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Flammenblume Phlox

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LupeFlammenblume Phlox
Phlox ist auch in dezentem Weiß zu haben. Doch selbst wer ansonsten weder zartes Rosa noch kräftiges Pink mag, kann sich der sommerlichen Pracht der Flammenblumen kaum entziehen. Foto: Ulrike Linnenbrink / pixelio.de

Einen Artikel über Phlox, den Sommer-Klassiker im Staudenbeet, schreiben, ohne mit Dieter Gaissmayer zu sprechen? Das geht eigentlich gar nicht. Mit über 100 verschiedenen Phlox-Sorten, die er in seiner Gärtnerei und im Versand verkauft, gilt er als erste Adresse in Sachen Flammenblume.

Wobei man ihn natürlich auch in Sachen Minze, Malven, Gräser und vieles mehr befragen könnte – die Liste der von ihm kultivierten Staudenschätze scheint endlos. Selbst für einen rein virtuellen Ausflug auf die Homepage der Gärtnerei sollte man einiges an Zeit einplanen. Staudenfreunden dürfte es schwerfallen, diese informativen und voller Anregungen steckenden Seiten nach wenigen Minuten wieder "wegzuklicken". Die ansprechend gestaltete Website strotzt nur so vor Fachwissen und praktischer Erfahrung. Letztere besitzt Dieter Gaissmayer auch im Umgang mit Zeitschriften. Obwohl seine Gärtnerei längst so bekannt ist, dass er keinerlei mediale Aufmerksamkeit mehr braucht, nimmt er sich die Zeit für ein Gespräch – unter einer Bedingung: Wenn schon ein Artikel über Phlox, oder auch Flammenblume (phlox ist altgriechisch und heißt Flamme), dann sollten bitte auch andere Arten zum Zug kommen als der immer gleiche Hohe Sommer-Phlox (Phlox paniculata), von dem man schon so viel gehört und gelesen hat.

Staude Phlox: Viele Sorten

Sein Wunsch-Kandidat ist ein anderer: "Schreiben Sie doch mal etwas über den Großblatt-Phlox (Bild rechts). Der wird viel zu selten angeboten. Dabei haben Sie mit diesem Phlox weniger Probleme mit Mehltau und er kommt auch mit der hochsommerlichen Trockenheit und Hitze besser zurecht." Das ist kein Problem, ganz im Gegenteil: Wenn man Neues weitergeben kann, umso besser! Es ist nur seltsam, dass eine Pflanze mit so guten Eigenschaften nicht den Weg in die Gartencenter findet. Dieter Gaissmayer hat da seine eigene Erklärung: "Die Sortennamen beim Großblatt-Phlox kann man sich nicht so leicht merken. Das ist nicht gerade geschäftstüchtig. Wer kommerziellen Erfolg haben möchte, wählt englische Namen. Die sind eingängig und verkaufen sich weltweit."

Tatsächlich tragen einige der besonders empfehlenswerten Großblatt-Phlox-Sorten indianische Namen wie "Minnehaha", was übersetzt so viel wie "Wasserfall" bedeutet. Doch von solch komplizierten Namen sollte sich niemand abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil, sie dürfen neugierig machen auf besondere Eigenschaften. Die Sorten gelten als ideal für Einsteiger oder diejenigen, die schon ihre (schlechten) Erfahrungen mit Phlox gemacht haben. Denn bei aller Freude über die Blütenpracht sind die bekannten Sommer-Phloxe (P. paniculata) ein wenig heikel und haben schon so manchen Pflanzenfreund zur Verzweiflung getrieben, das weiß auch Dieter Gaissmayer - er redet nichts schön. Er sieht sich auch nicht als Staudenproduzent, sondern als Bewahrer des lebendigen Kulturguts Pflanze. Und die darf auch Schwächen haben: "Es ist halt nicht alles einfach und pflegeleicht und wenn ich möchte, dass meinen Kunden eine Staude Freude macht, muss ich auch ganz ehrlich sagen, was ihr nicht bekommt."

