Koi: Koi-Teich

 

Technik für Koiteiche – ein Paradies für die Juwelen des Wassers

Koi-Karpfen erfreuen sich stetig steigender Beliebtheit. Immer mehr Gartenfreunde legen einen Teich für die farbenprächtigen Zierkarpfen aus Japan an. Generell ist der Koi robust und einfach zu pflegen – solange die Wasserqualität stimmt. Und genau an diesem Punkt wird die Haltung der edlen Zierfische im Koiteich zu einer echten Herausforderung. Denn Koi-Karpfen stellen hohe Ansprüche an die Wasserqualität, gleichzeitig verschmutzen sie das Wasser aber auch stark. Daher benötigen Sie zur Haltung von Kois einen leistungsstarken Teichfilter und ausgeklügelte Teichtechnik.

 

Grundsätzliche Gedanken zum Koiteich

Kois wachsen rasant, innerhalb weniger Jahre erreichen sie eine Körperlänge von stattlichen 40 Zentimetern. Die Fische können durchaus 60 Jahre alt werden und auch Körpergrößen von rund 80 Zentimetern sind keine Seltenheit. Koi-Karpfen sind gesellig, daher sollten nicht weniger als fünf Exemplare einen Teich bevölkern. Aber Achtung! Kois machen süchtig. Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie unter Umständen in späteren Jahren immer weitere interessant gezeichnete Tiere anschaffen möchten. Koiteiche erfordern daher eine großzügige Planung, denn ausreichend Platz für jeden einzelnen Fisch wirkt sich positiv auf Wasserqualität und Vitalität der Tiere aus.

 

Checkliste Koi-Teich planen

  • Legen Sie den Teich großzügig an. Jedem Exemplar sollten mindestens 3.000 Liter Wasser zur Verfügung stehen. 5.000 Liter pro Koi sind ideal.
  • Je höher die Besatzdichte desto größer muss die Kapazität der Filteranlage ausfallen.
  • Planen Sie sonnige und schattige Bereiche ein.
  • Für die Überwinterung der wertvollen Kois muss der Teich eine Mindesttiefe von zwei Metern aufweisen.
  • Achten Sie auf eine koitaugliche Bepflanzung und sichern Sie Wurzeln gut gegen die grabenden Fische.
 

Teichfilter für Koiteiche

Kois benötigen große Mengen hochenergetischen Futters, entsprechend belastend für das Wasser sind daher die Ausscheidungen der Fische. Somit ist ein ausreichend groß dimensionierter Teichfilter für einen Koiteich unerlässlich. Ebenso müssen alle Teichpumpen leistungsstark genug sein. Bei zu wenig Durchfluss reicht die gefilterte Wassermenge nicht aus. Beachten Sie unbedingt, dass sich die Herstellerangaben zur maximal möglichen Teichgröße immer auf naturnah gestalte Pflanzteiche oder einen nur sehr geringen Fischbesatz beziehen. Für Koiteiche gilt: Halbieren, besser dritteln Sie die Angaben zur Teichgröße. So erhalten Sie eine realistische Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Teichfilters bei einem Einsatz im Koiteich. Außerdem erhalten Sie eine Reservekapazität, denn die Fische wachsen und vielleicht schaffen Sie sich noch weitere interessante Exemplare an. Für Koiteiche bietet der Markt verschiedene Teichfilter an. Je nach den örtlichen Gegebenheiten und dem Teich erfolgt die Filterauswahl individuell. Als Systeme kommen Teichfilter mit Pumpe, Modelle, die mit Schwerkraft arbeiten und gemischte Varianten infrage.

Der Kammerfilter – kostengünstig und flexibel

Kammerfilter sind die ältesten Teichfilter für Koiteiche. Die Modelle filtern das Wasser in ein bis fünf verschiedenen Kammern. Während im ersten Teil des Teichfilters die mechanische Reinigung mit grobem Filtermaterial im Vordergrund steht, arbeiten die hinteren Kammern biologisch. Das feine Filtermaterial bietet wertvollen Bakterien einen Lebensraum. Diese Bakterien bauen die im Koiteich problematischen Schadstoffe Nitrit und Ammonium ab. Ein beispielhafter Filteraufbau könnte so aussehen: Vorgeschaltet leitet ein Vortex-Filter über Zentrifugalkräfte grobe Schmutzpartikel ab. In der ersten Kammer reinigen Filterbürsten das Wasser von groben Schwebstoffen. In der zweiten Kammer setzen Japanmatten die mechanische Reinigung fort. Feine Filtermatten bilden die nächste Filterstufe in der dritten Kammer, sie nehmen feine Schwebstoffe auf und bieten den ersten Bakterienstämmen einen Lebensraum. In der vierten Kammer erfolgt die biologische Filterung durch offenporiges Substrat, auf dem sich besonders viele Bakterien ansiedeln. Kammerfilter haben sich bestens bewährt. Über einzelne Zugschieber in jeder Kammer ist die Reinigung einfach. Damit die Filter gut arbeiten, ist die Durchflussgeschwindigkeit maßgeblich. Daher muss die passende Teichpumpe sorgfältig ausgewählt werden. Neben der Teich- und Filtergröße sollten Sie die erforderliche Steighöhe des Wassers einbeziehen. Kammerfilter sind besonders flexibel. Sie lassen sich individuell bestücken und die Anlage kann leicht um weitere Kammern erweitert werden.

