Leichtbauwände: Trocken und Leicht

Leichtbauwände: Trocken und Leicht

Leichtbauwände eröffnen vielfältige Möglichkeiten der Raumgestaltung. Bevors richtig losgeht, müssen Sie sich erst einmal für das geeignete Material entscheiden. Gleich welche Bauplatten Sie verwenden – der Aufbau erfolgt fast immer nach demselben Muster und ist leicht zu bewerkstelligen.

Heutzutage sind flexible Bausysteme gefragt, mit denen schnell auf wechselnde Lebensumstände reagiert werden kann. So bezieht jeder Deutsche statistisch gesehen sechsmal in seinem Leben eine neue Wohnung. Aber auch bei jenen, die an ihrem Standort bleiben, vergrößert oder verkleinert sich die Familie, und damit ändern sich die Wohnbedürfnisse. Mit Trennwänden aus Leichtbauplatten lassen sich bestehende Raumsituationen sehr einfach neuen Bedürfnissen anpassen.

Will man eine Leichtbauwand erstellen, muss man als erstes das Material auswählen. Später finden Sie eine Übersicht der im Handel erhältlichen Leichtbauplatten. Zu den am häufigsten verwendeten Produkten zählen die traditionelle Gipskartonplatte sowie die Gipsfaserplatte. Beide Arten von Gipsplatten lassen sich sowohl auf einer Holz- wie auch auf einer Metallunterkonstruktion schnell und einfach befestigen. Die konstruktiven Aufgaben übernehmen die Holz- wie die Metallständer gleichermaßen sicher.

Hölzer haben aber den Nachteil, dass sie nur selten schnurgerade und absolut maßgenau sind. Obendrein können sie sich durch Nachtrocknen verziehen. Daher bietet sich vor allem der Einsatz von Metallprofilen an. Eine Metall-Unterkonstruktion besteht aus U-förmigen Randprofilen als Boden- oder Deckenabschluss, in die man C-förmige Ständerprofile einsetzt. Der Ständerabstand wird den jeweiligen Plattenmaßen angepasst, sollte jedoch ein vom Hersteller vorgeschriebenes Maß nicht überschreiten.

Das Ständerwerk kann einfach (1-reihig) oder, wie beispielsweise bei Installationswänden oder Raumteilern, doppelt (2-reihig) ausgeführt werden. Und auch die Beplankung kann ein- oder mehrlagig sein. Durch mehrlagige Beplankung lassen sich höhere Anforderungen an Stabilität, Schalldämmung und Brandschutz erfüllen. Auch Wände, die später verfliest werden sollen, müssen doppelt beplankt werden.

Wichtig: In Feuchträumen imprägnierte Gipskartonplatten verwenden, und stets den Spritzwasserbereich vorm Verfliesen mit speziellen Abdichtanstrichen versehen. Je nachdem, ob man einen Putz, Tapeten oder Fliesen aufbringen oder die Platten nur noch mit einem Anstrich versehen will, werden unterschiedliche Ansprüche an die Wandoberfläche gestellt. Um zum Beispiel Fliesen oder Dekorputze aufzutragen, reicht es vollkommen aus, die Stöße der Platten in einem Arbeitsgang glatt zu verschließen. Danach folgt eine vollflächige Grundierung mit Fliesen- oder Tiefengrund.

Die nächste Qualitätsstufe ist die sogenannte DIN-gerechte Standardverspachtelung. Man erzielt sie durch zwei Arbeitsgänge (Vor und Nachspachteln), bis ein stufenloser Fugenübergang zur Plattenoberfläche vorhanden ist. Diese Qualitätsstufe reicht aus, um darauf zu tapezieren (vorher Tapeziergrund auftragen). Will man die Trennwand oder den Raumteiler jedoch direkt mit einem dekorativen Anstrich versehen, muss eine absolut perfekte Oberfläche erzeugt werden. Hierzu wird die gesamte Fläche mit einem mineralischen Spezialgrund gestrichen und dann durch mehrmaliges Auftragen und Verspachteln eines Finishmörtels bearbeitet, bis auch nicht mehr der Hauch einer Fuge oder eines Übergangs erkennbar ist.

 

Lehmbauplatten

Etwas rustikaler stellt sich die Be- und Verarbeitung von Lehmbauplatten dar. Sie können für Innenwände, für Vorsatzschalen im Holzbau, für abgehängte Decken und für den Dachgeschossausbau verwendet werden. Nach Angaben der Hersteller weisen sie hervorragende, sogenannte Sorptionswerte auf. Das heißt, sie besitzen die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und wieder abzugeben. Das wirkt sich positiv auf das Raumklima aus.

