Kinderspielgeräte

Wer als Heimwerker Kinder hat, wird bald mit Klettergerüst, Wippe oder Schaukel für mehr Spiel-Spaß im Garten sorgen wollen – doch sollte die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommen. Wir erklären, wie Sie Kinderspielgeräte sicherer machen. 

Kinder können Gefahren noch nicht sicher beurteilen – und sie überschätzen manchmal die eigenen Fähigkeiten. Damit daraus keine ernsthafte Gefahr beim Spielen wird, gibt es für Kinderspielgeräte strenge Normen, die dafür sorgen, dass auch beim ausgelassenen Toben keine lebensbedrohlichen Verletzungen auftreten können.

 

Kinderspielgeräte: Checkliste für mehr Sicherheit

Hier haben wir die wichtigsten Grundregeln für den Bau von Spielgeräten und Außenanlagen für Kinder in einer Checkliste zusammengefasst. Diese Tipps orientieren sich an den einschlägigen Normen – sozusagen eine abgespeckte Spielplatzanforderung für den privaten Hausgebrauch.

  • Sorgen Sie für einen weichen Untergrund: Klettergeräte und Podeste bis 1,5 Meter Höhe können auf Rasen errichtet werden, darüber sollten es Sand, Holz-Hackschnitzel oder spezielle Fallschutzmatten sein.
  • Bemessen Sie die Abstände zwischen allen Bauteilen so, dass keine Fangstellen gebildet werden. Der Abstand soll kleiner als 89 mm oder größer als 230 mm sein.
  • Höhere Podeste und Spielflächen müssen eine Absturzsicherung haben: Ab einem Meter Fallhöhe ist ein Geländer, ab zwei Metern eine geschlossene Brüstung Pflicht.
  • Bei terrassierten oder abgestuften Spielflächen darf der Höhenunterschied zweier angrenzender Bereiche nicht mehr als 60 Zentimeter betragen.
  • Alle Bauteile sollten verdeckt verschraubt werden, Nägel sollte man nicht verwenden. Achten Sie im Außenbereich auf konstruktiven Holzschutz.
  • Rutschen und Schaukelbretter sollte man dazukaufen, denn hier gelten besonders strenge Anforderungen. Bei Rutschen ist der übergangslose Anschluss wichtig: Es dürfen keine Klemmstellen für Schnüre gebildet werden.

Die gesetzlichen Vorgaben müssen auf kommunalen Spielplätzen, aber auch in allen von außen öffentlich zugänglichen Spielbereichen – also zum Beispiel in und an Kindereinrichtungen, Verkaufsstätten und sogar in privaten Wohnanlagen erfüllt werden. Einzig private Gärten sind ausgenommen – im eigenen Garten darf jeder bauen und aufstellen, was er will (und was die Bauordnung zulässt).

Allerdings möchte ja niemand die eigenen Kinder unnötigen Gefahren aussetzen. Deshalb haben wir mit Berthold Tempel vom TÜV Rheinland einen europaweit anerkannten Experten im Bereich der Spielplatzsicherheit befragt, wie Heimwerker bei selbst gebauten Spiel- und Klettergeräten wesentliche Anforderungen der einschlägigen Normen erfüllen können. Die meisten seiner Tipps können Sie ohne zusätzlichen Aufwand bei Ihren Bauvorhaben berücksichtigen – meist geht es nämlich nur darum, bestimmte Maße oder Abstände einzuhalten. 

 

TÜV-geprüfte Kinderspielgeräte

Wenn auch die für öffentliche Spielplätze recht strengen europäischen Normenvorgaben im privaten Bereich rein rechtlich in das Ermessen des Hausbesitzers gestellt sind: Schon zum Schutz vor gefährlichen Unfällen mit Spielgeräten sollten die wichtigsten Sicherheitsvorgaben eingehalten werden – zumal dies meist ohne großen technischen Aufwand möglich ist.
So sollten Sie beim Selbstbau oder der Anpassung von Klettergeräten und Podesten mögliche Fangstellen vermeiden. Die Abstände zwischen Bauteilen sollten dabei so bemessen werden, dass der Körper des Kindes nicht hineingeraten und dabei festklemmen kann – oder sie sollten so weit voneinander entfernt liegen, dass sowohl der Körper als auch der Kopf ganz hindurchrutschen kann. Als kritische Maße gelten hierbei Abstände zwischen 89 mm und 230 mm. Am besten berücksichtigen Sie diese Regel schon bei der Planung von Außenanlagen, in denen Kinder spielen sollen – zusätzliche Kosten fallen dabei nicht an. Oft können sogar Bereiche, in denen die Vorgabe nicht eingehalten wurde, noch nachgebessert werden, indem Sie zum Beispiel einzelne Bauteile aufdoppeln.

Im Bereich von Treppenstufen ist dies zum Beispiel eine gute Möglichkeit, um die Stufenhöhe auch für Erwachsene bequem begehbar zu halten (siehe Zeichnung links).

Um an Treppen Fangstellen zu vermeiden, können Sie einen Trick anwenden: Aufdoppelungen verkleinern den Stufenabstand (B) unter die geforderten 89 mm (A).

