Heimwerken in den Boomjahren

Heimwerken in den Boomjahren
Inhalt
  1. DEUTSCHLAND BLEIBT ZU HAUSE
  2. GELD GESPART, WEIL SELBST GEMACHT
  3. Alle Beiträge aus dem ersten Jubiläumsheft vonselbst ist der Mann – das Do-it-yourself-Magazin:

Zu Hause ist es doch am schönsten – so könnte man das Lebensgefühl der ausgehenden 50er und frühen 60er Jahre beschreiben. Als im November 1957 die erste Ausgabe von selbst ist der Mann erscheint, präsentiert sich das Do-it-yourself-Magazin einem Lesepublikum, das die ersten schweren Jahre des Wiederaufbaus hinter sich gebracht hat. Viele Familien beziehen neue Wohnungen und Häuser und verbringen dort auch am liebsten ihre Freizeit. Das Wirtschaftswunder ist in vollem Gange, und der von Ludwig Erhard propagierte Leitsatz „Wohlstand für alle“ heißt für die meisten Bundesbürger zunächst einmal: Endlich mehr Zeit und Geld für die Verschönerung der eigenen vier Wände.

Nach 1945 herrschte in Deutschland viele Jahre akute Wohnungsnot. 20 Prozent des Wohnraums waren im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, und der Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen in die sich 1949 gründende Bundesrepublik sorgte dafür, dass sich statistisch drei Familien zwei Haushalte teilen mussten. Als sich zum Ende der 50er Jahre – vor allem dank zahlreicher Wohnungsbauprojekte – die Situation allmählich entspannte, war das Zuhause für die Deutschen endlich wieder nicht nur Obdach, sondern ein Ort zum Erholen und Wohlfühlen.

 

DEUTSCHLAND BLEIBT ZU HAUSE

 

Die erste Ausgabe von selbst ist der Mann stieß 1957 genau in eine Zeit hinein, in der die eigenen vier Wände der Bereich waren, in dem sich die Freizeit und das familiäre Beisammensein hauptsächlich abspielten. Vor allem die Medien Radio und Fernsehen waren in den 50er und 60er Jahren für viele ein Grund, die Abende daheim zu verbringen. Gaststättenbetreiber und vor allem Kinobesitzer hatten das Nachsehen und mussten wegen ausbleibender Besucher oft ums Überleben kämpfen oder schließen.

Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung bescherte den Arbeitnehmern stetig steigende Einkommen. „Wohlstand für alle“, wie es der Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard forderte, schien ein greifbares Ziel zu sein. Wer Geld übrig hatte, steckte es in der Regel in die Verschönerung der Wohnung oder in die Verbesserung des Wohnkomforts. Mal wurde ein Kühlschrank angeschafft, mal eine neue Sitzgruppe – meist im damals weit verbreiteten Ratenkauf.

Nicht immer reichte das Geld für eine Neuanschaffung – auf moderne und funktionelle Möbel wollte man aber dennoch nicht verzichten. Und für einen professionellen Handwerker, der zum Fliesenlegen oder Tapezieren kam, wollte kaum jemand sein immer noch knapp bemessenes Gehalt opfern.

 

GELD GESPART, WEIL SELBST GEMACHT

Genau diese Zielgruppe hatte die Redaktion von selbst ist der Mann im Auge, als sie das Magazin 1957 auf den Markt brachte. Unter dem Motto „Mach’s billiger, mach’s besser, mach’s selbst“ präsentierte sie den Lesern eine bunte Zusammenstellung von Do-it-yourself-Themen rund ums Haus.

 

Dem Wunsch nach neuen Möbeln wurde man gerecht, indem man Anleitungen zur Modernisierung alter Möbel gab bzw. Bauvorschläge lieferte. Handwerkliche Techniken für verschiedene Renovierungsarbeiten wurden Schritt für Schritt erklärt. Auf dem damaligen deutschen Zeitschriftenmarkt war ein solches Heft eine Revolution und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen, was nicht zuletzt die zahlreichen Leserzuschriften zeigten. „Ich und mit mir viele Mitmenschen werden über Ihre Hinweise sehr erfreut sein und werden Ihnen Dank sagen für alle Dinge des täglichen Lebens, die Sie uns lehren, selbst zu machen“, so ein Leser zur ersten Ausgabe von selbst ist der Mann.

Das Magazin ging stets mit der Zeit und blieb auch vom Flower-Power-Trend nicht unbeeinflusst, der die 60er Jahre mit bunten und fröhlichen Ideen ausklingen ließ.

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Alle Beiträge aus dem ersten Jubiläumsheft von
selbst ist der Mann – das Do-it-yourself-Magazin:

 

 

Quelle: selbst ist der Mann

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