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Rosen schneiden

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LupeRosen schneiden
Der richtige Schnitt wird von der Sorte bestimmt. Foto: PdM / colour-your-life.de

Die Rose begeistert die Menschen schon seit Jahrtausenden und wird als die Königin der Blumen betrachtet. Sie ist Inbegriff für Schönheit und Romantik. Durch Züchtung sind unzählige Sorten entstanden und es gibt mittlerweile für jede Gartengröße und auch für die verschiedensten Verwendungszwecke die richtige Rose: Zwergrosen für Topfgärten, Rosen als Stämmchen, Kletterrosen, die Torbögen umranken oder wie blühende Lianen an Bäumen empor wachsen, Strauchrosen, die sich zum Ende des Gartenjahres mit leuchtend roten Hagebutten schmücken, und viele andere mehr. Wie Sie Ihre Rosen richtig pflegen und schneiden, erfahren Sie hier.

Ab wann sollte man Rosen setzen?

Im Herbst ist das Angebot an Rosen besonders groß, denn in dieser Jahreszeit werden sie in den Baumschulen gerodet. Dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, auch Rosenarten oder Rosensorten zu bekommen, die sonst nicht erhältlich sind. Viele Rosen werden im Herbst wurzelnackt angeboten. Das heißt, dass die Wurzeln nicht von schützender Erde umgeben sind und die Rosen deshalb möglichst bald gepflanzt werden sollten. Ehe Sie die Rosen pflanzen, sollten Sie die Pflanze noch für 12 bis 24 Stunden in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen, damit sie ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen können. Die Pflanzzeit dieser Rosen beginnt ab der zweiten Oktoberhälfte und reicht bis Ende November. Nach dem Winter können sie bis etwa Mitte April gepflanzt werden. In Töpfen vorkultiviert kann man hingegen fast das ganze Jahr über Rosen pflanzen, auch im Sommer.

Der Herbst ist aber die beste Pflanzzeit für laubabwerfende Gehölze. Dann ist der Stress für frisch gepflanzte Bäume und Sträucher, und damit auch für Rosen, am geringsten: In dieser Jahreszeit ist der Boden im Normalfall schon vom Herbstregen gut durchfeuchtet und die Verdunstung ist nach dem herbstlichen Laubfall stark eingeschränkt. Die Pflanzen bilden in dem noch sommerwarmen Boden rasch neue Feinwurzeln und leiden nicht so schnell unter Wassermangel wie im Frühjahr oder gar im Sommer, wenn frisch gepflanzte Gehölze viel häufiger gegossen werden müssen.

Rosen: Welcher Topf?

Wer Rosen in Töpfen, den sogenannten Containern, kauft, wundert sich vielleicht, dass sie in besonders hohen, aber nicht sehr breiten Gefäßen stehen. Der Grund: Rosen sind Tiefwurzler. Sollen sie in Töpfe oder Kästen gepflanzt werden, müssen diese relativ hoch sein. Dank ihrer tiefgehenden Wurzeln können Rosen auch noch an Standorten gedeihen, an denen viele andere Pflanzen keine Chance mehr hätten. Wer Rosen pflanzt, sollte deshalb darauf achten, dass der Boden tiefgründig ist und der Weg nach unten nicht etwa durch Bauschutt oder verdichtete Erde blockiert ist.

Der Rückschnitt soll die Rosen blühfähig halten und das Wachstum anregen. Durch das Entfernen von totem Holz im Rosenstock wird Platz für junge, kräftige Triebe geschaffen. Doch wann und wie werden Rosen richtig geschnitten? Was beim Rosen schneiden zu beachten ist, haben wir hier nach Rosensorten getrennt aufgelistet.

Würde man Rosen nicht gezielt zurückschneiden, würden die Äste immer länger, dünner und gerade am unteren Ende immer kahler. Gerade das alte Holz bringt nur noch wenige Blüten hervor und das spröde Holz ist anfällig für Schädlinge. Daher sollten Rosen jedes Jahr einen kräftigen Rückschnitt erfahren.

Rosen schneiden: Wann?

Als Faustformel gilt: Wenn die Forsythien blühen, können Sie die Rosen schneiden (wenn kein längerfristiger Frost mehr zu erwarten ist).

