Holzhaus bauen

Beim Bau des eigenen Hauses vor allem ökologische Baustoffe zu verwenden, wünschen sich viele Bauherren: Was liegt da näher, als ein Holzhaus zu bauen? Wir begleiten die Errichtung eines Einfamilienhauses aus Blockbohlen ...

Es gibt Bauherren, bei denen nach dem Hausbau die Nerven blank liegen, und gerade bei Selbstbauern fehlt danach oft auch jede Energie. Nicht so bei den Eheleuten Caspers. Zunächst wollten Daniela und Volker Caspers ein Haus kaufen, dann haben sie ihr neues Eigenheim aus Blockbohlen selbst errichtet. Zwar mussten sie nach dem Einzug ins neue Haus auch erst einmal kräftig durchatmen, doch sie sind rundherum in bester Laune: "Wir sind absolut glücklich", versichert Daniela Caspers, und wenn sie und ihr Mann vom Hausbau erzählen, geraten sie richtig ins Schwärmen. Sie berichten von großem Spaß, von toller Stimmung und davon, dass insbesondere die Errichtung des Rohbaus "viel, viel leichter ging als erwartet".

 

Haus aus Holz bauen

Doch wie kam das Paar überhaupt dazu, ein massives Holzhaus zu bauen und dann gleich selbst so kräftig mit anzupacken? Ursprünglich, erklärt der Bauherr, wollten sie ein gebrauchtes Haus kaufen. Weil sich jedoch kein geeignetes fand, beschlossen sie, selbst zu bauen. Dabei war klar: Wir möchten ein Holzhaus. Dank vieler Besuche bei Freunden hatten sie oft erlebt, wie gut es sich in einem Massivholzhaus lebt. "Wir haben das behagliche Wohngefühl und das angenehme Raumklima durch die Holzoberflächen schnell schätzen gelernt", erinnert sich der Bauherr.

Großen Wert legten Daniela und Volker Caspers darauf, dass sie ihr Haus von einem freien Architekten individuell entwerfen lassen konnten. Für den Bau waren Eigenleistungen von Anfang an eingeplant. Wegen des Spareffekts zum einen, andererseits aber wollten sie sich durch die eigene Arbeit noch mehr mit dem Haus identifizieren können. Das hat offenbar geklappt. "Wir sind mit dem Haus gewachsen", drückt der Bauherr seine Empfindung aus, und seine Ehefrau Daniela meint: "Jede Ecke hat ihre eigene, besondere Geschichte". Mit vier Helfern war das Bauehepaar beim Aufbau des so genannten Richtmeisterhauses zu Werke gegangen. Wie der Name schon sagt, stand ihnen dabei ein erfahrener Richtmeister der Firma zur Seite. Er erklärte den Baulaien vorab, wie das Ganze ablaufen soll, leitete permanent an und arbeitete immer dort, wo der Fachmann gefragt ist, auch tatkräftig mit. Kommentar der Eheleute Caspers: "Die Betreuung war sehr, sehr gut."

Dabei waren die Bauherren mit durchaus gemischten Gefühlen gestartet: "Wir hatten Angst, dass wir es nicht packen oder unsere Helfer überfordern." Sie ahnten, dass es sich um das größte Projekt ihres Lebens handelte – aber auch, dass es zu schaffen sei. Volker Caspers behielt recht: Der Aufbau sei nicht nur einfacher verlaufen als gedacht, alle hätten sogar großen Spaß gehabt. Beim Aufsetzen der Blockbohlen, beim Richten des Dachstuhls, bei allem Hämmern und Schrauben kam offenbar das Kind im Manne heraus. "Wie kleine Jungs beim Bau eines Baumhauses!", feixt Daniela Caspers.

 

Holzhaus bauen aus massiven Blockbohlen

Doch es gab auch andere Momente. Da hatte man sich zwei, drei Mal in der Reihenfolge der nummerierten Blockbohlen vertan und musste die Irrläufer wieder mühsam ausbauen. Auch ist so ein elf Meter langes, massives Blockholz nicht gerade ein Pappenstiel! Wenn man so ein Teil stemmen muss oder die schweren Dachsparren zu verlegen hat, ist das schon eine Kraftanstrengung, die gerade Büromenschen richtig in die Knochen fährt. "Es braucht auch ein wenig Zeit, bis man sich ans Balancieren auf den Wänden gewöhnt hat", erinnert sich der Bauherr. Welche Voraussetzungen neben ausreichender Körperkraft muss man also für den Blockhausbau mitbringen? "Wer schon mal einen Ikeaschrank nach Zeichnung aufgebaut hat, kommt klar", bringt Volker Caspers seine Erfahrung auf den Punkt. Das heißt: Man braucht schon etwas technisches Verständnis und handwerkliches Geschick – und die notwendige Schwindelfreiheit für die Dach(stuhl)arbeiten.