Beadfilter – leistungsstark und platzsparend

Besonders ihr geringer Platzbedarf macht Beadfilter interessant. In der Filterkammer befinden sich Millionen kleine Kunststoffkugeln. Diese sogenannten Beads bieten eine viel größere Oberfläche als andere Filtermedien, daher ist die biologische Filterung mit Bakterien im Beadfilter unübertroffen. Das Wasser wird mit Hochdruck in den Filter gepresst und hervorragend mechanisch und biologisch gereinigt. Ein Vortex-Filter zur Entfernung groben Schmutzes und eine vorgeschaltete UV-Lampe sind empfehlenswert. Letztere lässt die feinen grünen Algen verklumpen – so lassen sie sich leichter abfiltern und töten Viren und Bakterien ab. Beadfilter lassen sich leicht durch Spülen reinigen.

Modulfilter – anpassungsfähig und erweiterbar

Modulfilter arbeiten nach der bewährten Technik der Kammerfilter. Allerdings ist bei diesen Modellen jede Kammer frei stehend. So lässt sich die Anlage jederzeit den Erfordernissen des Teiches anpassen. Die Filtermaterialien wählen Sie nach den individuellen Erfordernissen Ihres Teiches aus. Bei Bedarf fügen Sie eine weitere Kammer hinzu. Die Reinigung über den Schmutzauslass des Moduls ist leicht zu bewältigen. So müssen Sie bei einer höheren Besatzdichte oder einer Teicherweiterung nicht gleich die ganze Filteranlage austauschen.

Rieselfilter – für viel Sauerstoff im Teich

Rieselfilter lassen das Wasser von oben durch die verschiedenen Filtermedien rieseln. Dabei wird das Wasser besonders stark mit Sauerstoff angereichert und auch die Bakterienbesiedlung entwickelt sich hervorragend. Daher eliminiert die biologische Filterung mit vielen aeroben Bakterien neben Ammonium und Nitrit auch Proteine aus dem Wasser. Herkömmliche Rieselfilter haben den Nachteil, dass sie sich optisch schlecht in die Teichlandschaft integrieren lassen. Die hohen Filter lassen sich schlecht neben dem Teich verstecken und arbeiten verhältnismäßig geräuschstark. Zudem benötigen Sie sehr leistungsstarke Teichpumpen, da die Förderhöhe sehr groß ausfällt. Heute sind Rieselfilter auch mit Schwerkraft zu betreiben, allerdings hat die innovative Technik ihren Preis.

Trommelfilter – mechanische Reinigung vom Feinsten

Für eine besonders effektive mechanische Reinigung des Teichwassers sind Trommelfilter unübertroffen. Eine fein bespannte Siebtrommel entfernt Schmutzpartikel aus dem Wasser. Hochdruckdüsen reinigen das Sieb und spülen den Schmutz über eine Ablaufrinne aus dem System. Diese selbstreinigenden Teichfilter sind sehr wartungsarm und hocheffektiv. Für die anschließend nötige biologische Reinigung des Wassers über Bakterien benötigen Sie ein weiteres Filtersystem, das dank der extremen Vorfilterung viel effektiver arbeiten kann. Einziger Wermutstropfen bei den Trommelfiltern ist der hohe Anschaffungspreis.

 

Die Wasserqualität im Koiteich

Klares, sauberes Wasser lässt nicht nur die Farben der Fische hervorragend zur Geltung kommen. Es ist zudem existenziell für agile Kois, die durch gleichmäßiges Wachstum und Gesundheit überzeugen. Schadstoffe im Wasser belasten die Fische und beeinträchtigen ihre Vitalität. Einige Wasserwerte sollten daher regelmäßig kontrolliert werden. Einfache Teststreifen sind zu ungenau für die Messung der Wasserwerte. Ein Set mit professionellen Testreagenzien ist an dieser Stelle wohl investiertes Geld.

