Fliesen legen

Boden ausgleichen und verfugen
Inhalt
  1. Die rechte Menge, das richtige Format
  2. An die Fliese, fertig los!
  3. Produktinfo: Fliesenkleber
  4. Fliesenkleber für große Fliesen
  5. So verfugen Sie die Fläche
  6. Silikon dichtet alle Bauteilfugen ab
  7. Spezielle Vorarbeiten im Bad
  8. Küchenspiegel und Co.

Jeder kann Fliesen legen. Mit etwas Geschick und Sorgfalt lassen sich so schnell strapazierfähige Bodenbeläge selbst realisieren. Beim ersten Mal Fliesen legen helfen das richtige Werkzeug, Spezialkleber und unsere detaillierten Arbeitsanweisungen: Sehen Sie selbst ...

Wenn Sie einen Raum in Ihrer Wohnung mit einem neuen Bodenbelag ausstatten wollen, dann bietet sich Ihnen im Baumarkt eine schier unendliche Fülle geeigneter Materialien: Holz, Laminate, Teppiche oder Fliesen. Der keramische Bodenbelag hat seine Vorteile: Durch den Brennvorgang (Sinterung) oder eine Glasur sind Fliesen wasserabweisend, ergeben an Boden und Wand gleichmäßige, ebene Flächen und lassen sich leicht reinigen.

 

Die Oberflächen sind nach ihrer Beanspruchbarkeit in sogenannte Abriebsklassen unterteilt (AK I-V).

  • In der AK I befinden sich fast ausschließlich Wandfliesen.
  • Fliesenware der AK II genügt normalen Wohnanforderungen (z. B. im Bad) meist völlig.
  • Wird die Fläche stärker beansprucht (häufiger Verkehr mit Straßenschuhen, Sand wirkt wie Schleifpapier), sollten Sie Fliesen höherer Abriebsklassen wählen.
  • Der Nachteil eines keramischen Bodens: Ohne Fußbodenheizung fühlt sich der Belag sehr kalt an.
 

Fliesen
 

Fliesenkleber – Welcher Kleber für welch

Fliesenkleber, Flexkleber, Dispersionskleber – wer soll da noch den Überblick behalten?

 

Die rechte Menge, das richtige Format

Fliesen legenMessen Sie den Boden sorgfältig aus (Länge x Breite) und fügen Sie zehn Prozent Materialbedarf für Verschnitt, Bruch und als Reserve für Reparaturen hinzu. Bei Aktionsware großzügiger kalkulieren, da Sie diese später nicht nachkaufen können!

Achtung: Bei Räumen mit vielen Nischen oder Kaminvorsprüngen erhöht sich der Bedarf durch viele notwendige Zuschnitte um weitere fünf Prozent.
Analog erfolgt die Mengenermittlung für Wände (Breite x Raumhöhe bzw. Höhe des Fliesenspiegels). Klar: Flächen von Fenstern und Türen müssen abgezogen werden. Bedenken Sie auch die Wirkung der unterschiedlichen Fliesenformate: Kleinteilige (Mosaik-)Fliesen können ungerade Wandverläufe besser kaschieren als große Bodenplatten, wirken auf weiten Flächen aber schnell unruhig.

Als Standardmaß haben sich quadratische Fliesen in den Abmessungen 15/20/30 cm durchgesetzt. Je größer das Format, desto schneller ist ein Raum gefliest. Allerdings gilt auch: Je größer das Format, desto ebener muss der Untergrund sein. Sonst sitzen die Fliesen nicht fest im Mörtelbett oder brechen sogar unter Belastung.

Fußboden
 

Das 1x1 der Fliesen: Boden nivellieren

Untergründe mit Rissen und Dellen müssen Sie vor dem Fliesenlegen unbedingt nivellieren

 

An die Fliese, fertig los!

Fliesen verlegenEhe Sie mit dem Verlegen beginnen, legen Sie die Fliesen kreuzweise im Raum aus (eine Reihe pro Raumachse genügt). Achtung: Fugenbreite beachten (je nach Format 2 bis 5 mm)! An den Wänden sollten Sie nie mit einer ganzen Fliese beginnen (ideal: eine halbe Fliese), da die Wände fast nie rechtwinklig zueinander und gerade verlaufen.
Vorsicht: Je schmaler das benötigte Fliesenstück, desto sorgfältiger müssen Sie beim Zuschnitt arbeiten.

