history back
ANZEIGE
Das Neueste auf SELBST.de
Bauen & Renovieren
Garten & Balkon
Wohnen & Deko
Hobby & Freizeit
Möbel & Holz
Test & Technik
ANZEIGE
Heimwerker des Monats April
Heimwerker des MonatsProjekt hochladen und iPad gewinnen »
ANZEIGE
Tolle Ideen für das Osterfest
Das große Special zum FrühlingsfestZum Oster-Special »

Forum Übersicht - Allgemeines

Allgemeines

Das Forum von selbst ist der Mann bietet Raum für alle Themen rund ums Heimwerken, Umbauen und Renovieren, soweit sie nicht in eines der Spezialforen passen.

8 Antworten (Letzter Beitrag)
×
Warum möchten Sie diesen Beitrag melden?
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden den Beitrag prüfen und ggf. löschen.
Schließen
Gast

Dämmung Fachwerkhaus

Es geht um ein Fachwerkhaus Bauj.1880.
Wie sollte Dämmung angebracht werden (innen o.aussen)?
Welches Dämmaterial sollte verwendet werden?

Danke für die Antwort

×
Warum möchten Sie diesen Beitrag melden?
Danke für Ihre Nachricht. Wir werden den Beitrag prüfen und ggf. löschen.
Schließen
Gast

Re: Dämmung Fachwerkhaus

Steht das Haus unter Denkmalschutz, sollten Sie die Denkmalschutzbehörde fragen, sonst können Sie hinterher alles wieder abreißen. Die Herrschaften (müssen) beraten und können sagen, welche Baustoffe wo eingesetzt werden müssen und sollten. Ansonsten Es gibt Experten die behaupten, dass unsachgemäße Sanierung dem Fachwerkbau mehr geschadet hat als der Zweite Weltkrieg. Wenn Sie das Haus also nicht kaputtsanieren wollen, würde ich einen Fachwerk-Fachmann hinzuziehen.
In jedem Fall haben sowohl innen als auch außen weder Kunstharz- noch zementgebundene Putze noch diffuionsdichte Farben etwas zu suchen. Die üblichen Dämmsysteme mit Hartschaum oder Mineralwolle und irgendwelchen Dampfbremsen können ebenfalls "tödlich" für die Fachwerkkonstruktion sein. Eine Möglichkeit ist die Montage von diffusionsoffenen Zellulose- oder Holzwolledämmplatten im Inneren, die man mit Gipskarton o. ä. verkleidet. Hinsichtlich der Einhaltung von Dämmwerten sprechen Sie mit der zuständigen Baubehörde und legen denen die Besonderheit Ihres Hauses dar. Und wenn Sie sich keinen Fachmann leisten wollen, würde ich mir zumindest ein Fachbuch kaufen, sonst steht bald die nächste Sanierung an.
MfG,
Christian Meyer

n/v
Gast

Re: Re: Dämmung Fachwerkhaus

Herr Meyer,
Ihr zweiter Absatz ist zwar zum Teil richtig, wirft aber auch einiges an technischen Fakten durcheinander.
Richtig ist diffusionshemmende Schichten haben auf der Aussenseite nichts zu suchen, richtig ist auch, das Kunstharputze und Schaumstoffplatten nicht gut geeignet sind.
Falsch ist "Mineralwolle und irgendwelchen Dampfbremsen können ebenfalls "tödlich" für die Fachwerkkonstruktion sein" wenn die Wand von Aussen gedämmt wird, ist Miralwolle sogar zu empfehlen, da diese äusserst diffusionsoffen ist und die Feuchte aus dem Bauwerk ungehindert ausdiffundieren lässt.
Wenn hingegen eine Innendämmung nicht zu umgehen ist, dann ist eine Diffusionsbremse auf der Innenseite sogar dringend erforderlich! Eine verwendung diffusionsoffener Dämmstoffe als Innendämmung, wie Sie vorschlagen, hätte in der Tat sogar die von Ihnen beschriebenen fatalen Folgen!
Also nicht immer alles zusammenschmeissen und gleich alles verteufeln was sich nach Abdichtung anhört.