Zwölf Richtmeister-Tage hatten Caspers für die Montage des Rohbaus eingeplant und gebucht. Tatsächlich konnte der Firmenprofi die Baustelle bereits nach acht Arbeitstagen verlassen. Alles, was für ihn zu tun war, war getan, und das Baubudget war um vier nicht zu bezahlende Tage entlastet. Am 5. Mai hatte man mit dem Aufbau begonnen, Mitte Mai war der Rohbau fertig. Genauso zügig ging der Innenausbau über die Bühne. Nach drei Monaten, am 23. August, konnte die Familie bereits einziehen. Dazwischen lagen jede Menge Aufgaben für das Bauehepaar. Wobei sie nicht alle Arbeiten tatsächlich selbst in die Hand nahmen, sondern einen Teil von Fachleuten ausführen ließen. Die Elektroinstallation übernahm ein befreundeter Elektriker. Für die Sanitärinstallation empfahl die Hausbaufirma einen Handwerksbetrieb, mit dem sie bereits vielfach gute Erfahrungen gesammelt hat. Dieser führte auch Regie beim Einbau der Fußbodenheizung in so genannter betreuter Eigenleistung. Auch den Estricheinbau und das Fliesenlegen gaben Caspers in professionelle Hände.

Auch so blieb Daniela und Volker Caspers noch genug zu tun. Die Trockenbauarbeiten an Wänden, Kehlbalkendecke und Kriechspeicher im Dachgeschoss beispielsweise oder der Einbau der Türen, wofür sie die Materialien jeweils von Stommel-Haus orderten. Das spart Zeit und Wege, und man kauft nichts Falsches, nicht zu viel und nicht zu wenig. Auch gab es viel zu planen und abzustimmen. Geholfen hat ihnen dabei ein Bauablaufsplan. Dennoch, weiß die Bauherrin inzwischen, "braucht man dafür schon etwas Organisationstalent". Der Bauherr hat fast seinen ganzen Jahresurlaub in den Hausbau investiert, plus zahlreiche Feierabende und Wochenenden. Seine Frau hat die Bauleute bekocht, die Kinder versorgt und neben dem Baubetrieb den Haushalt geschmissen. Doch der Einsatz habe sich auf jeden Fall gelohnt, sind beide fest überzeugt. Schließlich haben sie durch Eigenleistung satte 20 000 Euro gespart. Und sie können sich über ihr eigenes Heim freuen, das auch alle Verwandten und Bekannten, die zu Besuch kommen, richtig toll und ausgesprochen behaglich finden.

 

Wohnen im Holzhaus: Bau eines Richtmeisterhauses

Wohnen im Holzhaus – für viele Bauherren der Inbegriff der Behaglichkeit. Dicke, massive Wände aus Holz, der würzige Duft des natürlichen Baustoffs und gute Wärmedämmwerte überzeugen viele Bauwillige von den Vorzügen eines Holzhauses.

Richtmeisterhaus: Das bedeutet, sein Haus aus einzelnen Blockbohlen (unter Anleitung) selbst aufzubauen und den Innenausbau in Eigenregie durchzuführen. Wer kann sich so ein Bauvorhaben zutrauen? Eigentlich alle, die keine zwei linken Hände haben, erklärt Stommel-Geschäftsführer Franz Stommel. Er blickt auf 32 Jahre Herstellererfahrung zurück und weiß: Gründliche Planung ist die Voraussetzung für pünktliche und zuverlässige Abwicklung. Deshalb bekommen die Bauleute, die beim Auf- oder Ausbau Eigenleistungen erbringen, einen Bauabwicklungsplan an die Hand. Er gibt die ideale Reihenfolge der einzelnen Aufgaben, Arbeitsschritte und Gewerke vom Besorgen des Lageplans bis zum Einzug vor; sehr hilfreich dabei auch, dass der jeweils übliche Zeitaufwand mit angegeben ist. Darüber hinaus bekommen Selbstbauer detaillierte Ausschreibungshilfen für den Materialeinkauf bzw. für die Vergabe von einzelnen Ausbauarbeiten an örtliche Handwerker.

Wer erst beim Innenausbau selbst Hand anlegen möchte, nimmt ein Ausbauhaus Stufe 1 (fix und fertige, geschlossene Gebäudehülle) oder Stufe 2 (inklusive kompletter Haustechnik). Für die Haustechnik-Installation in Eigenleistung gibt es eine Rundumbetreuung mit Schulungstag, praktischen Einweisungen auf der Baustelle und Montageunterstützung. Zum Höchstmaß an Eigenleister-Sicherheit zählen auch die Einzelabnahmen nach Baufortschritt sowie die jeweilige Endabnahme, die laut Anbieter volle Gewährleistung durch die Fachfirma garantiert. Wer möchte, kann sein Stommel-Haus darüber hinaus auch bauabschnittsweise von einem unabhängigen TÜV-Bausachverständigen prüfen und abnehmen lassen. Und: Der Bauleiter ist für seine Bauherren sechs Tage die Woche telefonisch erreichbar. Der Spareffekt kann laut Franz Stommel bis zu 40 Prozent gegenüber einem schlüsselfertigen Haus betragen.

HAUSDATEN Hausbezeichnung: Birke (individuelle Planung)
Wohnfläche in m²: EG 70,48; DG 58,17; Abmessungen in m: 8 x 11
Bauweise: Blockbohlen-Massivholzhaus
Dach: Satteldach, 38 Grad Neigung
Jahresprimärenergiebedarf: 74,11 kWh/m2
Wärmeschutz Außenwand: 0,26 W/m2K
Preis ab OK Kellerdecke in Euro: 93.123 (Richtmeisterhaus), 112.039 (Ausbauhaus), 191.268 (schlüsselfertig)
Hersteller: Stommel-Haus

Quelle: selbst ist der Mann

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