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Pflanzerde: Boden verbessern

Ein guter Mutterboden ist unerlässlich, wenn Sie starke widerstandfähige Pflanzen wollen. Vorbeugen ist besser als Heilen: Stärkungsmittel machen Pflanzen fit gegen Krankheiten, Bodenhilfsstoffe werden eingesetzt, wenn der Boden zu sandig oder zu lehmig ist. Wir geben nützliche Tipps, wie Sie Ihren Boden verbessern.
Pflanzenstärkungsmittel, Algenextrakte und auch homöopathische Mittel sollen den Boden verbessern und so die Widerstandskraft der Pflanzen erhöhen, ihren Stoffwechsel anregen und sie so gegen Mehltau, Rost und Co. wappnen. Auf Schaderreger selbst haben die Mittel keine direkte Wirkung, weshalb sie ausschließlich vorbeugend gespritzt werden müssen.
Pflanzenstärkungsmittel müssen vorsorglich eingesetzt werden
Die meisten Pflanzenstärkungsmittel enthalten zwar auch Nährstoffe, aber viel zu wenig, um als reinrassige Dünger zu gelten. Daher müssen die Hersteller die Produkte auch nur als solche bei der Biologischen Bundesanstalt anmelden, die sie dann in einer Liste führt. Aufwendige Zulassungsverfahren wie bei Pflanzenschutzmitteln entfallen, damit aber auch die Wirkungsgarantie der Hersteller.
Bodenverbesserung: 8 Gärtner-Tipps, die Ihre Pflanzen stärken
Das Ergebnis ist nicht wie bei Pflanzenschutzmitteln unmittelbar zu sehen, im direkten Vergleich sind behandelte Pflanzen aber vitaler. Für Präparate gegen Pilzkrankheiten spricht auch, dass sie im biologischen Anbau schon so weit erprobt sind, dass man von einer deutlichen befallsmindernden Wirkung sprechen kann. Am besten selber testen!
So senken Sie das Risiko eines Pilzbefalls
Das gelingt z. B. den Mitteln Pilz-Vorsorge Lentus oder Neudo-Vital Rosen-Pilzschutz mit Inhaltstoffen wie Fettsäuren, die die mechanische Widerstandskraft der Zellwände erhöhen, sodass eindringenden Pilzsporen ordentlich Paroli geboten wird. Bei einem akuten Befall sind die Mittel dagegen völlig machtlos! Spritzen Sie die Pflanzen sofort nach dem Austrieb oder Kulturbeginn alle zwei Wochen tropfnass, und wiederholen Sie die Behandlung mit dem Drucksprüher nach einem Regenguss. Für alle Stärkungsmittel gilt: Sie müssen keine Wartezeiten beachten.
Bio-Tipp: Schachtelhalm- und andere Pflanzenextrakte sowie getrocknete Brennnesseln wirken genauso wie die bekannten Pflanzenjauchen und sind vor allem für diejenigen interessant, denen das Ansetzen der Jauchen zu aufwendig ist oder denen die Zutaten dafür fehlen.
Boden verbessern: Kraft von Innen
Bodenhilfsstoffe peppen den Boden für die Pflanzen auf. Zu Recht, denn manche Böden sind extrem: Auf Sandboden versickert Wasser sofort wirkungslos im Untergrund und nimmt dabei Nährstoffe mit, die der Boden nicht halten kann. Die Pflanzen gehen leer aus, Sie müssen ständig gießen und düngen, damit sie nicht vor sich hin mickern. Lehmboden dagegen ist bei Trockenheit hart wie Beton und steckt bei Regen dermaßen voll Wasser, dass Pflanzenwurzeln kaum noch Luft bekommen.
Bodenhilfsstoffe sind entweder mineralisch oder enthalten Dauerhumus. Sie werden auf den Boden gestreut oder mit einem Streuwagen verteilt. Sie ersetzen nicht die Düngung! Sie verbessern lediglich die Verwertbarkeit von Düngern und schützen die Nährstoffe vor Auswaschung, so dass sie für die Pflanzen wie eine Nährstoff-Spardose wirken.
Bentonit ist zum Verbessern von Sandböden gedacht und besteht aus Tonmineralien, die Wasser und Nährstoffe speichern und den Pflanzen bei Bedarf zur Verfügung stellen. Die kleinen Partikel werden zudem von Mikroorganismen mit Humus zu Ton-Humus-Komplexen verklebt, die für eine lockere Bodenstruktur sorgen. Bentonit wird leicht in den Boden eingearbeitet, meist zur Pflanzzeit im Herbst oder Frühjahr.
Urgesteinsmehl ist fein zermahlenes Vulkangestein und verleiht besonders Lehmböden eine gute Struktur. Dazu wird es einfach auf den Boden gestreut und sickert mit dem Regenwasser tiefer, wo es feine Kapillaren zur Belüftung bildet. Gesteinsmehle sind auch gute Zusatzstoffe für den Kompost und binden lästige Gerüche von Pflanzenjauchen.
Mehr Nährstoffe: Kompost & Humus
Sogenannte Wurzelaktivatoren sorgen mit Phosphor und Silikaten für die Neubildung von Wurzeln und für ein kräftiges Wurzelsystem. Manche Bodenhilfsstoffe (z. B. Myko-Aktiv von Cuxin) enthalten spezielle Mykorrhiza-Pilze, die um die Wurzeln herum wachsen und so deren Oberfläche vergrößern. Damit stecken die Pflanzen Trockenperioden besser weg, was sich vor allem bei Sandböden bezahlt macht.
Dauerhumus bildet in Sand- und Lehmböden gleichermaßen das Grundgerüst für eine nachhaltig gute Bodenstruktur, da das Material bereits einen Rotteprozess durchlaufen hat und von Mikroorganismen in Ruhe gelassen wird. Humuspräparate sind im Grunde konzentrierter Kompost und eine Alternative, wenn der eigene Kompost nicht reicht. In den Präparaten steckt z. B. kompostierter Tierdung, aber auch fossile Ausgangsstoffe wie Braunkohlefasern. Schnellkomposter werden auf die einzelnen Schichten im Kompost gestreut und beschleunigen die Rotte im Komposthaufen deutlich, so dass Sie schneller Nachschub bekommen. Nach der Zugabe sollte der Kompost nicht austrocknen.
Praxis-Tipp: Flächenkompostierung

Fallen im Herbst ganze Laubberge an, ist der Kompost schnell überfordert. Sie können das Laub aber einfach liegen lassen - und zwar auf leeren Beeten, zwischen Stauden und unter Büschen!
Bedecken Sie es mit etwas Erde, damit der Wind es nicht verwehen kann. Etwas Schnellkomposter dazu, und das Laub wird bald zu Humus.


















