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Kamin: Richtig heizen mit dem Ofen
Ein Kamin ist kein Lagerfeuer. So kann durch falschen Brennstoff nicht nur der Brennraum beschädigt werden, sondern auch das Abgasrohr. Zu feuchtes Brennholz führt hier zum Beispiel zur Versottung – braune Flecken an der Schornsteinaußenseite sind die Folge, bestenfalls ohne raumseitigen Gestank.
Wie vertraut manche Leute mit dem Feuermachen sind, kann man beispielsweise gut am Rheinufer beobachten. Neben angeschwemmtem Holz mit einer Restfeuchte von gut 80 Prozent werden hier auch PET-Flaschen, frisches Wiesengras und mitunter alte Socken verbrannt. Die Rauchsäulen in Düsseldorf sieht man dann noch in Köln. Oder umgekehrt. Möchten Sie Ihren Kamin lange nutzen, ist „volles Rohr“ der falsche Weg.
Verwenden Sie nur gut abgelagertes Holz zum Verbrennen. Damit ist eine Lagerzeit im Trockenen von mindestens einem Jahr gemeint. Achten Sie beim Lagern darauf, dass das Brennholz gut belüftet ist, also stapeln Sie es nicht zu dicht. Enganliegende Kunststofffolien, um es vor Regen zu schützen, sind auch unvorteilhaft. Darunter bildet sich Schwitzwasser, und das führt zu Schimmel am Holz. Die Lagerung im Keller ist ebenfalls problematisch, da es hier oft relativ feucht ist. Die Ausnahme stellt vielleicht der Heizungskeller dar, vor allem bei etwas älteren Heizanlagen. Es ist also gar nicht so abwegig, draußen einen etwas größeren Kaminholzschuppen aufzubauen, denn allein im Wohnzimmer lässt sich nicht viel Holz lagern. Schlagen Sie Ihr Holz nicht selbst oder erhalten es frisch geschlagen, können Sie natürlich trockenes Feuerholz kaufen. Das Lagerproblem entfällt dann.
Kaminholz entzünden
Zum Anzünden im Kamin verwenden Sie zerknülltes Zeitungspapier und z. B. einen Eierkarton, dazu ein bisschen Kleinholz. Öffnen Sie die Verbrennungsluftzufuhr, und sobald die Flammen lodern, legen Sie nach und nach große Holzstücke hinzu. Nach rund 20 Minuten dürfte es im Kamin so stark brennen, dass Sie die Luftzufuhr schließen können. Sollte Ihr Ofen beim Erstbetrieb ein wenig qualmen, so kann das an der Ofenlackierung liegen, die noch nachhärtet. Normalerweise sollte aber bei Holz mit einer Restfeuchte von weniger als 20 Prozent nichts mehr qualmen, höchstens die Socken – dank angenehmer Strahlungswärme.
Schon gewusst? Brennwert vs. Raummeter
Der Brennwert gibt die Wärmemenge an, die ein Stoff beim Verbrennen freisetzt. Ein Raummeter wiederum bezeichnet das übliche Handelsmaß für Feuerholz. Möchten Sie wissen, wie effektiv ein Holz verbrennt, müssen Sie die Angaben zum Brennwert in Kilowattstunde/Raummeter (kWh/rm) beachten. Ein Raummeter Holz umfasst übrigens einen Quader von Rundhölzern, die einen Meter lang sind und auf einer Fläche von 1 x 1 m zu einer Höhe von 1 m aufgestapelt sind. Der Raummeter ist bei der kWh-Angabe aussagekräftiger als das Gewicht, das von der stets unterschiedlichen Restfeuchte beeinflusst wird.
Der Brennstoff Holz
Der Brennwert pro Raummeter von Laubholz ist in den meisten Fällen höher als der von Nadelholz. Vor allem Eiche, Buche, Robinie, Esche oder Kastanie weisen mit über 2000 kWh/rm einen hohen Brennwert auf, Fichte dagegen verbrennt mit rund 1500 kWh/rm etwas energieärmer. Aber gerade bei einem Kaminofen geht es ja auch ums Flammenbild. Hier punkten Esche, Buche oder Birke, die zudem kaum Funken sprühen. Ganz im Gegensatz zur Fichte, die zwar schnell anbrennt und sich gut zum Anheizen nutzen lässt, aber durch einen hohen Harzanteil oft zu Funkenflug neigt.
















