Herd anschließen

Eine Küche kostet viel Geld. In der Regel muss sie maßgeschneidert werden und auch die Elektrogeräte sind nicht gerade günstig. Da wird zurecht gespart, wo es geht. Doch ist es auch möglich beim Elektroherd zu sparen?

Eine ganze Küche selber bauen ist eine Sache, einen Herd anschließen noch einmal eine ganz andere. Hierbei stellt sich nicht nur die Frage des Könnens, sondern vor allem auch die der Sicherheit und nicht zuletzt auch die der Versicherung. Wir erklären Ihnen, ob Sie Ihren Elektroherd anschließen können und ob Sie es auch sollten.

 

Herd anschließen: Ist das erlaubt?

Die Installation von elektrischen Geräten ist in der Tat teils staatlich geregelt. Dies betrifft allerdings nur Situationen, in denen eine akute Gefährdung Dritter besteht. So müssen sämtliche Elektroinstallationen in öffentlichen oder vermieteten Gebäuden von ausgebildeten Fachpersonal vorgenommen werden. In Ihren eigenen vier Wänden dürfen Sie rechtlich gesehen hingegen alle elektrischen Installationen selber vornehmen. Es bleibt also nur die Frage, ob Sie es sich auch zutrauen, einen Elektroherd selber anzuschließen.

 

Sollten Sie selber einen Herd anschließen?

Zunächst vorab: Haben Sie keinerlei Erfahrung mit der Installation von Elektrogeräten, raten wir Ihnen explizit, den Anschluss von einem Fachmann durchführen zu lassen!

Selbst wenn das Anschließen eines Herdes in der Theorie wesentlich einfach ist als so manche andere handwerkliche Tätigkeit, sind die Konsequenzen, wenn etwas schiefgeht, umso schwerwiegender. Machen Sie etwa beim Fliesenlegen einen Fehler, kostet Sie das maximal Zeit, Nerven und etwas Geld. Machen Sie beim Arbeiten mit Starkstrom (eigentlich Dreiphasenwechselstrom) einen Fehler, war dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Ihr letzter.

In der Regel kostet Sie der komplette Anschluss auch maximal 50 Euro. Sparen Sie also nicht an falscher Stelle. Es gibt wesentlich teurere Arbeiten in den eigenen vier Wänden, die vielleicht komplizierter, dafür aber wesentlich ungefährlicher sind. Sparen Sie lieber dort.

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Keine Versicherung, keine Garantie

Einen weiteren Punkt, den es zu beachten gilt, ist die Versicherung. Steht die Elektronik Ihres Herdes irgendwann im Zentrum eines versicherungspflichtigen Schadens, werden Sie in aller Regel auf den Kosten sitzen bleiben, denn den eigenständigen Anschluss werten die meisten Versicherungen als grob fahrlässig. Auch beim Defekt des Herdes kann der Hersteller die Garantie verweigern, sollten Sie selbst ihn angeschlossen haben.

Wollen Sie trotz all dieser Punkte dennoch selber den Herd anschließen, verraten wir Ihnen im Folgenden, was Sie tun müssen. Sollte im Laufe der Anleitung ein Schritt unklar sein: Scheuen Sie sich nicht, einen Fachmann zu Rate zu ziehen!

 

Herd anschließen: Sicherheit

Sicherheit wird beim Umgang mit Starkstrom eindeutig großgeschrieben. Während eine Begegnung mit Strom aus der Steckdose noch glimpflich ablaufen kann, sieht die Sache bei Starkstrom schon anders aus. Gehen Sie also gewissenhaft in drei Schritten vor:

  1. Schalten Sie die entsprechenden Sicherungen aus und am besten den FI-Schalter gleich mit.
  2. Sorgen Sie dafür, dass der Strom nicht versehentlich wieder angestellt werden kann. Überkleben Sie sie am besten mit Klebeband. Im Idealfall ist es Ihnen möglich, den Sicherungskasten für diese Zeit auch noch abzuschließen.
  3. Testen Sie mit einem Spannungsprüfer, ob kein Strom mehr fließt. Prüfen Sie dabei zwischen allen drei Phasen und zwischen jeder Phase und dem Neutralleiter sowie dem Schutzleiter (L1 und L2, L1 und L3, L2 und L3, L1 und N usw.).
 
 

3-Phasen-Aderkennzeichnung

Bei einem gewöhnlichen E-Herd sollte es fünf Leitungen geben: L1, L2, L3, N und PE. Bei modernen Geräten haben die Leitungen folgende Farben:

  • L1 Braun
  • L2 Schwarz
  • L3 Grau
  • N Blau
  • PE Grün-Gelb

Bei älteren Geräten können die Farben abweichen. Die Phasen waren vor 2003 schwarz, braun, schwarz (wobei L1 das schwarze Kabel zwischen N und PE war). Falls Sie auf ein Gerät treffen, bei denen die Phasen schwarz, blau, schwarz sind, der Nullleiter grau und der Schutzleiter rot, ist Vorsicht geboten. Diese Farbkonvention herrschte noch bis in die 60er hinein und deutet daher auf ein komplett veraltetes Gerät hin.

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Herd anschließen

Zunächst müssen die Kabel mit Aderendhülsen versehen werden. Hierfür etwa 12 cm des Außenmantels der Anschlusskabel vorsichtig abmanteln (die Drähe dabei nicht beschädigen!), die Abschlussadern abisolieren und die Hülsen mit einer Quetschzange befestigen. Anschließend das Kabel mit einer Zugentlastungsklemme befestigen.

Nun werden die Leitungen angeschlossen (L1 zu L1 usw.). Zunächst muss hierbei das Anschlusskabel an das Gerät angeschlossen werden und anschließend an die Herdanschlussdose. Sind Sie hiermit fertig, schalten Sie die Sicherungen wieder ein und überprüfen Sie noch einmal die Spannung – exakt so wie vor dem Anschließen. An den drei Phasen müsste der Spannungsprüfer nun 400 V Spannung anzeigen und zwischen den Phasen und den Neutralleiter bzw. dem Schutzleiter jeweils 230 V.

Wir raten Ihnen, den Anschluss noch von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Ist der Anschluss geglückt, gilt es den Herd einzubauen. Folgen Sie hierfür der bebilderten Anleitung oben auf der Seite.

Fotos: sidm / Archiv

Quelle: selbst ist der Mann

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