten: SDS-Bohrer
Das gilt besonders für Bohrer, die in Bohrhämmern eingesetzt werden sollen: Bei diesen speziellen Maschinen für die Betonbearbeitung sorgt eine besonders kräftige Schlagbewegung mit einer langsameren Drehbewegung für den zügigen Vortrieb (siehe Kasten rechts). Damit der Bohrer die Schlagbewegung ungehindert ausführen kann, wird er nicht fest eingespannt, sondern in einer Längsnut im Bohrfutter beweglich gelagert.
Nur spezielle, am Schaft genutete Bohrer passen in das Futter eines Bohrhammers. Je nach Maschinengröße unterscheidet man Hammerbohrer mit unterschiedlichen Schaftdicken, die mit Systemnamen versehen wurden: SDS-plus bezeichnet Werkzeuge mit einer Schaftdicke von 10 Millimetern, das System SDS-top weist 14 Millimeter, SDS-max 18 Millimeter Schaftdurchmesser auf.
Bohrer für die schlagende Steinbearbeitung eignen sich nicht für andere Werkstoffe: Im allein drehenden Betrieb können sie mit der stumpfen Spitze kaum Material abnehmen. Wird eine Bohrung mit großer Vorschubkraft trotzdem erzwungen, fasert das Material aus, der Bohrer kann überhitzen. Andererseits dürfen Bohrer mit scharfer Spitze nicht mit Schlag eingesetzt werden – dadurch würde die Schneide sofort stumpf.
Vielseitig: Spiralbohrer
Spiralbohrer sind unter den schneidenden Bohrern am universellsten verwendbar. Je härter der zu bearbeitende Werkstoff ist, desto härter muss allerdings auch die Bohrerspitze sein. Metall sollten Sie deshalb nur mit Bohrern aus HSS (Hochleistungs-Schnell-Schnitt-Stahl) und am besten mit einem Kühlmittel bohren. Bohrer, mit denen Sie schon Metall gebohrt haben, sollten Sie nicht für die Bearbeitung von Holz oder Kunststoffen verwenden: Die nicht mehr optimale Schärfe der Schneide würde hier ein ausgefranstes Loch erzeugen.
Spezielle Bohrer für Holz
Ab einem Durchmesser von etwa sechs Millimetern sollten Sie für Holz spezielle Holzbohrer mit Zentrierspitze benutzen: Einfache Spiralbohrer finden in diesem inhomogenen Werkstoff zu wenig Halt. Die außen vorgezogene Schneide eines Holzbohrers sorgt darüber hinaus für eine exakte Begrenzung des Bohrlochs.
Noch größere Durchmesser können in Holz mit dem Forstnerbohrer eingebracht werden: Hier sorgen kreisförmige Schneiden an der Außenkante für ein sauberes Durchtrennen der Holzfasern.

EXPERTEN-TIPP: Anhaltspunkte für gute Qualität
Ob Bohrer präzise gefertigt und richtig gehärtet sind, lässt sich mit bloßem Auge nicht beurteilen. Immerhin gibt es aber Anhaltspunkte, um offensichtlich minderwertige Ware zu erkennen. So sollten Sie Werkzeuge meiden, die nicht mit dem Namen oder zumindest einem Kürzel des Herstellers markiert sind – und zwar auf jedem einzelnen Bohrerschaft.

Bei beschichteten Bohrern sollten Sie die Oberfläche kontrollieren: Zeigen sich hier Unregelmäßigkeiten oder gar Bläschen, ist die Beschichtung wertlos – sie wird sich bei der ersten Bohrung ablösen. Misstrauisch sollten Sie auch bei Steinbohrern sein, deren Spitze farblich markiert wurde. Denn hier kommt es auf das an der Spitze eingelötete Hartmetall- Plättchen an. Die Farbe verdeckt diese kritische Stelle, könnte also dazu dienen, schlechte Verarbeitung zu kaschieren.
BOHRER FÜR STEIN: Schlagen oder hämmern?

Harte Steinwerkstoffe können mit der reinen Drehbewegung des Bohrers nicht gebohrt werden – hier muss eine Schlagbewegung hinzukommen, die das Materialgefüge aufbricht. Schlagbohrmaschinen erzeugen diese Schläge mit einem einfachen Zahnkranz, der die Stoßbewegung allein durch den Anpressdruck des Bedieners hervorruft. Die Schlagenergie ist relativ klein, das Verfahren eignet sich allenfalls als Notlösung. Viel effektiver arbeiten Hammerbohrer, bei denen ein Schlaggewicht vom Motor hin und her bewegt wird. Zwar werden so weniger Schläge erzeugt, diese sind aber viel stärker und erfordern deshalb auch besonders stabile Bohrwerkzeuge.
