Lehmbauplatten sind ein ganz und gar natürliches Produkt, denn sie bestehen aus Baulehm, Schilfrohr, Jute sowie aus pflanzlichen und mineralischen Zuschlägen. Der Einbau der Platten erfolgt wie bei der herkömmlichen Leichtbauweise: Als Unterkonstruktion kommen Holzlatten und Kanthölzer zum Einsatz. Es können auch Metallprofile verwendet werden; in diesem Fall ist es allerdings ratsam, die Profile zusätzlich quer zu versteifen.Die Lehmbauplatte kann mit der Stich- oder Handkreissäge zugeschnitten werden, für die Handkreissäge empfiehlt sich die Verwendung eines langlebigen, gehärteten Sägeblattes.

Sehr saubere und genaue Schnitte können mit der Trennscheibe ausgeführt werden, allerdings ist die Staubentwicklung oft vergleichsweise hoch. Überhaupt entsteht bei der Verarbeitung der Lehmplatten mehr Schmutz als bei Holzfaseroder Gipsplatten. Ein weiterer Nachteil von Lehmplatten ist die geringere Stabilität. Außerdem sind sie nach Auffassung von Experten nicht für den Einbau in Feuchträumen geeignet, auch wenn von vielen Herstellern teilweise gegenteilige Angaben gemacht werden: Voraussetzung einer solchen Maßnahme sei die Verwendung von korrosionsfreien Befestigungsmitteln.

Holzfaserplatten

Leimgebundene Holzfaserplatten sind zum Bau einer Innenwand weniger gut geeignet. Sie sind zwar sehr stabil, aber erstens sind sie teurer als beispielsweise Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, und zweitens sind sie nicht gänzlich frei vom Verdacht, gesundheitsschädliche Stoffe zu enthalten. Immerhin wird heutzutage zum Verleimen der Platten kein formaldehydhaltiger Harnstoffleim mehr verwendet, jedoch werden sogenannte Isocyanate eingesetzt, um die Holzspäne zu verkleben.

Im Herstellungsprozess werden die Isocyanate in Polyurethan verwandelt, das aushärtet und nicht ausgasen kann. Soweit bekannt ist, schädigen isocyanatgebundene Platten die Gesundheit des Verbrauchers nicht. Das heißt, die Produkte werden unter der Bezeichnung formaldehydfrei oder als F0-Platten angeboten, sind aber nach Ansicht vieler Experten dennoch keine ökologische Alternative.

Isocyanat ist ein starkes Gift, das schon in geringer Konzentration die Atemwege, die Augen und die Haut schädigt und schwere Allergien verursachen kann. Das bedeutet, bei der Verarbeitung dieser Produkte müssen Sie von einer Gefährdung ausgehen. Es gibt jedoch auch Holzfaserplatten, die mit unproblematischen Bindemitteln verleimt sind, beispielsweise mittels Zement oder Magnesit. Zementgebundene Platten sind feuerfest, wärmebeständig, besser schalldämmend und witterungsfest. Allerdings sind sie schwerer als normale Spanplatten und lassen sich nicht so leicht verarbeiten.

Leichtbauplatten im Überblick

Leichtbauwand - Schritt für Schritt

Leichtbauwand mit Ständerwerk - Schritt für Schritt

 

PRAXIS-TIPP: Das richtige Plattenformat

Welches Plattenformat ist für das Erstellen meiner Leichtbauwand das richtige? Die Frage wird oft gestellt und kann nie allgemein beantwortet werden. Natürlich ist es am besten, möglichst große Platten zu verwenden. Erstens erzielt man dadurch einen schnelleren Arbeitsfortschritt, insbesondere dann, wenn ein Helfer zur Seite steht. Zweitens entstehen auf diese Art weniger Stoßfugen, die dann verspachtelt werden müssen. Dies sind jedoch nicht allein die Entscheidungskriterien und meistens sogar nicht einmal die wichtigsten.

Maßgeblich sind in der Regel die logistischen Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Transportieren Sie die Platten in Ihrem Pkw oder erhalten Sie eine Lieferung vom Baustoffhändler? Lassen sich die Platten leicht in eine Parterrewohnung tragen oder müssen sie über eine Wendeltreppe ins Dachgeschoss gezirkelt werden? Das sind die Fragen, die bei der Wahl der Plattengröße die entscheidende Rolle spielen. Gemessen daran können Sie sich für die größtmögliche Platte entscheiden.

 

 

Quelle: selbst ist der Mann

Beliebte Inhalte & Beiträge
Heimwerkers Bierkiste
 
Preis: EUR 17,99
Das Hornbach Projekt-Buch
 
Preis: EUR 24,99 Prime-Versand
Heimwerker Pantoffeln
 
Preis: EUR 29,90 Prime-Versand
Copyright 2017 selbst.de. All rights reserved.