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Sichere Kinder-Spielgeräte bauen
Wer als Heimwerker Kinder hat, wird bald mit Klettergerüst, Wippe oder Schaukel für mehr Spiel-Spaß im Garten sorgen wollen – doch sollte die Sicherheit dabei nicht zu kurz kommen.
Kinder können Gefahren noch nicht sicher beurteilen – und sie überschätzen manchmal die eigenen Fähigkeiten. Damit daraus keine ernsthafte Gefahr beim Spielen wird, gibt es für Spielgeräte strenge Normen, die dafür sorgen, dass auch beim ausgelassenen Toben keine lebensbedrohlichen Verletzungen auftreten können.
Die gesetzlichen Vorgaben müssen auf kommunalen Spielplätzen, aber auch in allen von außen öffentlich zugänglichen Spielbereichen – also zum Beispiel in und an Kindereinrichtungen, Verkaufsstätten und sogar in privaten Wohnanlagen erfüllt werden. Einzig private Gärten sind ausgenommen – im eigenen Garten darf jeder bauen und aufstellen, was er will (und was die Bauordnung zulässt).
Allerdings möchte ja niemand die eigenen Kinder unnötigen Gefahren aussetzen. Deshalb haben wir mit Berthold Tempel vom TÜV Rheinland einen europaweit anerkannten Experten im Bereich der Spielplatzsicherheit befragt, wie Heimwerker bei selbst gebauten Spiel- und Klettergeräten wesentliche Anforderungen der einschlägigen Normen erfüllen können. Die meisten seiner Tipps können Sie ohne zusätzlichen Aufwand bei Ihren Bauvorhaben berücksichtigen – meist geht es nämlich nur darum, bestimmte Maße oder Abstände einzuhalten.
Auf die Basis kommt es an
Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie für den richtigen Untergrund sorgen. Je höher die Kinder klettern – und dann auch fallen – können, desto weicher sollte der Boden sein. Im professionellen Spielplatzbau ist bis zu einer Fallhöhe von eineinhalb Metern eine Rasenfläche ausreichend, wenn diese regelmäßig gepflegt und entsprechend weich ist. Darüber sind folgende Materialien zulässig:
- Rindenmulch ist preiswert, allerdings mit Pilzen und Bakterien belastet. Außerdem verrottet das Material und beschleunigt den Verfall von Holzbauteilen, die in direktem Kontakt mit dem Mulch stehen.
- Holz-Hackschnitzel verrotten langsamer, sind aber teurer.
- Kies benötigt zwar eine Einfassung, dafür sind eine gute Stoßdämpfung und eine sehr gute Feuchtigkeitsabfuhr gewährleistet
- Sand bietet eine gute Dämpfung, könnte aber zum Beispiel von Katzenkot verunreinigt werden.
- Achten Sie bei höheren Klettergerüsten und Podesten außerdem auf den richtigen Fallschutz.
Bauen Sie alle Spielgeräte, Podeste und Klettereinrichtungen aus splitterfreiem Holz und bedecken Sie nach oben stehende Stirnholzteile, um die Verwitterung zu verlangsamen. Druckimprägnierte Bauteile sollten lasiert werden, damit das Holzschutzmittel nicht austreten kann. Verbinden Sie die Bauteile nur mit Schrauben, nicht mit Nägeln.
Werden an Wippen oder Spielhäusern Teile beweglich montiert, sollten Sie auf mögliche Klemmund Scherstellen achten. Befindet sich – etwa auf einer Rutsche – der Körper des Kindes in einer Zwangsbewegung, ist ein Schutz der Finger wichtig: Erreichbare Öffnungen oder Lücken müssen kleiner als 8 oder größer als 25 Millimeter sein. Auch zwischen beweglichen Teilen ist man mit diesem Mindestabstand auf der sicheren Seite.
Werden Röhren mit über zwei Metern Länge aufgebaut, sollte deren Innendurchmesser wenigstens 75 Zentimeter betragen, damit die Kinder im Inneren keine Angst bekommen und sich auch umdrehen können.
Bei allen Leitern sollten Sie neben ausreichender Stabilität darauf achten, dass die Rundholz-Streben auch von Kinderhänden umfasst werden können – dazu muss deren Durchmesser zwischen 16 und 45 Millimeter betragen. Letztlich sollten Sie Ihre Kinder auf vorhersehbare Gefahren hinweisen – schließlich kann kein Spielplatz so sicher sein, dass man sich nicht irgendwo den Kopf stoßen könnte.
























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