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Zementputz

Zementputz

Zementputz ist ein Gemisch aus dem Bindemittel Zement, Zuschlagstoffen (meist Sand) und Wasser, mit dessen Hilfe Wände und Decken verputzt werden, um ebene Untergründe zuschaffen oder Außenmauerwerk vor (Schlag-)Regen zu schützen.

Zu den wesentlichen Eigenschaften von Zementputzen gehören:

  • Zementputz ist relativ günstig
  • und auch maschinell sehr gut verarbeitbar (geringe Lohnkosten)
  • Zementputze ergeben eine sehr harte, belastbare Oberfläche
  • Allerdings können Zementputze Mauerwerksspannungen daher nicht gut abfedern, es kommt daher leicht zu Risssbildung und Abplatzungen
  • Zementbasierte Putze schützen das Mauerwerk zuverlässig vor Niederschlag

Den Namen erhält der Putz durch das hydraulische Bindemittel Zement. Hydraulische Bindemittel sind anorganische Stoffe, die sowohl an der Luft als auch unter Wasser erhärten, formstabil und auch beständig sind (wasserfest).

Wichtig bei der Verarbeitung: Zementbasierte Putze dürfen nicht zu schnell abtrocknen (z. B. duch zu hohe Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung oder viel Wind)! Verdunstet das Anmachwasser zu schnell, steht dem bindemittel zu wenig Wasser zum Ausbilden stabiler Verbindungen mit den Zuschlafstoffen zur Verfügung. Der Mörtel wird porös und staubig, er "brennt auf". Das Aufbrennen von Mörtel senkt die Bindekraft des Zements enorm, haltbare Verbindungen sind dann nicht gewährleistet.

Zementputz erhärtet – anders als z. B. Luftkalk – nicht unter Aufnahme von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Luft, sondern reagiert mit dem Anmachwasser und bildet dabei feste unlösbare Verbindungen. Wichtig dabei sind die Zuschlagstoffe (im Mörtel Sand, im Beton Kies), sie tragen die eigentliche Last (Druckkräfte z. B. in Lagerfugen oder in Betonwänden), der Zement als Bindemittel hält die Zuschläge indes "nur" fest an ihrem Ort.

Das am weitesten verbreitete Bindemittel ist wohl der Portlandzement. Er ist ein meist graues Pulver, welches aus anorganischen Rohstoffen (Kalkstein, Ton, Sand und Eisenerz) im Trockenverfahren (ohne Wasserzugabe; energieschonend, da die spätere Trocknung entfällt) gemahlen und bei Temperaturen um die 1450 °C gebrannt wird. Das abgekühlte Granulat wird anschließend in einer Kugelmühle zusammen mit Gips zum anwendungsfähigen Produkt, dem Zement, vermahlen.

Exkurs Geschichte: Schon im 2. Jahrhundert n. Chr. bauten die Römer mit einem vorläufer dessen, was wir heute Zement/Beton nennen: Opus Caementitium war eine Art unregelmäßiges Bruchsteinmauerwerk, das vor allem durch ein Gemisch aus gebranntem Kalk und Bauabfällen (Bruchstein, gesintertes Ziegelmehl, Ton, natürliche Puzzolane, Vulkanasche, Trass) zusammengehalten wurde. Erst diese Zuschlagstoffe verliehen dem kalkmörtel hydraulische Eigenschaften.

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