Miss DIY: Interview mit Maribel Goncalves

Selbst ist die Frau: Haben Sie Lieblings-Arbeiten? Maribel: Streichen! Ganz klar. Ich mag den Umgang mit den Farben, das habe ich schon früh gemacht. Mit farblichen Rahmen kann man Akzente setzen, dem Zimmer ein bisschen mehr Raum und Tiefe geben. Ansonsten – Möbel zusammenbauen mache ich auch gerne.

Selbst: Was machen Sie nicht gern?
Maribel:
Bohren. Da bin ich wohl zu ungeduldig. Oft geht es nur darum, ein Bild aufzuhängen, aber dafür muss man bohren und sehen, dass man den richtigen Dübel verwendet und so weiter. Und tapezieren! Man tapeziert halt selten nur eine Wand, es müssen meistens größere Flächen bearbeitet werden. Wenn ich 80 qm tapezieren muss, macht mir das keinen Spaß mehr.

Selbst: Gab es auch ein Projekt, das mal so richtig daneben gegangen ist?
Maribel (lacht):
Natürlich. Zum Beispiel mein Schreibtisch, den ich preiswert gekauft habe und die dunkle Farbe überstreichen wollte. Das einzige, was ich zuhause hatte, war weiße Wandfarbe – jetzt weiß ich, dass ich nie wieder mit Wandfarbe auf Holz streichen sollte! Die Oberfläche sieht wirklich nicht mehr gut aus.

Selbst: Haben Sie sich mal richtig überschätzt?
Maribel:
Ja klar, so etwas passiert immer noch. Ich habe letztens bei meiner Mutter ein Regal angebracht, also etwas ganz Einfaches. Nur konnte ich nicht erkennen, dass die Wand dahinter in Schichten tapeziert und gestrichen worden war. Mir ist der Bohrer weggerutscht, obwohl es eine Betonwand war.

Selbst: Gibt es für Sie ein Heimwerker-Vorbild?
Maribel:
Früher habe ich immer gern diese Heimwerkersendungen gesehen, zum Beispiel mit Sonja Kraus. Ich habe sie inzwischen kennengelernt und fand sie super! Ein Vorbild – ich weiß nicht, aber ich ziehe den Hut vor ihren Fähigkeiten.

Selbst: Was können Frauen besser als Männer?
Maribel:
Das Gestalterische. Das sieht man besonders in Männerwohnungen. Da gibt es natürlich auch schöne Ecken, aber es ist einfach spartanisch. Frauen haben für Einrichtungen ein besseres Händchen.

Selbst: Gibt es gutes Werkzeug speziell für Frauen?
Maribel:
Ich habe kein Extra-Werkzeug für Frauen. Aber dass selbst Schlagbohrer inzwischen leichter geworden sind, macht die Arbeit einfacher. Es gibt Werkzeug mit Blümchendeko – ich weiß nicht, ob eine Frau das eher kauft, mir ist das relativ egal. Letztlich geht es um die Funktionalität.

Selbst: Wo liegen für Frauen die größten Hemmschwellen beim Heimwerken?
Maribel:
Woran das wirklich liegt … vielleicht ist es Angst, dass etwas kaputtgehen kann. Aber was kann denn so sehr kaputtgehen, wenn man ein Loch in die Wand bohrt?! Man steht doch nicht plötzlich beim Nachbarn im Wohnzimmer! Vielleicht haben die Frauen das Vorurteil selbst im Kopf. Ich weiß nicht, ob so viele Männer ein Problem damit haben, dass Frauen heimwerken können. Vielleicht denken sie selbst, sie könnten es nicht so gut. Dabei ist alles halb so wild, man kann alles wieder hinbiegen. Man muss halt Geduld haben und es überhaupt erst mal selbst versuchen.

Selbst: Haben Sie ein großes Wunsch-Projekt für die Zukunft?
Maribel:
Es wäre wirklich toll, wenn man sein eigenes Häuschen, seine eigene Wohnung hätte und da dann von Grund auf alles machen kann, was man will. Ja, ein Häuschen mit einer Werkstatt und einer großen, schweren, massiven Werkbank wäre das Ziel.

Selbst: Zum Schluss die Frauenfrage: Wie erhält man sich beim Heimwerken so wunderbar manikürte Hände?
Maribel:
Tut man gar nicht, die habe ich mir gerade einfach frisch lackiert. Das Arbeiten ist natürlich keine Kur für die Nägel. Aber heller Nagellack macht unheimlich viel her!

Mehr Einrichtungsideen der Miss DIY und viele weitere Tipps, wie Sie zur Heimwerker-Königin werden, finden Sie im gleichnamigen Buch.

Quelle: Sonderheft 11 / 2011

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