Kettensägenschein

Haben Sie schon den Kettensägenschein gemacht? Mit diesem Dokument weisen Sie Kenntnisse in der Waldarbeit nach – oft Voraussetzung, um im Forst selbst Kaminholz zu gewinnen. Wir haben einen Motorsägenkurs besucht und miterlebt, welche Kenntnisse und Fähigkeiten als Voraussetzung für den Kettensägenschein verlangt werden.

Ein großes Abenteuer für jeden Kaminbesitzer: Mit Kettensäge und Fällheber ziehen Sie in den Wald, um das Feuerholz selbst zu gewinnen. Mit einem sogenannten Sammelschein wird das mittlerweile in fast jeder Kommune ermöglicht – dabei dürfen die Selbstwerber in der Regel das bei Forstarbeiten übrig gebliebene Kronenholz der gefällten Bäume zerteilen und abtransportieren – gegen eine Gebühr, die sich meist nach der dabei tatsächlich gewonnenen Holzmenge richtet. Voraussetzung für die Lizenz zum Holzmachen ist allerdings der Nachweis von grundlegender Sachkenntnis im Umgang mit der Kettensäge, einen Motorsägenschein verlangen mittlerweile praktisch alle Forstämter. Mit gutem Grund! Die Unfallzahlen mit ungeübten Laien, die sich schwere Verletzungen mit der Sägekette zufügen, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Vor allem bei Baumfällarbeiten geschehen – selbst bei den Forstprofis – immer wieder schwere Unfälle. Doch schon herabfallende kleinere Äste können im Wald gefährlich werden.

 
 

Kettensägenschein: Voraussetzung für Sammelschein

Um Hobby-Holzfäller besser auf die Waldarbeit und damit verbundene Gefahren vorzubereiten, werden in praktisch jeder waldreichen Gemeinde inzwischen Grundkurse für die Forstarbeit angeboten – volkstümlich auch als Kettensägenschein bezeichnet. Im Rahmen dieses eintägigen Motorsägenkurs kann sich jeder Laie auf die sichere Holzgewinnung im Wald vorbereiten. Darüber hinaus gibt es Tipps für die zeit- und kostensparende Kaminholzgewinnung, Kriterien für die Ausrüstung mit Kleidung und Hilfsmitteln sowie ausführliche Übungsmöglichkeiten im Wald unter realistischen Bedingungen.

Voraussetzung für die Teilnahme an einem Motorsägenkurs ist, dass Sie neben einer Benzin-Kettensäge über eine Schutzausrüstung für die Arbeit mit diesem Werkzeug verfügen. Dazu gehört eine spezielle Hose mit Schnittschutzeinlage, Schnittschutzstiefel und ein Waldarbeiterhelm mit Späneschutzvisier und Ohrenschützern, außerdem Handschuhe sowie ein signalfarbenes Oberteil. Sinnvoll ist außerdem ein Fällheber, mit dem Sie kleinere Bäume umhebeln und große Stämme im Wald bewegen können.

 

Motorsägenkurs & Motorsägenschein

Jede Schulung beginnt mit einem mehrstündigen theoretischen Teil. In dem von uns besuchten Motorsägenkurs mit dem Forstwirtschaftsmeister Christian Schneiders ließen anschauliche Präsentationen und Filme sowie Demonstrationsobjekte dabei keine Langeweile aufkommen: Im Vordergrund stehen Hinweise auf die spezifischen Gefahren bei der Arbeit im Forst – und wie man diese Risiken verringern kann. Zwei wichtige Kernaussagen: Generell sollte man nicht allein im Wald arbeiten – so kann die zweite Person im Ernstfall Erste Hilfe leisten und einen Notruf absetzen. Und von allen Arbeiten, die man im Wald nicht genau überschauen kann oder die man sich nicht zutraut, sollte man die Finger lassen: Schließlich will man am Ende gesund vor dem warmen Kamin sitzen.

Praktischen Nutzen für jeden Hobby-Waldarbeiter haben auch die anschließenden Demonstrationen zur Wartung der Kettensäge. Zur Grundausbildung gehört stets auch das Schärfen der Sägekette – und zwar auch unter eher rustikalen Bedingungen direkt vor Ort im Wald. Bereits hier fällt eine Menge Praxiswissen ab, das allein schon den Erwerb eines Kettensägenscheins lohnt.

Gartenpflege
 

Benzin-Kettensäge betanken

Die Benzin-Motorsäge erleichtert viele kraftzehrende Arbeiten wie das Baumfällen

 

Praxisübungen für den Kettensägenschein

Punkt 8 Uhr am nächsten Morgen treffen sich alle Schulungsteilnehmer auf dem Supermarktparkplatz direkt am Wald. Jetzt geht es auch um Emotionen: Helm auf und Kettensäge geschultert! Forstprofi Schneiders versammelt die künftigen Selbstwerber am ersten zu fällenden Baum. Hier demonstriert er noch einmal Schritt für Schritt, wie zunächst die Umgebung des zu fällenden Baumes gesichert wird, wie man sich einen Rückzugsweg anlegt und unter den verschiedenen Methoden der Baumfällung entscheidet. Dann ein Moment der Besinnung: Der Baum wird angesprochen. Dabei wird aber kein Zwiegespräch mit dem erwählten Rundholz eröffnet – vielmehr nimmt der Motorsägenführer Maß, erwägt die Fällrichtung, prüft den Sicherheitsabstand von zwei Baumlängen rundum und legt sich schließlich in aller Ruhe sein Werkzeug zurecht. Erst jetzt startet Schneiders die Säge.

Der erste Fallkerb wird angelegt – zu Demonstrationszwecken. Denn der Forst-Profi legt die ersten Stämme höchstpersönlich um – so können die um ihn gescharten Kettensägenschein-Schüler alle notwendigen Arbeitsschritte noch einmal genau Revue passieren lassen. Zunächst wird das Fällkerb in Fallrichtung des Baumes angelegt, danach – entgegengesetzt und etwas höher am Stamm – der eigentliche Fällschnitt ausgeführt. Jedes Detail erläutert Schneiders noch einmal direkt am Baum. Das sieht ganz einfach aus. Danach darf es dann jeder selbst probieren. Schnell wird deutlich, wie viele Faktoren man im Auge behalten muss, um den Stamm glatt zu Fall zu bekommen! Immer wieder greift Schneiders als erfahrener Profi ein, gibt Tipps und wiederholt Details, um jedem Teilnehmer des Motorsägenkurs' sein persönliches Erfolgserlebnis an diesem Tag zu ermöglichen. Und am Ende gibt es dann natürlich glückliche Gesichter, wenn alle Hobby-Förster ihren Kettensägenschein in Empfang nehmen dürfen. Die Arbeit an diesem Tag hat Spaß gebracht – und fast spielerisch zugleich einen großen (Holz-)Stapel Praxiswissen.

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Fotos: selbst ist der Mann, Christian Schneiders

Quelle: selbst ist der Mann 9 / 2011

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