Fliesen
 

Fliesenschneider Test

Krasse Preisunterschiede und krasse Ergebnisse: Sogar die Note "mangelhaft" war dabei

 

Produktinfo: Fliesenkleber

Der Erfolg beim Fliesen hängt nicht nur vom Material der Fliese ab, sondern auch von der Beschaffenheit des Untergrundes. Für jede Kombination gibt es einen passend abgemischten Kleber:

  • Standardkleber: Besteht der Untergrund aus festem, nicht schadhaftem Material (Beton, Estrich) genügt ein preisgünstiger Standardkleber.

  • Flexkleber: Beigemischte Kunststoffe schwächen Spannungen im Untergrund ab und erhöhen so die Haftung der Fliese, frostsicher.

  • Natursteinkleber: Marmor und Granit nehmen leicht Farbpigmente aus dem Kleber auf. Mit weißem Natursteinkleber verfärben sie sich nicht.

  • Dispersionskleber: Anders als bei Pulverklebern sind die Gebinde gebrauchsfertig. Ein Anmischen mit Wasser entfällt. Ideal für Reparaturen. 
 

Fliesenkleber für große Fliesen

Fliesen verlegenGroße Fliesenformate liegen im Trend, lassen sich aber mit herkömmlichen Dünnbettmörtel nicht so einfach verlegen. Statt die Wasserzugabe zu reduzieren und Dünnbettmörtel steifer anzurühren, ist es besser, einen Mittelbettkleber wie den neuen FX 911G zu verwenden. „Dem FX 911G wird ein Stützkorn mit einer Größe von 1,2 mm zugegeben“, erklärt Matthias Strohte, Leiter Anwendungstechnik bei quickmix.

So lassen sich bei der Bettung Schichtstärken von bis zu 25 mm erzielen, gleichzeitig ist der Mörtel auf Fließbettkonsistenz einstellbar und bindet schnell ab. Dabei bleibt der Mörtel geschmeidig, obwohl er im Vergleich zu Dünnbettmörteln gröber ist. „Die Platten können eingelegt werden, ohne dass der Fliesenklebersteg in sich zusammenfällt“, so Strohte. Denn das Stützkorn stabilisiert die Stege und hält die verlegten Platten in der richtigen Position. Der Mörtel wird ab einer Fliesengröße von 0,18 m² eingesetzt, dies entspricht dem Standardformat 30 x 60 cm. Hier erlaubt es der Mittelbettmörtel, mit einer 10/10-mm-Zahnkelle zu arbeiten. Bei größeren Formaten, wie etwa 45 x 90 oder 60 x 120 cm, ist es möglich, eine 20/20-mm-Zahnkelle oder eine größere Torbogenkelle zu benutzen.

 

So verfugen Sie die Fläche

Fläche verfugenNachdem der Boden gefliest ist, härtet der Kleber mindestens zwölf Stunden aus (Herstellerangaben beachten). Betreten Sie vorher auf keinen Fall die frisch geflieste Fläche: Selbst, wenn keine Fliese sichtbar verrutscht, kann es unterseitig zu Brüchen der Haftbrücken im Mörteldünnbett kommen.

Bei der Wahl des Fugenmörtels berücksichtigen Sie die zu erwartenden Belastungen, das Material (Naturstein und Glasfliesen unbedingt mit weißem Natursteinmörtel verarbeiten, sonst verfärbt sich der Stein unter Umständen) und die Fugenbreite, um den richtigen Mörtel und dessen Menge zu wählen.

Der Verbrauch pro Quadratmeter kann von 0,4 kg (Standardfliese 15 x 15 cm, 3 mm Fuge) bis zu 1,5 kg (10 x 10 cm Mosaik-fliese, 5 mm Fuge) variieren. Den Fugenmörtel auf den Boden gießen und mit einer Gummilippe verteilen. Arbeiten Sie stets diagonal zum Fliesenformat. Dann die Fugenmasse mit dem Schwammbrett einarbeiten. Beginnt der Mörtel anzuziehen, Rückstände auf den Fliesen mit feuchtem Schwamm abnehmen.