Nun treiben die einzelnen Zweige bereits neue Äste aus: Ideal, so lässt sich leicht erkennen, welche Zweige im Winter abgestorben sind und welche, neue kräftige Triebe bilden, an denen später die Blüten knospen (die meisten Rosensorten bilden Blüten nur an Zweigen, die in diesem Jahr gewachsen sind!).

Ein radikaler Rosenschnitt im Herbst ist zu unterlassen! Die Rose kann die Wundstelle nicht mehr schließen, sodass dort leicht Schädlinge und Bakterien eindringen können.

Beetrosen & Edelrosen schneiden

Nach dem Abhäufeln werden Beetrosen und Edelrosen auf etwa 20-30 von Länge zurückgeschnitten. Erfrorene Äste kürzen Sie bis ins gesunde, grüne Holz. Zwergrosen können auch auf 15 cm zurückgeschnitten werden – achten Sie darauf, dass das letzte Auge nach außen weist. Je stärker Zwergrosen eingekürzt werden, desto kompakter wird Ihre Wuchsform.

Kletterrosen schneiden

Einmalblühende Kletterrosen werden erst nach der Blüte mit dem Sommerschnitt (siehe unten) ausgedünnt. Wichtiger ist es, deren Triebe in die Horizontale umzuleiten – diese Haupttriebe bilden dann viele blütentragende Nebentriebe. Ältere Triebe werden dann im Herbst ausgedünnt, diesjährige Triebe bleiben als Blütengarant für das nächste Jahr stehen.

Ausnahme: Bei öfterblühenden Kletterrosen werden im Frühjahr alle Triebe entfernt, die krank, verfroren oder älter als sechs Jahre sind. Jüngere Seitentriebe kürzen Sie wie gewohnt auf fünf Knospen ein.

Wildrosen und Strauchrosen schneiden

Wildrosen sollten Sie nur alle 2-3 Jahre zurückschneiden: Vorsichtig entfernen Sie alte und kranke Triebe, um die Rose in ihrer Wuchsform zu unterstützen – das gilt auch für einmalblühende Strauchrosen und die meisten "alten" Rosensorten.

Öfterblühende Strauchrosen sind einfach in der Pflege: Sie werden im Frühjahr einfach pauschal auf etwa die Hälfte eingekürzt. Haben Strauchrosen genug Platz zum Wachsen reicht dieser Rückschnitt bereits, stehen sie enger, sollten Sie durch das gezielte Entfernen von alten Trieben den Rosenstock auslichten.

Stammrosen schneiden

Stammrosen sind in der Regel veredelte Rosen. Hier gilt es durch den Rosenschnitt die Krone leicht und licht zu halten, damit der Stamm nicht knickt. Ein starker Rückschnitt auf wenige kräftige Triebe mit fünf Augen ist ideal. Nach innen weisende Zweige sollten ebenfalls entfernt werden.

Tipps: So schneiden Sie Rosen richtig

Prinzipiell sollten Sie nur scharfe (Schere darf Zweig nicht quetschen!) und saubere (desinfizierte) Rosenscheren verwenden, um keine Krankheitserreger zu übertragen. Der Schnitt erfolgt immer ca. 5 mm über einem nach außen weisendem Auge oder Neutrieb. Die Schnittfläche sollte schräg und weg vom Auge geführt werden, damit Regenwasser besser abläuft.

Totes Holz immer ganz zurück schneiden. Auch kranke, verletzte oder braune Zweige schneiden Sie bis ins gesunde (grün-weißliche) Mark zurück. Rosenschnitt mit Pilz- oder Schädlingsbefall nicht kompostieren, sondern gleich entsorgen oder verbrennen.

Kräftiger Rückschnitt führt zu kräftigen Ästen! Diese Faustformel gilt auch anders herum: Wer nur zaghaft wenige Äste einkürzt, sorgt für viele kleinere Triebe, der Rosenstock wird dichter. Für einen optimalen Wuchs Ihres Rosenstocks sollten Sie starke Triebe schwach, aber schwache Triebe radikal zurückschneiden! Aber Achtung: Nie bis auf den Boden zurückstutzen: Wo kein Holz, da kein Laub, da keine Blüten!

Frühjahrsschnitt vs. Sommerschnitt

Der Frühjahrsschnitt – das radikale Zurückschneiden der Rosentriebe auf Zweige mit etwa fünf Augen – ist ideal für alle Rosensorten, die an diesjährigen Trieben Blüten bilden. Je radikaler der Rückschnitt, desto stärker das Wachstum und umso reicher die Blütenpracht.

