Garage bauen

In der Garage steht das Auto sicher vor Witterung, Vandalismus und Diebstahl: Wir haben den Bau einer Massivgarage begleitet und zeigen die wichtigsten Schritte beim Mauern und Verputzen. Außerdem geben wir einen Überblick über verschiedene Wandbaustoffe – so können Sie selber eine Garage bauen.

 

Frostfrei gründen kommt vor Garage bauen

Ehe Sie Ihre Garage bauen können, benötigen Sie ein solides Fundament. Da man eine Garage üblicherweise nicht unterkellert, benötigt man eine geeignete Bodenplatte. Die Dicke der Betonschicht sowie der Anteil an Bewehrung hängen von der Bodenbeschaffenheit und der späteren Belastung ab. Um hierbei Fehler zu vermeiden, sollte man einen Statiker zu Rate ziehen. Unabhängig davon, wie stark die Bodenplatte ausgeführt wird, muss sie stets frostsicher gegründet sein. Sie müssen das Erdreich also so weit abtragen, dass die Unterkante des Fundaments 80 cm unterhalb der Geländehöhe liegt. Unterkellerte Bauten unterbieten diese Forderungen problemlos, ohne Keller gilt jedoch: Lieber mehr ausheben als zu wenig.

Oftmals ist der Untergrund nicht fest genug und muss verdichtet werden. Darüber folgt eine Sand- und Kiesschicht, die ebenfalls verdichtet werden muss. Anschließend decken Sie die Fläche mit einer Baufolie ab. Jetzt kommt der Beton. Damit dieser nicht in der Baugrube verläuft, muss eine Schalung aus Holzbrettern angefertigt werden. Diese muss exakt den Umrissen des späteren Bauwerks entsprechen.

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Fertig-Garagen

Garagen-Hersteller gibt es viele – aber nur wenige bieten auch optisch überzeugende Lösungen

Je nach Größe des Fundaments ist die Lieferform des Betons zu wählen: Kleine Flächen können mit selbst gemischtem Werktrockenmischungen oder Baustellenbeton hergestellt werden. Je größer die Fläche jedoch ausfällt, desto empfehlenswerter ist es, Transportbeton anliefern zu lassen, der über einen Schlauch direkt vom Lkw in die Baugrube gegossen wird. Nach Angaben des Statikers müssen dann vor und während der Betonierung Stahlmatten zur Bewehrung eingelegt werden.

Inwieweit Sie eine Bodenplatte selbst herstellen, ist nicht nur von Ihrem Zeitbudget und fachlichen Können abhängig, sondern auch eine Kostenfrage: Da teilweise sowieso Fachleute benötigt werden bzw. Transportbeton angeliefert werden muss, sollte man sich im Vorfeld genau nach den Preisen erkundigen und auch Komplettangebote einholen. Unter Umständen ist es nur unwesentlich teurer, wenn Sie das gesamte Fundament von einer Fachfirma anfertigen lassen. Dafür liegt die Gewährleistungspflicht für Mängelbeseitigung dann aber auch bei dem beauftragten Unternehmer – je nach Vertragsgrundlage für 4 (nach VOB) bis 5 Jahre (nach BGB).

 

Baustoffe zum Garage bauen

Zunächst einmal müssen Sie sich für einen Mauerstein entscheiden. Möchten Sie eine Garage bauen, die nur als Unterstellplatz fürs Auto, für Fahrräder und einige Gartengeräte dienen soll, können Sie den Wärmeschutz vernachlässigen. Handelt es sich jedoch um eine beheizte Garage, in der man beispielsweise eine Heimwerkstatt einrichten will, sollte auch auf eine gute Wärmedämmung geachtet werden. Besonders guter Schallschutz und eine hohe Druckfestigkeit spielen bei einer Garage eher eine untergeordnete Rolle. Doch genau diese Eigenschaften weisen Kalksandsteine auf, die in unserem Fall verbaut wurden. Der Grund für die Verwendung ist simpel: Kalksandsteine sind oft sehr preiswert.

Die Verarbeitung der verschiedenen Wandbaustoffe unterscheidet sich nur im Detail. Bei vielen Steinsorten und -formaten kann heute auf eine Stoßfugenvermörtelung verzichtet werden; die Steine greifen mit Nut und Feder ineinander. Mörtel wird nur dann gebraucht, wenn Sie ein Passstück an der Stirnseite zuschneiden müssen, also die Feder abtrennen und diesen Stein stumpf gegen einen anderen stoßen. Ebenso hat heute fast jeder Hersteller sogenannte Plansteine bzw. Planziegel im Sortiment, bei denen die Lagerfuge nur noch mit einer etwa 2 mm starken Schicht Dünnbettmörtel ausgeführt wird.

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Garage bauen – Parkplatz direkt am Haus

Nie mehr einen Parkplatz suchen: In der eigenen Garage steht der Wagen sicher und trocken

Dennoch sieht man häufig noch die herkömmliche Methode mittels Dickbettverfahren. Auch hier ist der Grund simpel: Plansteine weisen nur geringe Maßtoleranzen auf und sind entsprechend teuer in der Herstellung, mithin im Preis. Bei Ihrer Wahl müssen Sie jedoch berücksichtigen, dass das Mauern mit Plansteinen ab der zweiten Schicht einfacher ist. Praxistipp: Auch hinsichtlich Wärmedämmung schneiden Plansteine besser ab, denn je dicker die Mörtelschicht zwischen den Steinen ausfällt, desto größer ist die Gefahr, dass Wärme aus dem Gebäude entweicht.

Bauen Sie eine beheizte Garage oder ein Haus und möchten dennoch keine teuren Plansteine verbauen, sollten Sie statt Normalmörtel (NM) sogenannten Leichtmörtel (LM) verwenden. Dieser verhindert durch seine Zusammensetzung die Bildung von Wärmebrücken, wie sie bei Normalmörtel auftreten. Ebenso wie Dünnbettmörtel wird Leichtmörtel meistens in Form von Werk-trockenmörtel verwendet, denn die exakte Mischung selbst herzustellen ist nahezu unmöglich bzw. führt schnell zu Abweichungen. Normalmörtel dagegen lässt sich auch selbst mischen.

Neben der Verarbeitung an sich spielen beim Mauern auch die Handhabung und das Gewicht eine Rolle. Als praktisch erweisen sich Griffmulden rechts und links im Stein, sodass man ihn gut packen kann. Das hilft jedoch nur wenig, wenn es schon beim ersten Stein schwerfällt, ihn hochzuheben. So wiegt beispielsweise ein Kalksandstein etwa viermal soviel wie ein Porenbetonstein im selben Format. Spätestens nach einem Tag Mauern wird man es deshalb vielleicht schon bereut haben, den eventuellen Mehrpreis für Porenbeton gespart zu haben.

Video: Diese Gegenstände dürfen Sie nicht in der Garage lagern!

 

 

Quelle: selbst ist der Mann

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