 

Silikon dichtet alle Bauteilfugen ab

SilikonSilikon ist (und bleibt lange Zeit) elastisch. Es verformt sich flexibel unter Druck und Zug und kehrt in seine alte Position und Form zurück. Somit verhindern Silikonfugen, dass Wasser zwischen zwei Bauteile dringt. Gerade im Bad, wo naturgemäß viel Wasser anfällt, lohnt sich die Arbeit, um langfristig und zuverlässig Schäden an der Bausubstanz und Schimmelbildung zu verhindern.

Unerlässlich sind Silikonfugen zwischen dem Boden und allen aufgehenden Bauteilen, wie Wänden, Pfeilern und Brüstungen (z. B. auf dem Balkon). Da sich die verschiedenen Bauteile (Wände, Boden) unterschiedlich bewegen, kommt es dort zu Rissen in der Fuge. Selbst durch die feinsten Risse dränge Wasser ein, würde man den Spalt zwischen den Bauteilen nur mit Fugenmörtel füllen.

Auch alle Installationselemente im Bad (WC, Waschbecken, Dusche, Wanne) schließt man mit Silikonfugen dicht an die Wand an. An diesen Stellen würde eindringendes Wasser erst sehr spät bemerkt (nicht einsehbare Installationsebene), könnte dann aber großen Schaden anrichten (Schimmelbildung, Durchfeuchtung des Mauerwerks).

Fliesen
 

Silikonfugen ziehen

Als Dehnungsfuge muss dieser Bauteil-Spalt flexibel bleiben: Das Silikon verhindert, dass Wasser eindringt ...

 

Spezielle Vorarbeiten im Bad

Da im Bad besonders viel Feuchtigkeit anfällt (auch in Form von Wasserdampf, z. B. durch Wäschetrockner), ist eine gründliche Abdichtung des Raumes nötig. Bei gemauerten Wänden genügt meistens die Versiegelung durch Fliesen.

Bei Trockenbauwänden im Bad achten Sie auf die Feuchtraumeignung der Gipskartonplatten: Sie erkennen sie leicht an der grünen Farbe. Außerdem sollten Sie die Wände vor dem Fliesen innenseitig zusätzlich abdichten: Flüssige Dichtanstriche, fertig konvektionierte Dichtmanschetten für (Wasser-) Rohranschlüsse und zuschneidbare Dichtbänder für Ecken und Kanten sind aufeinander abgestimmt und werden als Set angeboten. Für alle Untergründe gilt: In jedem Fall mit Tiefengrund vorbehandeln. Sonst saugt die Wand (Putz, Gipskarton, Kalksandstein) das Wasser aus dem Kleber und die Fliesen haften nicht ausreichend fest an der Wand!

 

Küchenspiegel und Co.

KüchenspiegelWollen Sie nur Teilbereiche einer Wand fliesen, wie z. B. bei einem Küchenspiegel hinter dem Herd oder der Spüle, dann ist es besonders wichtig, die Lage Ihres Fliesenspiegels genau anzuzeichnen. Schließlich können Sie später weder die Wand noch die Einbauküche verschieben, damit der Herd mittig davor steht. Bei der Höhe der Fläche überlegen Sie genau, wo deren Unter- und Oberkante verlaufen sollen. Die Höhen der Arbeitsplatte und der Oberschränke sind maßgebend.

Wie am Boden benötigen Sie auch an der Wand eine Ur-Linie, an der Sie entlangarbeiten. Zeichnen Sie eine senkrechte Linie an die Wand. Nehmen Sie ein Lot oder einfach eine Wasserwaage zur Hilfe. Von dieser Linie aus bearbeiten Sie wie gewohnt nur kleine Teilflächen (je ca. 1 m²) – zuerst nach rechts, dann nach links.

Wollen Sie eine Fläche mit verschiedenfarbigen Fliesen gestalten, legen Sie das Muster zunächst zur Probe aus. Es ist nicht leicht, beim ersten Mal ein gleichmäßig unregelmäßiges Fliesenmuster zu legen! Wichtig: Mischen Sie Fliesen aus verschiedenen Kartons. Die Farbigkeit kann je nach Charge leicht variieren (besonders ärgerlich bei Bordürenfliesen). So fällt es an der Wand nicht auf.

Quelle: selbst ist der Mann

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