Laub entsorgen Hausbesitzer haben Pflicht, Laub zu entsorgen

Laub entsorgen
© sidm / Heß
Inhalt
  1. Warum Laub entsorgen? Pflicht, Laub zu entsorgen
  2. Laub entsorgen womit?
  3. Laub entsorgen: Wie und wo?
  4. Laub nicht verbrennen oder in den Wald werfen
  5. Interview: Wer trägt die Pflicht, das Laub zu entsorgen?

So lange die Blätter bunt am Baum leuchten, ist der Herbst die schönste Jahreszeit: Rieseln die bunten Blätter aber zu Boden, kostet es für den Gärtner viel Mühe, das Herbstlaub zu entsorgen! Denn die Blätter, die am Boden liegen, bedecken Beete und Pflanzen, ersticken den Rasen und machen Terrassen und Wege zu einer gefährlichen Rutschbahn. Vor allem Haus- und Gartenbesitzer fragen sich: Bin ich verpflichtet, das Laub vorm Haus zu entsorgen? Und wo soll ich das viele Laub entsorgen? Natürlich kann ein Teil des Laubs auf den Kompost anreichern. Aber wohin mit dem Rest? Wie Sie sinnvoll große Mengen Laub entsorgen, erfahren Sie hier.

 

Warum Laub entsorgen? Pflicht, Laub zu entsorgen

Warum es sinnvoll ist, das herabfallende Laub der Bäume kontrolliert zu entsorgen, hat vor allem zwei Gründe: Im Garten hilft das Laubfegen Zierpflanzen den nass-kalten Winter zu überstehen und auf allen Verkehrsflächen ist Laubfegen ein Gebot der Sicherheit! Wie auch bei Schneefall ist jeder Hausbesitzer verpflichtet, die Verkehrssicherheit auf dem Gehweg vor seinem Haus sicherzustellen. In der Regel übertragen die Kommunen die Zuständigkeit für das Befreien der Bürgersteige von Schnee und Laub über die Reinigungs-Satzung auf die Anlieger. Hauseigentümer können diese Pflicht, Laub zu entsorgen und Schnee zu räumen auf die Mieter abwälzen.

Im Garten kann Herbstlaub sinnvoll sein – z. B. als Frostschutz für kälteempfindliche Beetpflanzen (anhäufeln/mulchen), als Flächenkompostierung im Beet oder als Zusatz zum Komposthaufen. Allerdings schadet nasses Herbstlaub auch, wenn es z. B. flächig auf dem Rasen liegen bleibt (Fäulnisgefahr) oder als fälschlicherweise gut gemeintes Winterquartier für Igel dient. Außerdem fällt meist viel mehr Laub an, als man im Garten wirklich sinnvoll nutzen kann.

 

Laub entsorgen womit?

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Beim Laubharken gibt es viele Varianten: Klassisch mit dem Laubbesen, komfortabel mit dem Laubsauger oder ganz pragmatisch mit dem Rasenmäher! Welche Art, das Laub aufzufegen am sinnvollsten ist, hängt von der Größe des Gartens, der Untergrundbeschaffenheit (im Beet, auf dem Rasen oder auf gepflasterten Wegen) und der Menge des gefallenen Herbstlaubs ab. Jedes dieser Werkzeuge zum Laubrechen hat Vor- und Nachteile. Praxistipp: Wichtig beim Zusammenkehren des Laubs ist auch, dass Sie an die Dachrinne denken! Nasses Laub verstopft schnell Dachrinne und Fallrohr und sorgt dann im Winter für gefährliche Eiszapfen und kann zu massiven Bauschäden führen!

 

Laub entsorgen: Wie und wo?

Einen Teil des gefallenen Laubs können Sie einfach auf dem Boden liegen lassen! Im Staudenbeet, rund um Rosen und Hochstämmchen schützt ein Polster aus Laub die Wurzelballen der Pflanzen vor Frost und vor zu viel ungewollter Verdunstung an sonnigen Wintertagen (Gefahr von Vertrocknung!). Sie können das Laub auch als Füllmaterial verwenden, wenn Sie Kübelpflanzen winterfest mit Juteballen umwickeln! Das Laub im Beet verrottet über den Winter und dient so als nährstoffreicher Humus. Praxistipp: Verwahren Sie etwas Herbstlaub trocken auf, so können Sie den Frostschutz um die Beetpflanzen regelmäßig erneuern (z. B. nach einem Sturm).

Pflicht: Laub entsorgensidm / Heß

Einen großen Batzen Laub können Sie direkt auf dem Kompost entsorgen (vlg. Linkliste oben): Am besten Sie mischen das Laub regelmäßig unter die anderen Gartenabfälle, damit sich eine gleichmäßige Rotte auf dem Kompost einstellen kann (max. 20% Laubanteil). Wann immer noch etwas Platz in der Biotonne ist, können Sie Laub auch über diesen Weg entsorgen. Teilweise bieten die Müllabfuhren der Städte auch Sonder-Termine speziell für Laub an. Wer dann sein Laub in Säcken oder Gitterboxen an der Straße deponiert, führt seinen Grünabfall der kommunalen Kompostieranlage zu, in der aus dem Laub nährstoffreiche Komposterde gewonnen wird und so der natürliche Kreislauf erhalten bleibt. Nur im Notfall sollte Laub über die Restmülltonne entsorgt werden, deren Inhalt in die Verbrennung gelangt.

