Kürbisse sind echte Pfundskerle

Immer nur orange? Nein! Kürbisse haben mehr drauf! Auch im eigenen Garten macht der Anbau von Kürbis keine Probleme.

Exotische Bauernmärkte sind sein Jagdrevier, außergewöhnliche Kürbisse seine Beute: Kein Wunder also, dass Kürbisbauer Alexander Stark in einem Eiscafé in Agadir nicht ein Eis, sondern die Schaufensterdeko kauft – einen besonders dekorativen Kürbis, den sogar er noch nie gesehen hat! Kurz verhandelt, schon geht‘s mit dem Kürbis zurück ins Hotel. Die Kerne entfernt, das Fruchtfleisch verschenkt und prompt hat Herr Stark eine weitere Kürbis-Rarität, deren Samen er verkauft. Da pro Kürbis bis zu 400 Samen rausspringen können, lohnen sich die Mitbringsel aus Marokko, der Türkei, Thailand, Südamerika, Sambia und anderen Ländern immer. Wer außergewöhnliche Kürbis-Sorten sucht, ist bei Alexander Stark aus Gillenfeld goldrichtig. Er verkauft nur sortenechtes Originalsaatgut, keine verwaschenen Züchtungen. Dabei geht es ihm um besonders schöne oder schmackhafte Sorten – nicht um die zig Kilo schweren XXL-Monster von Kürbiswettbewerben, die in einen Zaubertrank gefallen zu sein scheinen.

 

Kürbisse selbst züchten

Es ist zwar kinderleicht, Kürbis-Samen aus fremden Ländern mitzunehmen und selbst auszusäen, allerdings kann es dabei auch böse Überraschungen geben, weil einige Arten mehrjährig sind und im ersten Jahr nur Blätter bilden. Da Kürbispflanzen nicht frostfest sind, wird man aus solchen Sorten hier im vergleichsweise kalten Deutschland nie eine Frucht erhalten. Das gilt besonders für Kalebassen, deren getrocknete Früchte sich sehr gut zum Bemalen oder Basteln eignen. In der Türkei macht man aus ihnen z. B. Lampen. Die Sorten, die Alexander Stark verkauft, hat er deshalb selber ausprobiert und darauf geachtet, dass sie einjährig sind.

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Wer Kürbisse aussäen will, sollte sie im April in Töpfen vorziehen und ab Mai ins Freiland setzen, wenn die Frostgefahr endgültig vorbei ist. Die Keimtemperatur ist mit 25-30 °C recht hoch. Später als Anfang Juli sollten Sie keine Kürbisse mehr pflanzen, die Zeit bis zur Reife ist dann zu kurz, die je nach Sorte zwischen 90 und 130 Tagen dauert. Im Garten lieben Kürbisse einen vollsonnigen Platz mit nahrhafter Erde, sie kommen aber auch im Halbschatten noch zurecht. Trotz ihrer großen Früchte und der weichen Blätter sind Kürbispflanzen aber keineswegs Schluckspechte, die man ständig bewässern muss. Auf nassen Boden reagieren die Pflanzen wesentlich beleidigter als auf völlige Bodentrockenheit. Kein Wunder, in der marokkanischen Wüste werden die Pflanzen schließlich auch nicht laufend gewässert und müssen zu Selbstversorgern werden, die mit den feinen Haaren auf den Blättern Luftfeuchtigkeit einsammeln und sie über die trichterförmigen Blätter bis zu den Wurzeln weiterleiten.

Ganz wichtig ist die regelmäßige Kontrolle auf Schnecken und kontinuierliches Unkrautjäten, da Vogelmiere oder Winden selbst die wüchsigen Kürbispflanzen unter sich begraben können. Nach jedem Regen sollten Sie den Boden lockern, damit keimende Unkrautsamen gar nicht erst Fuß fassen können. Wenn Sie mehrere Kürbisse gepflanzt haben, verteilen Sie Schneckenkorn nur am Rand, sonst locken Sie die Tiere erst recht in den Bestand hinein. Achtung, wer am Waldrand wohnt: Wildschweine finden Kürbisse zum Anbeißen – sie wollen die Kerne. Leider gehen die Borstenviecher nicht zimperlich damit um, sie beißen in die Früchte oder zerpflücken sie gleich ganz. Die Biss–Spuren vernarben (s. Foto oben).

Kürbisse bieten sowohl in den Sorten wie der Verarbeitung ungeheure Vielfalt. Wer Kürbisse nicht sofort verwenden möchte, kann sie lagern. Aber nicht kühl und feucht wie anderes Gemüse, sondern warm und trocken, z. B. im Hausflur oder in einem Zimmer im Haus. Aber bitte nicht vor der Heizung!

Fotos: Klaus-Erich Haun

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