Also richtig ist
ersmal mit der Baubehörde und der zuständigen Denkmalschutzbehörde reden.

Sollte eine Aussendämmung zulässig sein (jetzt hör ich die Fachwerk-Fans schon wieder aufschreien, mir gefällt es ehrlich gesagt auch nicht, aber ist halt Geschmackssache) dann ist diese auch einer Innendämmung vorzuziehen. Eine solche Aussendämmung sollte folgende Eigenschaften haben Diffusionsoffene Dämmstoffe (Mineralwolle o.ä.) eine Diffusionsoffene Beschichtung, oder noch besser gar keine Bschichtung sondern eine hinterlüftete Fassade mit einer schicken Holzverkleidung.
Wenn sich eine Innendämmung nicht vermeiden lässt sollte mal geprüft werden, ob man nicht schon durch eine ordentliche Sanierung der Gefache oder eine Dämmung in den Gefachen eine akzeptable Wärmedämmung erreicht. Ansonsten rate ich jedem der eine Innendämmung bei Fachwerk machen will sich das ganze von einem örtlichen Spezialisten (Denkmalpfleger, Bauingenieur / Bauphysiker / Bauschadensgutachter) begutachten und beraten zu lassen, da jedes Objekt anders ist.

HTH Steffen

n/v
Gast

Re: Re: Dämmung Fachwerkhaus

Und mit was bringt man Mineralwolle außen an ...? Und wer garantiert, dass eine Dampfbremse innen bündig dicht ist? Außerdem kommt es aufs Material und den Wandaufbau an - wozu sollte man beispielsweise bei Lehm verputzten Schilfmatten eine Dampfbremse einbauen?
Wie gesagt Fachwerkfachmann hinzuziehen, nicht Dämmfachmann. Vieleicht kann Hr. Fischer einen geeigneten empfehlen.
http//home.t-online.de/home/konrad-fischer/

n/v
Gast

Re: Re: Dämmung Fachwerkhaus

Christian Meyer schrieb
>
> Und mit was bringt man Mineralwolle außen an ...?

Dämmstoffanker und / oder Lattung, ist bei einer hinterlüfteten Fassade so üblich

> Und wer
> garantiert, dass eine Dampfbremse innen bündig dicht ist?

derjenige, der sie anbringt, ich schrieb ja auch, dass diese Lösung nur bei einer Innendämmung notwendig ist und das eine Innendämmung die ungünstigere Lösung ist!

> Außerdem kommt es aufs Material und den Wandaufbau an - wozu
> sollte man beispielsweise bei Lehm verputzten Schilfmatten eine
> Dampfbremse einbauen?

hab ich nicht gesagt, eine Dampfbremse ist auch bei einer Aussendämmung nicht vorgesehen.

> Wie gesagt Fachwerkfachmann hinzuziehen, nicht Dämmfachmann.

sach ich doch

Steffen

n/v
Gast

Re: Re: Dämmung Fachwerkhaus

Schilfmatten und Lehmputz als Außendämmung? Sowas kommt innen an die Wand, aber eben ohne Dampfbremse. Haben Sie schon mal ein Fachwerkhaus dauerhaft erfolgreich saniert?
Hinsichtlich Garantie und Gewährleistung Derjenige, der sie einbaut, ist zumindest in diesem Forum meist der Hauseigentümer ...

n/v
Gast

Re: Re: Dämmung Fachwerkhaus

Christian Meyer schrieb
> Schilfmatten und Lehmputz als Außendämmung? Sowas kommt
> innen an die Wand, aber eben ohne Dampfbremse.

stimmt, das ist aber bei einem Fachwerkhaus aber der normale Wandbelag bzw. die Ausfachung und bedarf auch keiner Dampfbremse, die ist notwendig wenn eine zusätzliche Innendämmung (aus MiWo oder Styropur) eingebaut wird

