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Holzschutz-Lasuren verarbeiten

Rohes Holz im Außenbereich muss geschützt werden. Hier erhalten Sie einen Überblick zum Thema Lasuren.
So fleißig viele Heimwerker auch sind, wenn es ums Thema Konstruieren und Bauen geht, so gerne drücken sie sich davor, Ihre Bauten aus Holz im Außenbereich zu pflegen und zu schützen. Dabei liegt gerade in diesem Schutz der Schlüssel, um die Haltbarkeit der Konstruktionen zu verlängern.
Denn Holz ist vergänglich und hat im Freien gleich mehrere Feinde: Wasser, UV-Strahlung, Insekten, Pilze und Bakterien. Die zerstörerische Kraft dieser Umwelteinflüsse ist allerdings stark davon abhängig, welches Holz verbaut wurde und wie es verbaut wurde. So sind Hölzer in verschiedene Dauerhaftigkeitsklassen (DK 1 bis 5, wobei die Klasse 1 „sehr dauerhaft“ und die Klasse 5 „nicht dauerhaft“ bedeuten) unterteilt.
Eine weitere erhebliche Bedeutung spielt der sogenannte konstruktive Holzschutz, bei dem bereits durch eine möglichst optimale Konstruktion versucht wird, die Witterungseinflüsse auf das Holz zu minimieren (z. B. Schutz des Kopfholzes vor eindringendem Wasser, Dachüberstände bei Fassadenbekleidungen usw.).
In vielen Fällen ist jedoch der physikalische bzw. chemische Holzschutz mit geeigneten Anstrichmitteln unumgänglich. Damit die natürliche Maserung des Holzes sichtbar bleibt, werden hierfür gerne Lasuren verwendet.
Lasuren für besseren Holzschutz
Lasuren wiederum kann man unterscheiden in dünnschichtige (etwa 0-20 μm Schichtdicke/Trockenfilm), mittelschichtige (etwa 20-60 μm) und dickschichtige Produkte (über 60 μm). Die oben genannten Trockenfilmstärken sind jedoch keine Normangaben, und die faktisch erreichte Schichtdicke ist stark abhängig vom individuellen Farbauftrag.

Ein wichtiges Kriterium, auf das Sie beim Kauf achten sollten, betrifft die Eignung für maßhaltige Bauteile – gemeint sind Holzkonstruktionen wie Fenster und Türen. In der Regel sind nur schichtbildende Produkte für maßhaltige Bauteile geeignet. Die Schicht verhindert durch den Abperleffekt Eindringen von Feuchtigkeit und daraus resultierendes Quellen des Holzes. Achten Sie beim Streichen von Fenstern und Außentüren stets darauf, eine hierfür geeignete Lasur zu verwenden. In der Regel sind schichtbildende Lasuren jedoch aufwendiger zu renovieren, da die vorhandenen Schichten vor dem erneuten Anstrich gründlich geschliffen oder ganz entfernt werden müssen. Dafür müssen Hölzer mit dickschichtigem Anstrich grundsätzlich nicht so häufig überarbeitet werden.
Unbedingt beachten sollten Sie, ob es sich bei dem Produkt um eine Holzlasur oder eine Holzschutzlasur handelt. Holzschutzlasuren enthalten nämlich Biozide, die Hölzer z. B. vor Pilzbefall schützen. Nadelhölzer wie Fichte und Tanne besitzen beispielsweise keinen natürlichen Schutz vor Bläue und sollten außen entsprechend geschützt werden. Denken Sie jedoch daran, dass solche Holzschutzmittel möglichst nicht mit der Haut in Kontakt kommen sollten – auch nicht nach dem Trocknen! Eine Gartenbank oder ein Kinderspielhaus sollten daher nicht mit einer Holzschutzlasur gestrichen werden. Hier ist im Zweifelsfall ein mehrschichtiger Aufbau empfehlenswert: Rohes Holz mit Holzschutz-Grundierung einlassen und diese mit einer Lasur ohne Holzschutzmittel überstreichen. Das reduziert das Austreten und Ausschwemmen der chemischen Wirkstoffe.
Holzlasuren schützen natürlich auch ohne chemische Holzschutzmittel (Biozide) das Holz: zum einen vor eindringender Nässe, zum anderen vor schädlicher Sonneneinstrahlung (UV-Licht). Vor UV-Strahlung schützen die in der Lasur enthaltenen Pigmente. Farblose Lasuren bieten daher in der Regel keinen UV-Schutz. Eine Ausnahme bilden neuartige, farblose UV-Blocker. Achten Sie bei der Verarbeitung der Lasuren darauf, dass die Holzfeuchte nicht zu hoch ist (Hinweise dem Produktdatenblatt entnehmen). Wasserlösliche Lasuren erleichtern die Reinigung der Werkzeuge.
PRAXISTIPP: Chemischer Holzschutz

Umgangssprachlich wird der Begriff Holzschutz gerne für jede Maßnahme gewählt, die Holz schützt. Der alleinige Begriff Holzschutz meint jedoch immer den chemischen Holzschutz, also den Schutz des Holzes vor Fäulnis, Pilz- oder Insektenbefall mit Hilfe von chemischen Holzschutzmitteln (Bioziden). Solche Wirkstoffe dürfen von Heimwerkern niemals im Innenbereich angewandt werden und sollten auch außen nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Man verwendet ein Komplett- Holzschutzmittel wie z. B. eine Lasur, die entsprechende Wirkstoffe enthält, oder man wählt eine Holzschutzgrundierung (biozidhaltig), die mit einer Lasur ohne Biozide abgedeckt wird. Die zuletzt genannte Methode ist sinnvoller, weil die chemischen Zusätze nicht an die Oberfl äche gelangen.