Sauerstoff

Sauerstoff ist lebenswichtig für die Fische. Je höher die Temperaturen desto weniger Sauerstoff löst sich im Wasser. Hoher Fischbesatz, wenig bepflanzte Teiche und eine hohe Algenkonzentration lassen an warmen Tagen die Sauerstoffsättigung des Wassers rapide fallen. In der Nacht kann es wegen mangelnder Fotosynthese der Pflanzen leicht kritisch werden. Durch die schlechtere Verdauung scheiden die Kois mehr Schadstoffe aus, Ammonium- und Nitritwert steigen. Kiemenschäden können die Folge sein.

pH-Wert

Der pH-Wert des Wassers ist für die Fische elementar. Idealerweise liegt er bei 7. Werte zwischen 6,5 und 8 sind tolerierbar. In der Mittagszeit ist der pH-Wert am höchsten, daher ist das die beste Zeit zur Messung. Steigt der Wert über 8 an, verwandelt sich das im Wasser gelöste Ammonium in giftiges Ammoniak. Viele Algen und starke Sonneneinstrahlung führen zum Anstieg des pH-Werts. Wenig Sonne und viel Regen lassen den Wert dagegen rapide fallen. Dies fördert eine erhöhte Säurekonzentration im Wasser, Haut und Kiemen der Kois leiden. Starke Schwankungen setzen den robusten Koi unter Stress, er wird anfällig für Infektionen und Pilze.

Karbonathärte und Gesamthärte

Die Karbonathärte liegt im Idealfall zwischen 6° und 8° dH. Die Karbonathärte des Wassers stabilisiert den pH-Wert und reduziert das Ansteigen des Säuregehalts im Wasser durch die Ausscheidungen der Fische. Kois bevorzugen eher hartes Wasser, daher liegt der optimale Gesamthärtegrad zwischen 10° und 15° dH. Werte unter 8° dH sind zu vermeiden, sie setzen die Fische unter osmotischen Stress.

Ammonium und Ammoniak

Ammonium entsteht durch den Proteinabbau. Die Filterbakterien wandeln Ammonium erst in Nitrit und dann in Nitrat um. Zu hohe Werte sind schädlich für den Teichfilter. Gemessen wird das Gesamtammonium, hohe Werte sind bei einem niedrigen pH-Wert gefährlich. Moderate Fütterung und ein angepasster Teichfilter halten den Wert in Balance. Nitrit und Nitrat Nitrit ist hochgiftig und darf nicht im Wasser nachweisbar sein. Als Gegenmaßnahme wechseln Sie ein Drittel des Teichwassers aus und erhöhen Sie die Sauerstoffzufuhr. Kontrollieren Sie ihr Filtersystem und passen Sie es neu an. Nitrat dagegen ist für die Kois ungefährlich, allerdings regt es das Algenwachstum an und beeinflusst die Farbausbildung der Kois negativ. Nehmen Sie ab Werten von 100 mg/l einen teilweisen Wasserwechsel vor.

Phosphat

Phosphat tragen Sie bei der Fütterung in den Teich ein. Hohe Werte beeinflussen die Wasserqualität. Auch Phosphat regt die Algenbildung an. Leider lässt es sich nur durch regelmäßige Teilwasserwechsel oder einen sehr starken Pflanzenbesatz entfernen. Phosphatbinder haben in einem Koiteich kaum eine Chance. Eine strikt angepasste Fütterung ist nötig.

Kois sind ein faszinierendes Hobby. Als Besitzer eines Koiteiches erleben Sie nicht nur die Natur hautnah, technische und chemische Aspekte bieten Raum eine breit gefächerte Freizeitgestaltung. Dabei darf nie vergessen werden, dass es den perfekten Teichfilter für alle Koiteiche nicht gibt. Jede Teichanlage ist ein individueller Mikrokosmos, der eine optimal angepasste Filteranlage benötigt. Regelmäßige Pflege und die Kontrolle der Wasserwerte sind unverzichtbar. Verändern sich die Bedingungen im Teich beispielsweise durch eine höhere Besatzdichte oder den Wechsel der Jahreszeit muss der Teichfilter neu angepasst werden. Mit der nötigen Aufmerksamkeit gepflegt sind Kois dankbare Teichbewohner, die mit Vitalität und Farbkraft begeistern.

Autorin: Martina Diehl, Geschäftsführerin des Online-Shops für Teichtechnik www.hanako-koi.de, ist seit Jahren begeisterte Koi-Besitzerin. Durch ihr Hobby bringt sie viel praktische Erfahrung in ihr Unternehmen ein.

Quelle: selbst ist der Mann

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