> Haben Sie schon
> mal ein Fachwerkhaus dauerhaft erfolgreich saniert?

ja, mehrere, als Zimmerer lernt man sowas

> Hinsichtlich Garantie und Gewährleistung Derjenige, der sie
> einbaut, ist zumindest in diesem Forum meist der Hauseigentümer

dann trägt er auch selbst das Risiko und nochmal ich rate ausdrücklich dazu bei einem Fachwerkhaus nur ausnahmsweise und wenn es unbedingt sein muss eine Innendämmung zu verwenden - ansonsten Aussendämmung (da braucht man auch keine Dampfbremse und man kann natürlich innen Lehmputz aufbringen soviel man will) oder gar nix

n/v
Gast

Re: Dämmung Fachwerkhaus / Vorsicht bei Dämmmaßnahmen!!!!

Vorsicht ist bei der Wärmedämmung angebracht. Hierzu ein interessanter Beitrag.

MfG

Katharina S.

http//www.discountheizung.de

Rechnet sich Dämmung wirklich?
Von Katharina von Bormann und Jochen Bülow

Rund 600 Millionen Quadratmeter Dämmstoffe sind bereits an deutschen Häusern verbaut.
Jährlich kommen gut 30 Millionen Quadratmeter hinzu. Bei einem normalen Einfamilienhaus
kostet das Einpacken mit Dämmmaterialien gut 12.000 bis 15.000 Euro. Kein Pappenstiel,
doch die Hersteller der Dämmstoffe versprechen, dass die Umwelt geschont werde und das
Geld in überschaubarer Zeit wieder reinkomme durch geringere Heizkosten. Mittlerweile sind
Dämmstoffe gesetzlich vorgeschrieben. Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse genauerer
Recherchen

Nach Auskunft von Fachleuten gibt es bis heute keine nachprüfbare wissenschaftliche
Untersuchung, die die Wirkung von Dämmungen nachweist. Dämmungstests sind aufwändig und
teuer. Sie dauern Jahre und müssen wissenschaftlich begleitet werden. Umso wichtiger sind
kritische Fragen, beispielsweise an das renommierte Fraunhofer-Institut für Bauphysik.

Unter der Leitung von Professor Dr. Karl Gertis hat das Institut
bundesweit Dokumentationen der so genannten energetischen
Sanierung an 40 Altbauten ausgewertet. Bei Häusern, an denen
ausschließlich eine Wärmedämmung angebracht wurde, sank zwar der
Heizenergieverbrauch nach Anbringung der Dämmung um 20 bis
40 Prozent, doch das war weit weniger als das Fraunhofer-Institut für
Bauphysik zuvor theoretisch berechnet hatte. Die Realität sieht
offensichtlich anders aus als der Laborversuch.

Ein Beispiel Laut Berechnung sollte ein Haus aus der Studie nach der Dämmung
69 Kilowattstunden weniger Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr benötigen als zuvor.
Tatsächlich mussten die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts feststellen, dass die Bewohner
nach der Dämmung ihres Hauses 58 Prozent mehr verheizten als berechnet. Beim zweiten
Beispiel beträgt der Unterschied zwischen theoretisch berechnetem und tatsächlichem
Verbrauch nach der Dämmung rund 56 Prozent. Und beim dritten sind es immerhin noch
11 Prozent. Und das, obwohl die Mieter dieser Häuser nach der Dämmung umfangreich über
energiesparendes Heizen informiert wurden – was alleine schon zur erheblichen Reduzierung der
Heizkosten beitragen soll.

Es lassen sich noch eindeutigere Gegenbeispiele finden In einer
Vorstadtsiedlung in Hannover stehen drei etwa gleich große
Wohnblöcke, die im selben Jahr gebaut wurden und von der gleichen
zentralen Heizanlage beheizt werden. Vor zwölf Jahren entschieden
sich die Eigentümer, bei einem dieser drei Häuser die Fassade zu
dämmen, um Heizkosten zu sparen.