Sommer-Phlox ist anfällig

Der Sommer-Phlox wäre so ein Fall: Einerseits mag er volle Sonne. Doch ist der Sommer zu trocken, wird er anfällig für Mehltau. Von den Wurzelälchen, die sich die unteren Teile der Pflanze heimlich einverleiben und hin und wieder für ein rätselhaftes Phlox-Sterben sorgen, ganz abgesehen. Falls auch Sie zu jenen von der Flammenblume enttäuschten Gartenfreunden gehören, sollten Sie dieser Gattung eine zweite Chance geben und den Großblatt-Phlox in Ihr Beet bitten. Sommerlicher Hitze trotzt er besser und auch im Halbschatten gedeiht er durchaus. Das Schöne: Der Blühzeitpunkt ab Hochsommer und die Pracht ist mit der des Sommer-Phloxes vergleichbar. Sollten Sie den Phlox einfach lieben und die Phlox-Saison ein wenig ausdehnen wollen, können Sie ihn schon ab dem Frühling genießen. In diesem Fall sind die Wald-Phloxe (P. divaricata) eine gute Wahl und eröffnen den Blütenreigen schon ab Ende April. Ihr angenehmer Duft macht sie zu besonders gerne gesehenen Gartengästen. Apropos: An sonnigen, warmen Tagen duften die Blüten des Phlox intensiver. Eigentlich. Denn wenn man an einem sehr heißen Sommertag nachmittags an einer Blüte schnuppert, kann es sein, dass sie ihr Odeur schon verströmt hat und erst am nächsten Tag wieder duften wird. Der Phlox lebt! Und ist schon deshalb immer für eine Überraschung gut.

In Dieter Gaissmayer gegründete gleichnamige Staudengärtnerei ist das Phlox-Sortiment besonders groß. Anders als in vielen Gartencentern, die lediglich den bekannten Sommer-Phlox (Phlox paniculata) anbieten, kommen hier auch unbekanntere Arten zum Zuge, die den Garten zu ungewöhnlichen Jahreszeiten bereichern: So wie der im Frühling blühende Wald-Phlox (P. divaricata), der zudem den Vorteil hat, dass er im Halbschatten gedeiht. Oder die Sorten des Großblatt-Phlox (P. amplifolia), die als ideale Kandidaten für Einsteiger und kluge Gärtner gelten. Die ganze Vielfalt können Sie auf der Homepage unter www.gaissmayer.de entdecken.

Phlox: Richtige Pflege

Die viele Blüten tragende Zierpflanze blüht (je nach Sorte) von Mai bis September in vielen Farben und braucht trotzdem nur wenig Pflege. Phlox schenkt jedem Garten volle Blütenteppiche – auch für Gartenfreunde ohne "grünen Daumen".

Phlox gibt es in vielen verschiedenen Züchtungen: als niedrige Polsterstaude (bis 10 cm) oder als mehrjähriger Staudenphlox (bis zu 100 cm Wuchshöhe). Die vielen hundert Einzelblüten der Flammenblume leuchten in den Farben Weiß, Rosa, Orange, Rot, Rotviolett und Blauviolett. Zu den beliebtesten Phlox-Sorten gehören der staudige Wald-Phlox (im Frühjahr blühend), der immergrüne Polster-Phlox (blüht von April bis Mai), der Wander-Phlox, der Vorsommer-Phlox, der Wiesen-Phlox, der duftende Sommer-Phlox-Sorten oder Garten-Phlox, die bis zum ersten Frost blühen. Die Vielfalt der Flammenblume verlieh der Pflanze auch den Titel "Staude des Jahres 2006".

Phlox können Sie ohne Probleme an vollsonnigen, windgeschützten Stellen im Garten pflanzen. Der flachwüchsige Polster-Phlox (Blüte von Mai bis Juni), zum Beispiel, ist bestens für den Steingarten geeignet. Der Boden sollte durchlässig und wasserspeichernd sein – im Frühjahr benötigt die Flammenblume eine Düngergabe aus Stallmist oder Kompost. Mehrjähriger Phlox (Stauden-Phlox) wird im Herbst gepflanzt (Pflanzabstand ca. 40 cm). Im Frühling regen Sie das Wachstum mit einer Düngergabe an (siehe oben) und schützen die Staude mit einer Mulchschicht vor zu hoher Verdunstung (Triebe nicht abdecken!). Sind einzelne Blütendolden verblüht, entfernen Sie die welken Triebe, um die Pflanze zu neuer Blütenbildung anzuregen. Im Herbst können Sie Phlox durch Teilen des Wurzelballens vermehren. Einjähriger Phlox wird am Februar im Zimmer vorgezogen, nach den letzten Nachtfrösten im Mai ausgepflanzt (Abstand nur wenige Zentimeter) und nach dem Abblühen ausgerissen und kompostiert.

Fotos: Ulrike Linnenbrink / pixelio.de; Staudengärtnerei Gaißmayer

Tags: Phlox

 
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