 

Kinderspielgeräte: Untergrund anpassen

Bevor Sie mit dem Bau der Kinderspielgeräte beginnen, sollten Sie für den richtigen Untergrund sorgen. Je höher die Kinder klettern – und dann auch fallen – können, desto weicher sollte der Boden sein. Im professionellen Spielplatzbau ist bis zu einer Fallhöhe von eineinhalb Metern eine Rasenfläche ausreichend, wenn diese regelmäßig gepflegt und entsprechend weich ist. Darüber sind folgende Materialien zulässig:

  • Rindenmulch ist preiswert, allerdings mit Pilzen und Bakterien belastet. Außerdem verrottet das Material und beschleunigt den Verfall von Holzbauteilen, die in direktem Kontakt mit dem Mulch stehen.
  • Holz-Hackschnitzel verrotten langsamer, sind aber teurer.
  • Kies benötigt zwar eine Einfassung, dafür sind eine gute Stoßdämpfung und eine sehr gute Feuchtigkeitsabfuhr gewährleistet.
  • Sand bietet eine gute Dämpfung, könnte aber zum Beispiel von Katzenkot verunreinigt werden.
  • Achten Sie bei höheren Klettergerüsten und Podesten außerdem auf den richtigen Fallschutz.

Bauen Sie alle Spielgeräte, Podeste und Klettereinrichtungen aus splitterfreiem Holz und bedecken Sie nach oben stehende Stirnholzteile, um die Verwitterung zu verlangsamen. Druckimprägnierte Bauteile sollten lasiert werden, damit das Holzschutzmittel nicht austreten kann. Verbinden Sie die Bauteile nur mit Schrauben, nicht mit Nägeln.

Werden an Wippen oder Spielhäusern Teile beweglich montiert, sollten Sie auf mögliche Klemm- und Scherstellen achten. Befindet sich – etwa auf einer Rutsche – der Körper des Kindes in einer Zwangsbewegung, ist ein Schutz der Finger wichtig: Erreichbare Öffnungen oder Lücken müssen kleiner als 8 oder größer als 25 Millimeter sein. Auch zwischen beweglichen Teilen ist man mit diesem Mindestabstand auf der sicheren Seite.

Werden Röhren mit über zwei Metern Länge aufgebaut, sollte deren Innendurchmesser wenigstens 75 Zentimeter betragen, damit die Kinder im Inneren keine Angst bekommen und sich auch umdrehen können.

 

Rutsche kindersicher montieren

Eine eigene Rutsche möchte wohl jedes Kind gerne haben. Das Gefährliche an dem beliebten Kinderspielgerät ist aber gar nicht mal die (Sturz-)Höhe – Risiken lauern auch woanders. Da die Anforderungen für Rutschen im Selbstbau nur sehr schwer zu erfüllen sind, sollten Sie vor allem im Außenbereich Fertigrutschen aus Kunststoff kaufen, um Ihre Kinder keinem unnötigen Risiko auszusetzen. Bei der Montage müssen Sie unbedingt darauf achten, dass zwischen Rutschenkörper und dem Ausgangspodest keine Spalten entstehen, in denen sich die Kleidung oder Zugschnüre verfangen könnten. Im Bereich der gesamten Rutsche sollte ein Freiraum von allseits einem Meter frei bleiben, damit herabrutschende Kinder nicht von Bauteilen oder Geäst gestreift werden.

Beim Einbau von Rutschen dürfen keine Spalten entstehen, in denen sich Kordeln verfangen könnten.

Im Einstiegsbereich muss zu benachbarten Bauteilen ein Mindestabstand von 25 mm bleiben (A).

Bei allen Leitern sollten Sie neben ausreichender Stabilität darauf achten, dass die Rundholz-Streben auch von Kinderhänden umfasst werden können – dazu muss deren Durchmesser zwischen 16 und 45 Millimeter betragen. Letztlich sollten Sie Ihre Kinder auf vorhersehbare Gefahren hinweisen – schließlich kann kein Spielplatz so sicher sein, dass man sich nicht irgendwo den Kopf stoßen könnte.

 

Absturzsicherungen für Klettergerüste

Dass Kinder hinfallen, ist ein Teil der natürlichen Bewegungserfahrung – keine Schutzvorkehrung kann und soll das verhindern. Vermieden werden sollen allerdings ernsthafte Verletzungen, die durch Stürze aus größerer Höhe oder auf einen harten Untergrund hervorgerufen werden können. Klettergerüste und Ständerkonstruktionen müssen deshalb über einem unbefestigten oder mit Fallschutzmatten ausgelegten Untergrund errichtet werden.

Über ein Meter Podesthöhe müssen außerdem Geländer angebracht werden, damit Kinder beim Spiel nicht versehentlich ins Leere treten und herabfallen können. Das Geländer kann unten offen sein – darf also auch aus einem einfachen Balken bestehen. Wichtig ist, dass die Geländerhöhe zwischen 60 und 85 Zentimeter beträgt – mit dieser auf Kinder abgestimmten Höhe wird vermieden, dass die Kinder unter der Brüstung hindurchfallen oder gar beim Herüberlehnen über die Absperrung fallen könnten.

Ab zwei Meter Höhe sollte die Absturzsicherung als geschlossene Brüstung ausgeführt werden. Wird eine durchbrochene Konstruktion gewählt, müssen die Sprossen unbedingt vertikal verlaufen – damit ein Emporklettern vermieden wird – und sollen höchstens 89 mm auseinanderliegen. Die Höhe der Brüstung muss wenigstens 70 Zentimeter betragen. Die Mindestforderungen auf einen Blick: Ab einem Meter Höhe ist ein Geländer vorgeschrieben, ab zwei Meter eine geschlossene Brüstung.

Quelle: selbst ist der Mann

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