Gewindebohrer

Gewindebohrer sind Werkzeuge aus gehärtetem Metall, um Innengewinde in Metall (seltener auch Holz, Kunststoffe, etc.) zu schneiden. Sie ähneln einer Mischung aus Schraube und Bohrer.Streng genommen ist der Gewindebohrer gar kein Bohrer, sondern ein Messer! Er schneidet das Gewinde in den glatten Bohrkanal, den man zuvor mit einem normalen Bohreraufsatz ins Material gebohrt hat. Dann erst kommt der Gewindebohrer zum Einsatz (meist in drei Schritten).
Ein Gewindebohrer arbeitet sich halb quetschend, halb schneidend durch den Werkstoff.
Damit ist der Gewindebohrer der Gegenspieler des Schneideisens, mit dem Außengewinde hergestellt werden.

Handgewindebohrer werden normalerweise als Dreiersatz verkauft. Ein Set besteht aus Vor-, Mittel- und Fertigschneider. Unterscheiden lassen sich die einzelnen Bohrer an Ringmarkierungen am Schaft des Bohrers (Vorschneider = 1 Ring, Mittelschneider = 2 Ringe, Fertigschneider = 3 Ringe oder gar keinen). Zunehmend werden aber auch Ein-Schnitt-Gewindebohrer angeboten - bei sorgfältiger Arbeit ist hier nur ein Schneidvorgang erforderlich.

Kennzeichnend für einen Gewindebohrer sind folgende Eigenschaften:

  • Der Antrieb: Das Einspann-Ende (Antrieb) eines Gewindebohrers besteht aus einem genormten Vierkant (links), der in ein Windeisen oder einen Werkzeughalter gespannt wird.
    Mittlerweile gibt es auch Gewindebohrer mit Sechskant-Antrieb (rechts), der in die Bitaufnahme eines Akkuschraubers oder einer Bohrmaschine passt.
  • Die Span-Nut: Die Span-Nut hat die Aufgabe, die entstehenden Materialspäne aus dem Gewinde fortzutransportieren. Sie verlaufen meist parallel zur Achse des Gewindebohrers.
    Maschinengewindebohrer verfügen meist über eine spiralförmige Nut, um die Späne bei der höheren Drehzahl der Maschine noch besser abzuführen.

    Je nach Werkstoff wählt man dabei einen Maschinen-Gewindebohrer mit flacherer oder steilerer Wendel (im Bild links).

  • Der Anschnitt: Die Ausführung des Schneidgewindes (der Anschnitt) ist entscheidend für das Arbeitsergebnis. Die Länge des Anschnitts bestimmt nämlich im Wesentlichen die Eignung des Gewindebohrers für bestimmte Locharten. Für ein Sack- oder Grundloch muss der Anschnitt ziemlich kurz sein (2 bis 3 Gewindegänge), damit das nutzbare Gewinde möglichst nahe an den Lochgrund heranreicht.

    Bei Durchgangslöchern kann der Anschnitt länger sein (etwa 3 bis 4 Gewindegänge). Das hat den Vorteil, dass sich der Gewindebohrer leichter und sicherer seinen Weg durchs Material bahnen kann.
    Der Anschnitt ist letztendlich nichts anderes als die Spitze des Gewindebohrers bis zu dem Punkt, an dem das Schneidgewinde ansetzt.



Als Faustregel gilt: Ein Gewinde muss mindestens anderthalbmal so tief fassen, wie sein Durchmesser breit ist.

Das Schneidgewinde erzeugt nicht nur neue Gewinde in glatte Bohrkanäle, sondern macht auch alte, verbogene Gewinde wieder gängig.


Wie Sie ein Innengewinde in ein Edelstahlrohr schneiden,
zeigen wir Ihnen hier: Schritt für Schritt Innengewinde schneiden

Lesen Sie mehr zum Thema Gewinde schneiden: Werkzeuge und Anleitungen


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