Bei Kletterrosen, Ramblerrosen und einmalig blühenden Rosensorten verbietet sich der Frühjahrsschnitt, da diese Sorten nur an letztjährigen Trieben Blüten bilden. Sie sollten nach der Blüte mit einem vorsichtigen Sommerschnitt, auch Ausputzschnitt gennannt, ausgedünnt werden. Hierbei werden nicht nur die verwelkten Blüten entfernt, sondern der ganze Zweig bis zum letzten fünffiedrigen Blatt. Dieser leichte Rückschnitt soll die Rose zu erneuter Blütenbildung anregen.

Ausnahme sind z.B. Wildrosen und Heckenrosen, die auch wegen der leuchtend roten Hagebutten – als optischer Farbtupfer und kostenloses Vogelfutter – im Winter beliebt sind.

Was bedeutet Rosen veredeln?

Manchmal taucht im Zusammenhang mit Rosen das Wort Okulieren oder Okulation auf. Das ist eine Art der Pflanzenveredelung und ist die bei Rosen häufigste Form der Veredelung. Dabei werden zwei Teile von unterschiedlichen Pflanzen so miteinander verbunden, dass sie dauerhaft zusammenwachsen und sich in bestimmten positiven Eigenschaften ergänzen. So lassen sich die kräftigen Wurzeln der einen zum Beispiel mit den schönen, duftenden Blüten einer anderen Rose vereinen. Beim Okulieren wird von der Edelrose ein Rindenstück mit einer Knospe genommen und hinter die aufgeschnittene Rinde der anderen Rose, der sogenannten Unterlage, eingesetzt und fest verbunden. Wenn diese beiden Pflanzenteile zusammengewachsen sind, steht die edle Rose auf besonders robusten Wurzeln. Die Veredlungsstelle spielt später beim Pflanzen eine wichtige Rolle: Die Rose sollte so tief in die Erde gesetzt werden, dass sich die Veredlungsstelle – eine auffallende Verdickung zwischen dem Wurzelbereich und den Trieben – etwa 5 cm unter der Erdoberfläche befindet. Dies vermindert die Gefahr von Winterschäden.

Triebe abreißen statt abschneiden

Die Triebe der Unterlage werden nach dem Zusammenwachsen nicht mehr benötigt und entfernt. Manchmal kann es aber passieren, dass die Unterlage doch noch eigene Triebe bildet. Diese sogenannten Wildtriebe aus dem Wurzelbereich konkurrieren mit der Edelsorte um Wasser, Licht und Nährstoffe. Sie sind außerdem oft wüchsiger als die Edelsorte. Dies kann dazu führen, dass die Pflanze ihr Erscheinungsbild verändert und die Triebe der Edelrose unterdrückt werden.

Deshalb ist es wichtig, wilde Triebe frühzeitig zu entfernen, und zwar direkt am Stamm. Die Wildtriebe werden abgerissen und nicht abgeschnitten, weil so auch der Ansatz entfernt wird. Dann bleiben dort keine Knospen stehen, aus denen sich wieder unerwünschte Triebe entwickeln könnten.

Die Wildtriebe entstehen unterhalb der Veredelungsstelle, die als Verdickung zwischen dem Wurzelbereich und dem oberirdischen Teil der Rose gut zu erkennen ist. Manchmal sind die Wildtriebe heller und dünner als die anderen Triebe oder die Stacheln sehen anders aus. Um den Wildtrieb einer Rose gründlich zu entfernen, legt man am besten den Wurzelhals der Pflanze frei, indem man die Erde vorsichtig entfernt, und reißt den Wildtrieb nach unten ab. Wenn der Trieb noch klein und weich ist, geht das sehr leicht. Falls er schon stärker ist, kann man unter seinem Ansatz die Rinde waagerecht mit einem Messer einschneiden. Der kleine Schnitt mit dem Messer ist eine Schutzmaßnahme, um zu verhindern, dass die Rinde beim Abreißen zu stark verletzt wird. Durch diesen Schnitt kann die Rinde nur bis zu dieser Stelle einreißen.

Quelle und Foto: PdM / www.colour-your-life.de, EDEN - Fotolia

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