history back
ANZEIGE
Das Neueste auf SELBST.de
Bauen & Renovieren
Garten & Balkon
Wohnen & Deko
Hobby & Freizeit
Möbel & Holz
Test & Technik
ANZEIGE
ANZEIGE
Lexikon

Vielseitiges Scharnier zum Anschlagen von vorliegenden und ein... mehr »


Formaldehyd ist ein farbloses Gas mit säuerlich-stechendem Ger... mehr »


Bewegungsfuge, die mit einer plastischen Kunststoffmasse ausge... mehr »


Zum Lexikon »
Zu den Kommentaren (0)

Drechseln: Drechseleisen richtig schärfen

redakteur
Drechseln: Drechseleisen richtig schärfen

Nach unserem kleinen Überblick über Drechselbank, Drechseleisen und wichtiges Zubehör in der ersten Folge gehts hier nun in der zweiten Folge weiter mit geeigneten Rohlingen und der wichtigsten Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten am rotierenden Rohling: dem fachgerechten Schärfen der DrechseleisenDie wichtigsten Drechseleisen sehen Sie links: Mit dem Abstechstahl in verschiedenen Breiten stechen Sie Nuten oder glatte Flächen in den Rohling. Röhren, auch Hohlmeißel genannt und mit runder Schneide versehen, sind die am häufigsten benötigten Eisen. Die (breitere) Schruppröhre nutzen Sie zum Runddrehen des in der Grundfläche eckigen Rohlings und zu ähnlich grobem Abtragen; die Formröhre dient auch zu feinerem Kehlen und Wölben.


Schnitt- oder Leimholzrohling?


Der Drehmeißel schneidet Kerben, Rund- und Kegelformen. Und er ist nötig zum Schlichten; so nennt man das Glätten der nach dem Runden des Rohlings noch unebenen Drechselfläche.


Ein Rohling kann aus Schnittholz bestehen (= aus einem Stamm geschnitten sein) oder aus Leimholz (= aus mehreren Stücken verleimt sein). Die linke Schnittholzseite ist die dem Kern des Stamms abgewandte. Zur linken Seite zieht sich Holz beim Trocknen zusammen – je flacher die Jahresringe, desto stärker. Bei verleimten Rohlingen sollten diese Kräfte gegeneinander arbeiten – siehe unseren Expertentipp rechts.


Das Schleifen der Eisen ist eine für fachgerechtes Drechseln entscheidende Fertigkeit. Und es ist nicht einfacher als das Drechseln selbst. Da hilft nur eins: üben. Das Holz leistet dem Schnitt bei stumpfer werdendem Eisen zunehmend Widerstand. Geschabtes Mehl statt feiner Späne sind das Ergebnis. Und eine grobe, raue Oberfläche, die Sie später aufwendig glätten müssen, verstößt gegen jede Drechslerehre!


Zwei Arbeitsgänge umfasst das Schärfen: Zuerst wird das Eisen geschliffen, dann abgezogen, das heißt, entgratet. Schleifen können Sie mit einer elektrischen Schleifmaschine wiederum auf zwei Arten: trocken und mit hochtourig laufender Scheibe oder nass mit niedertourig in einem Wasserbad laufender Scheibe.


Letzteres ist besonders für Anfänger einfacher, da bei schnelllaufenden Scheiben zum Beispiel die Gefahr des Verbrennens besteht: Der Stahl wird zu heiß und läuft blau an. Seine Molekularstruktur hat sich geändert; der Stahl verliert die Möglichkeit, wirklich scharfe Schneiden zu bilden. Langsam laufende Scheifmaschinen sind allerdings dank aufwendiger Übersetzungsmechanik teurer. Wir haben unsere Eisen auf den Fotos übrigens auf mittelhartem Kunststein nass geschliffen.


Weiße Korundscheiben


Bei schnell laufenden Schleifmaschinen empfehlen sich für Drechseleisen weiße Korundscheiben. Das ist ein Kunststein, der für den üblichen Werkzeugstahl (WS; das sollte auch Ihre Mindestanforderung bei Drechseleisen sein!) oder Hochleistungsschnellschnittstahl (HSS) gut geeignet ist. Wie schon am Beginn unserer kleinen Drechselserie erwähnt, können wir auch hier das Thema nur anreißen – die Meinungen sind ebenso vielfältig wie die Bezeichnungen für das Werkzeug.


Auch den Schleifstein müssen Sie übrigens hin und wieder abrichten (siehe Praxistipp). Je nach Geschick bei der Nutzung wird er nämlich rasch uneben.

Drechseln: Scharfe Eisen

Werkzeug mit Industrieschliff


Drechseleisen sind häufig beim Kauf lediglich mit einem Industrieschliff versehen. Dieser eignet sich nicht zum Arbeiten. Und auch bei als einsatzbereit verkauften Eisen raten wir zur Vorsicht: Häufig ist auch dieser Schliff zum Losarbeiten ungeeignet.


Als Faustregel beim Schleifen gilt: Die Breite der Fase sollte der 1,5- fachen Werkzeugstärke zuzüglich etwa zehn Prozent entsprechen. Aber nichts lässt sich verallgemeinern, denn es kommt zum Beispiel darauf an, ob Sie Weich- oder Hartholz drechseln möchten: je weicher das Holz, desto spitzer soll der Schneidewinkel und damit desto länger die Fase sein.


Nach dem Schleifen ziehen Sie das Eisen ab, das heißt, Sie entfernen den beim Schleifen entstandenen Grat. Dazu dient ein Abziehstein, dessen eine Kante für die Innenseite der Röhrenschneiden gerundet sein sollte. Legen Sie ihn vor Gebrauch in einem flachen Behälter, zum Beispiel einem Schraubverschlussdeckel, in Petroleum oder Nähmaschinenöl ein. Danach reinigen Sie das Eisen mit einer Handvoll Drechselspänen (diese nehmen Öl und Schleifstaub gut auf) oder einem Lappen.


Eisen schärfen - Schritt für Schritt

Eisen abziehen - Schritt für Schritt

Drechseln: Scharfe Eisen

PRAXIS-TIPP: Schleifstein abrichten


Abrichten bedeutet, dass die Schleiffläche wieder geglättet und gerundet wird. Dazu gibt es als Zubehör die Abdrehvorrichtung. Bevor Sie loslegen: der Stein muss mit Wasser gesättigt sein. Müssen Sie mehr als 0,6 mm abdrehen, empfehlen sich zwei Arbeitsgänge.

Drechseln: Scharfe Eisen

Mit leichtem Druck und seitlichem Vorschub abdrehen; am besten von den Seiten aus zur Mitte, damit die Kanten keine Risse bekommen. Danach zurückbleibende Rillen mit der groben Seite eines Steinpräparierers entfernen, den Sie langsam parallel zur Stütze auf dem rotierenden Stein hin und her führen.





KONTAKTADRESSEN


Schleifmaschine, Zubehör:

Scheppach,

Günzburger Straße 69,

89335 Ichenhausen,

Telefon: 08223/4002-0


Drechseleisen:

Kirschen,

Königstraße 59,

42859 Remscheid,

Telefon: 02191/78204-0

 


 
×
Warum möchten Sie diesen Beitrag melden?
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden den Beitrag prüfen und ggf. löschen.
Schließen
Kommentare
Kommentar hinzufügen
Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.