Kalkputz

Kalkputz
Inhalt
  1. Kalkputz verarbeiten
  2. Schimmel vorbeugen mit Kalkputz
  3. Viel Wissenswertes über die verschiedenen im Wohnungsbau eingesetzten Putz-Sorten hält unser Lexikon bereit:

Kalkputz ist ein Baustoff mit langer Geschichte: Gebrannter, reiner Naturkalk ist seit den Hochkulturen der Antike als hochwirksamer Baustoff bekannt. Schon im alten Ägypten wurden dekorative Putze aus Kalk verwendet, in jeder römischen Villa bis hin zur einmaligen Wandgestaltung in den venezianischen Palästen als Ausdruck von Kultur, Wohlstand und Erfolg.

Heute ist Kalk einer der vielseitigsten Baustoffe und in der Gestaltung von Innenwänden und von der einfachen Wandfarbe bis zum Spachtelputz nicht mehr wegzudenken. Auch auf das Raumklima und die Wohngesundheit wirkt sich der kreideweiße Innenputz positiv aus. Was Sie über Kalkputz und dessen Verarbeitung wissen sollten, erfahren Sie hier.

 

Kalkputz verarbeiten

Bei Kalkputz handelt es sich um einen rein mineralischen Wandputz, der ohne weitere Bindemittel aushärtet. Damit der Putz leichter verarbeitbar ist und als Wandputz taugt, werden dem Löschkalk neben Wasser noch Quarzsande (im Verhältnis 2-5 Teile Sand zu 1 Teil Kalk) beigemengt. Beim Aushärten nimmt der gelöschte Kalk Ca(OH)2 (Calciumhydroxid) Kohlendioxid (CO2) aus der Umgebungsluft auf und reagiert mit dem Anmachwasser (H2O) wieder zu Kalkstein (CaCO3) um. Dieser Prozess benötigt zwingend Luftkontakt – deshalbe wird unverarbeiteter Kalkmörtel feucht gehalten, um ein vorzeitiges Aushärten zu verhindern. Praxistipp: Die Raumtemperatur sollte bei der Verarbeitung zwischen 5 und 20 °C liegen, da sonst das Anmachwasser zu schnell verdunstet!

Das Anrühren von Kalkputz braucht etwas Übung & Erfahrung: Reiner Brandtkalk wird durch Wasserzugabe zu gelöschtem Kalk – dabei entsteht abrupt so viel Wärme-Energie (exotherme Reaktion), dass das Wasser zum Teil auch verdampft (umgangssprachlich als „Rauchen“ bezeichnet). Der so entstehende Löschkalk ist stark basisch – daher unbedingt Schutzkleidung/-brille tragen! Der Löschkalk wird dann im gewünschten Mischungsverhältnis mit Sand und Wasser vermischt, bis er die gewünschte Konsistenz zur Verarbeitung hat. Wegen der zum Abbinden benötigten Raumluft, nennt man Kalkputze auch Luftkalkmörtel, die nach DIN 1053 in der Mörtelgruppe MG 2a als hydraulischer Mörtel klassifiziert sind.

Heute sind allerdings auch viele Fertikmischungen für Kalkputze im Handel, die die Zubereitung des Mörtels erleichtern. Kalkputz können Sie entweder von Hand aufziehen oder mit der Maschine spritzen. Kalkmörtel hat von Natur aus eine cremeweiße bis graubeige Farbe, die von Güte und Reinheit des Löschkalks abhängt und durch die Farbe der zugefügten Quarzsande mit beeinflusst wird.

Wände
 

Wand verputzen

Wie Sie eine Ziegelmauer-Wand verputzen, zeigt diese Anleitung im Detail

 

Schimmel vorbeugen mit Kalkputz

Kalk bietet aber noch mehr als wunderschöne weiße Optik: Kalkoberflächen hemmen Schimmelbildung und regulieren die Luftfeuchtigkeit:

  • Denn der klassische Verputz besitzt eine hohe Alkalität (hoher pH-Wert <12), was Ansiedelung und Wachstum von Pilzsporen hemmt und antibakteriell wirkt.
  • Außerdem besitzt Kalkputz die Fähigkeit, große Mengen an Feuchtigkeit aus der Raumluft oder auch aus dem Mauerwerk aufzunehmen. Daher wird Kalkputz gern als diffusionsoffen (atmungsaktiv) bezeichnet, was ihn zur Verwendung in Feuchträumen empfielt.
  • Auch als sogenannter Sanierputz punktet Kalkputz dank seiner feuchteregulierenden Eigenschaften.
  • Da Kalkputz – auch im abgebundenen Zustand – eine relativ hohe Flexibilität besitzt, wird er gerne zur Sanierung in Altbauten genutzt: Spannungen im Mauerwerk federt Kalkputz ab. Setzungs und Schwindrisse sind hier deutlich seltener als bei starren Verputzen (z. B. auf Zementbasis).

Doch Kalkputz ist nicht gleich Kalkputz. Und Kalkfarbe ist nicht gleich Kalkfarbe. Es ist entscheidend, dass keine chemischen Zuschläge verwendet und die Inhaltsstoffe voll deklariert werden. Nur so ist sichergestellt, dass die positiven Eigenschaften des Kalkes in Bezug auf die Wohngesundheit voll erhalten bleiben. Es gibt nur ganz wenige Produkte, die diese Anforderungen voll und ganz erfüllen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Produkt frei von synthetischen Zuschlagstoffen sowie Lösemitteln ist und keine Konservierungsstoffe enthält. Als Bindemittel dienen meist  hydraulische Kalke und Weißkalkhydrat. Als Zuschlagstoffe kommen Kalkstein und Quarzsande, Marmorkörnungen, Marmormehle und mineralische Leichtzuschläge zur Anwendung.

Reiner Naturkalk wurde als effektives Putzmaterial wieder entdeckt. Für den Neubau, aber auch ideal für jede Altbausanierung. Werden beim Anrühren des Kalkputzes natürliche Farbpigmente beigemischt, können Sie Ihre Fassade oder auch die Innenräume frei nach Ihren Vorstellungen gestalten.

Fotos: Haga Natur

 

Viel Wissenswertes über die verschiedenen im Wohnungsbau eingesetzten Putz-Sorten hält unser Lexikon bereit:

Quelle: selbst ist der Mann

Baustoffe Kalkputz selber machen

Kalkputz selber machen

Kalk ist ein vielseitigster Baustoff, der in der Gestaltung von Innenwänden nicht mehr wegzudenken.

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