 

Laub nicht verbrennen oder in den Wald werfen

Wer meint, sein Laub wild im Wald entsorgen zu können oder sich mit einem kräftigen Feuer des Herbstlaubs entledigen zu können, riskiert saftige (Geld-)Strafen. denn beides ist verboten! Weder das Verbrennen der Blätter noch die Entsorgung im Wald ist eine erlaubte Alternative zum Komposthaufen, dem Mulchen der Beete und zur Laubentsorgung über die Biotonne! Wer sein Laub unbedingt fortschaffen will, sollte statt in den Wald zum nächsten Wertstoffhof fahren: Die Annahme von haushaltsüblichen Laubmengen ist bei den meisten kommunalen Recyclinghöfen kostenfrei (weil schon über die müllgebühren abgegolten).

Das Verbot "Laub zu verbrennen" erklärt sich aus den daraus entstehenden Gefahren: Neben der eingentlichen Brandgefahr (Funkenflug, Flammenüberschlag) verbietet Kommunen das Verbrennen von Laub auch, weil sich viel beißender Rauch entwickelt – gerade, wenn die Blätter noch feucht sind. Es werden hohe Mengen Feinstaub produziert, außerdem könnten im Laub lagernde KLeintiere (Echsen, Kröten, Igel) verbrannt werden. Für das Abbbrennen von Laubhaufen droht ein Bußgeld.

Laub entsorgensidm / Heß

 

Interview: Wer trägt die Pflicht, das Laub zu entsorgen?

Gartenbesitzer müssen sich im Herbst jedes Jahr aufs Neue um das herabgefallene Laub ihrer Bäume und Sträucher kümmern. Vor allem Haus- und Gartenbesitzer fragen sich: Wohin mit dem vielen Laub? Wer ist für das Laubfegen zuständig? Antworten darauf hat Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice).

Wie können Gartenbesitzer Laub fachgerecht entsorgen? Ist zum Beispiel das Verbrennen von Laub im Garten erlaubt?

Gartenabfall ist Bioabfall. Die Entsorgung des Bioabfalls regelt das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) auf Bundesebene. In den einzelnen Bundesländern kommen jeweils eigene Abfallgesetze und zum Teil besondere Verordnungen über den Umgang mit Bioabfall hinzu. Das Verbrennen von Laub im Garten ist darin nicht als zulässige Art der Entsorgung vorgesehen. Zudem sind Gartenfeuer oft auch durch andere Gesetze und Regelungen von Gemeinden verboten. Mit den strengen Regelungen wollen Bund, Länder und Gemeinden verhindern, dass unkontrolliertes Verbrennen zu Rauch-, Geruchs- und Feinstaubbelastung oder bei Trockenzeit gar zu einem Brand führt. Nur, wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt, kann es zulässig sein, den Gartenabfall in die Restmülltonne zu kippen. Wer dagegen sein Laub im Wald ablädt, muss mit einem Bußgeld von mehreren hundert Euro rechnen. Denn über die Gartenabfälle werden die dortigen Böden überdüngt, ortsfremde Pflanzen und Schädlinge verbreitet und ansässige Pflanzen erstickt.

Wenn der Wind kräftig durch die Bäume pfeift, liegt das Laub anschließend überall. Wer ist dann für das Laubfegen auf Straßen und Gehwegen verantwortlich?

Zuständig ist derjenige, der die sogenannte Verkehrssicherungspflicht hat. In Deutschland sind das die Gemeinden. Sie müssen dafür sorgen, dass die Straßen und Gehwege frei von Laub sind. Meist geben sie diese Pflicht zumindest teilweise an die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke weiter. Das steht dann in der Gemeindesatzung. Haben die Grundstückseigentümer ihre Immobilien vermietet, können sie die Pflicht zum Laubkehren auch via Mietvertrag auf die Mieter übertragen. Der Vermieter behält jedoch trotzdem eine Kontrollpflicht. Wer schludert, muss im Fall eines Unfalls – wenn beispielsweise ein Fußgänger auf nassem Laub ausrutscht – mit Schadensersatzansprüchen rechnen. Die Uhrzeiten für die Räumpflicht und die Häufigkeit sind oft Gegenstand von Streitfällen vor Gericht. Meist gelten für das Laubkehren dieselben Zeiten wie für den Winterdienst, also werktags zwischen 7 und 20 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr. Wie oft der Eigentümer oder Mieter fegen muss, hängt von der Laubmenge ab. Wichtig ist, dass es zu keiner Gefahr für Fußgänger, Auto- und Radfahrer durch einen rutschigen Bodenbelag kommt.

Leider hält sich Herbstlaub nicht an Grundstücksgrenzen. Daher kommt es oft vor, dass ein Grundstückseigentümer das Laub des Nachbarn in seinem Garten vorfindet. Wer muss die Blätter dann entfernen? Gibt es dafür nicht eine sogenannte Laubrente?

Die im Herbst üblichen Blättermengen muss ein Nachbar meist akzeptieren und auch das fremde Laub von seinem Grundstück oder – im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht – zum Beispiel vom Gehweg beseitigen. Einen Anspruch auf eine Entschädigung, die sogenannte Laubrente (§ 906 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch), hat er nur bei einer – aus objektiver Sicht – ungewöhnlich großen und unzumutbaren Beeinträchtigung des Grundstücks. Die Mehrzahl der Gerichtsentscheidungen zur Laubrente betonen, Laubfall sei, besonders in Wohngebieten mit vielen Bäumen, eine ortsübliche und hinzunehmende Natureinwirkung (zum Beispiel AG München, Az. 114 C 31118/12, und OLG Hamm, Az. 5 U 161/08) und lehnen eine Laubrente ab.

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