Gift- und Gefahrstoffe in der Werkstatt

Gift- und Gefahrstoffe in der Werkstatt

Nicht nur mit Hand- und Elektrowerkzeugen kann man sich in der Werkstatt körperlichen Schaden zufügen. Auch Farben, Lacke & Co. bergen Risiken. Den richtigen Umgang mit Gefahrstoffenwollen wir Ihnen in diesem Teil unserer Serie zur Arbeitssicherheit in der Werkstatt erklären.

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) warnte am 19. Februar in einer Pressemitteilung vor der tödlichen Gefahr in Abbeizmitteln. Das EU-Parlament hatte soeben ein europaweites Verbot von Abbeizmitteln mit der Chemikalie Dichlormethan (DCM) beschlossen. Laut BG Bau starben bislang 30 Menschen an den Folgen DCM-haltiger Abbeizer. Natürlich ist die Gefahr ist in der heimischen Werkstatt geringer als bei großflächiger Nutzung im Baugewerbe − trotzdem: Abbeizer mit dem Gefahrstoff DCM umgehend entsorgen!

Aber was sind eigentlich Gefahrstoffe? Vereinfacht ausgedrückt: Alle Stoffe, die aufgrund ihrer Eigenschaften für den Menschen oder die Umwelt schädlich sind. Produkte mit solchen Inhaltsstoffen werden mit Gefahrensymbolen versehen (mehr dazu im Interview):

  • Totenkopf (giftig)
  • Flamme (leicht- oder hochentzündlich)
  • Kreuz (gesundheitsschädlich, reizend)

sind in diesem Zusammenhang sicherlich jedem Heimwerker auf einer Verpackung schon mal aufgefallen.

  • Interview: Gefahr durch Lacke und Farben

Gefahrstoffe finden sich in der Heimwerker-Werkstatt typischerweise in Be- und Entschichtungsstoffen, wie Farben, Lacken, Abbeizern oder Verdünnung. Allerdings gibt es keinen Stoff, der generell enthalten sein muss, um Farben & Co. gefährlich zu machen. Oft sind es Lösemittel, die gesundheitsgefährdend sind.

Ein Lösemittel, auch Lösungsmittel genannt, ist ein Stoff, der Gase, andere Flüssigkeiten oder Feststoffe buchstäblich löst. Der Begriff lösemittelhaltig bezeichnet Produkte, die synthetische Substanzen wie Aceton, Glycolether, Alkohole, Benzin oder Aromaten enthalten. Bei offener Anwendung verdampft der größte Teil dieser Chemikalien in die Umgebungsluft. Daher: Bei größeren Arbeiten mit lösemittelhaltigen Produkten ausschließlich im Freien arbeiten. Wenn in einem engen, unbelüfteten Kellerraum ohne Schutz gearbeitet wird, können Schwindelgefühle, bei dauerhafter Belastung Nervenschädigungen die Folge sein.

Laut BG Bau reichen dann selbst offene Fenster in der Regel nicht mehr aus, um die Belastung durch Lösungsmittel zu senken. Lösemittel werden nicht nur über die Atemwege aufgenommen. Auch über die Haut gelangen sie in den Körper. Daher: Beim Arbeiten mit Gefahrstoffen immer Schutzhandschuhe tragen!

Werden Farben und Lacke im Spritzverfahren aufgetragen, belasten auch Farbpartikel (Aerosole) Ihre Gesundheit. Schutz bieten Atemschutzmasken mit Partikelfilter − bei zusätzlicher Lösemittelbelastung eine Kombination aus Gas- und Partikelfilter. Werden Lacke mit Rolle oder Pinsel aufgetragen, kann auf das Tragen von Atemschutz verzichtet werden.

Leider sieht man auch bei Fachleuten häufig, dass Gefahrstoffe in Getränkeflaschen umgefüllt werden. Vor allem für Kinder besteht dann eine gefährliche Verwechslungsgefahr! Daher: Gefahrstoffe weder umfüllen, noch für Kinder zugänglich aufbewahren! Zwar sind auf den Gebinden oft Verhaltensweisen und Inhaltsstoffe angegeben, trotzdem besteht häufig Unsicherheit.

Auf der Internetseite des Gisbau (Gefahrstoff-Informationssystem) www.wingisonline.de findet man umfangreiche Informationen zum Arbeitsschutz sowie zu Inhaltsstoffen und Gefahrenpotential nahezu aller im Handel erhältlichen Produkte zum Bauen, Renovieren und Reinigen.

 

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