Bewohner des Hauses berichten, seitdem seien die Heizkosten tatsächlich gesunken. Was die
Mieter des gedämmten Hauses nicht wissen Auch bei den ungedämmten Nachbarhäusern sind
die Heizkosten in den letzten zwölf Jahren gesunken. Das belegt ein Vergleich der
Heizkostenabrechnungen aller drei Häuser. Der Vergleich mit den Wetterdaten ergibt Nach der
Dämmung waren die Winter weniger kalt. Mit minimalen Unterschieden liegen die Heizkosten
der drei Gebäude über Jahrzehnte auf einem Niveau – sowohl vor als auch nach der Dämmung
eines der Häuser.

In den letzten Jahren waren die Heizkosten des gedämmten Hauses sogar besonders hoch. Eine
mögliche Erklärung des Bausachverständigen Professor Jens Fehrenberg „Es ist denkbar, dass
die Feuchtigkeit, die die Bewohner im Inneren ihrer Wohnungen produzieren, in das Mauerwerk
hineinwandert – aber möglicherweise nicht schnell genug wieder hinaus –, weil sie durch die
Dämmung daran gehindert wird. Und bei einer Kondenswasserbildung in der Dämmung ist es
wie mit einem nassen Pullover Der dämmt natürlich nicht mehr.“ Denkbar sind auch andere
Gründe – sicher ist aber in jedem Fall Die Bewohner des gedämmten Hauses heizten nicht
weniger als ihre Nachbarn.

Der Bausachverständige Jens Fehrenberg rät den Hauseigentümern, sich die vom Hersteller
prognostizierte Ersparnis schriftlich geben zu lassen, damit sie später eine Chance haben zu
klagen. Mieter können wiederum nicht klagen und zahlen die Kosten der Fassadendämmungen
mit Mieterhöhungen. Dabei steigen die Mieten viel stärker, als die Heizkosten sinken. Das
bestätigt sogar die Fraunhofer-Auswertung der Studie.

Auch wenn die Häusersiedlung in Hannover keinen Beweis dafür liefert, dass
Wärmedämmungen gar nichts bringen – viele Architekten und Bauplaner bezweifeln mittlerweile
die vollmundigen Werbeversprechen der Industrie und des Handwerks. Sicher ist bis heute nur
so viel Mieter und Bauherren müssen eine Wärmedämmung bezahlen, für deren Wirkung es
keine wissenschaftlich fundierten Beweise gibt.

n/v
Gast

Re: Dämmung Fachwerkhaus / Vorsicht bei Dämmmaßnahmen!!!!

Das eine Wärmedämmung überhaupt nix nützt mag ich bezweifeln. Aber aus meiner Erfahrung heraus kann ich bestätigen, das bei den durch die neuen EnEV vorgeschriebenen Dämmschichtdicken eine Amortisation in einem wirtschaftlich sinnvollen Zeitraum kaum gegeben ist.
Zudem beachte eigentlich sämtliche Berechnungsvorschriften für den Energiebedarfsnachweis oder die Wärmedämmwirkung nicht die speicherfähigkeit der Baustoffe. Insbesondere Gebäude mit dicken massiven Ziegelmauern würden dann wesentlich besser in der Energiebilanz abschneiden (Ein Schelm wer dahinter Lobbyismus für die Dämmstoffindustrie vermutet Wink ).
Bei den "modernen" leichten Fertigbauweisen (industriell vorgefertige Fertigteilhäuser) kommt man aber in der Regel nicht ohne eine ordentliche Dämmeung aus.
Wie in dem Artikel schon angeklungen sindt insbesondere bei nachträglichen Dämmungen die individuellen Eigenschaften des Objektes zu beachten und neben einem Energiebedarfsnachweis auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchzuführen.


n/v