Lehmfarben Natürliche Farbgestaltung mit Lehm

Lehmfarben

Lehmfarben sollen vor allem natürlich sein, ökologisch wertvoll und mit allen positiven Eigenschaften des Lehms ausgestattet: Der Neutralisation schlechter Gerüche und Schadstoffe, der Bindung von Wärme und Feuchtigkeit und der schönen Sauberkeit – denn Lehm lädt sich nicht auf und zieht deshalb keinen Staub und Schmutz an.

Ebenso wie bei vielen Natur- und Mineralfarben sind diese positiven Eigenschaften geringfügig verwässert worden, um die Anwenderfreundlichkeit und das Angebot zu erhöhen. Das soll keinesfalls heißen, dass fertig angemischte Lehmfarbe keine dieser positiven Eigenschaften hätte, nein, nur zwangsläufig in geringerem Maße wie klassisches Trockenpulver. Hiermit ist man aus ökologischen Gründen jedoch auf Erdfarbtöne angewiesen.

Lehmfarben

Sie sollten außerdem auf den gesamten Wandaufbau achten. Absperrender Zementputz hat unter Lehmfarbe genauso wenig zu suchen wie schichtenweise Kleister und Vinyltapeten – der Wandaufbau sollte diffusionsoffen sein, sonst braucht man obendrauf keine teure Lehmfarbe. Denn letztlich ist es beim Anstrich wie bei der Dämmung des Hauses: Man muss die Wand als Ganzes betrachten.

 

Lehmfarben im Überblick

Trockenpulver

Klassische Lehmfarbe besteht aus Pulver, hauptsächlich Tonmehl. Als weitere Bindemittel sind Pflanzenstärke bzw. Zellulose enthalten, als Füllstoffe für gute Deckung Marmormehl und Kreide. Sind kräftigere Farbtöne als die der Erden gefragt, kann man mineralische Farbpigmente zusetzen. Alles rein natürlich. Pigmente stets ins Trockenpulver einrühren und nicht zu viel zugeben, sonst kreidet der Anstrich! 10 kg Pulver mit 7 bis 8 l Wasser anrühren.

Fertiggemisch

Relativ neu sind Lehmfarben, die fix und fertig angemischt und in allen erdenklichen Farbtönen lieferbar sind. Mittlerweile bieten sogar Baumärkte unter ihren Handelsmarken derartige Farben an. Vorteil: Man kann direkt losstreichen und das in gewohnt problemloser Manier. Nachteil: So wie es auch den technischen Merkblättern zu entnehmen ist, enthalten solche Lehmfarben Konservierungsmittel. Ganz natürlich sind sie also nicht.

Malerarbeiten
 

Lehmfarben in großer Farbvielfalt

Lehmfarben sind mittlerweile in diversen Farben erhältlich und sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima

Selbst gemischt

Wer sich die Rohstoffe besorgt, kann Lehmfarbe selbst anrühren. Hierzu benötigen Sie einen Teil Tonmehl, zwei Teile Sand – das sind in etwa die Hauptbestandteile einer Lehmfarbe. Entscheidend für die Streichfähigkeit ist die Feinheit des Sandes. Mit feinem Marmormehl oder Quarzsand liegen Sie auf der sicheren Seite. Wird ein bestimmter Farbton verlangt, kommt noch ein Pigment hinzu. Wer die Möglichkeit hat, Lehm aus einer Grube zu beziehen, kann damit unter Zugabe von Wasser, ggf. Pigment und etwas Quark als weiteres Bindemittel ebenfalls Lehmfarbe herstellen.

Lehmfarben

In jedem Fall rühren Sie besser zu viel als zu wenig an, damit eine Mischung mindestens für einen Raum reicht. Denn exakt dieselbe Mischung nochmals anzurühren, um die Wände im gleichen Farbton weiterzustreichen, ist nahezu unmöglich. Wichtig: Rühren Sie die Mischung stetig wieder auf, da sich die Bestandteile absetzen.

 

Inhaltsstoffe von Lehmfarben

Lehm ist ein Gemisch aus verschiedenen Sanden und Tonmehl. Natürlich ist dies der Hauptbestandteil einer jeden Lehmfarbe. In der Regel enthält sie daneben noch Zellulosefasern, Kreide und zum Teil Talkum. Die weiteren Bestandteile hängen auch von der Farbenart ab. Trockenpulver lässt es meist mit den genannten Stoffen bewenden. Eine verarbeitungsfertig vorgemischte Lehmfarbe enthält jedoch oft Konservierungsmittel wie Methyl- und Benzisothiazolinon, ein Biozid, das auch in herkömmlichen Kunstharzfarben enthalten sein kann, gleichfalls in Waschmitteln.

Malerarbeiten
 

Naturfarben

Naturfarben gibt es mittlerweile ganz ohne Abstriche bei Qualität und Verarbeitung

In dem Zusammenhang sei noch Titandioxid zu erwähnen, das ebenfalls in Weißwaschmitteln als Bleichmittel enthalten ist sowie in fertig gemischten Wandfarben als Weißmacher. Die aufgeführten Konservierungsmittel können bei empfindlichen Menschen haut- und augenreizende Wirkung haben. Titandioxid soll nur gesundheitlich problematisch sein, wenn man feine Staubpartikel davon einatmet. Bei gebundener Farbe schlecht möglich. Dennoch kann man sagen, das Trockenpulver in der Regel eine natürlichere Zusammensetzung hat als fertig vorgemischte Farbe.

Fotos: sidm / KEH; Hersteller / Ecotec; Hersteller / Haga

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