Fahrrad-Anhänger – selbst gebaut


Mit diesem nur vier Kilogramm schweren Einspur-Anhänger läuft der Einkauf ohne Spritverbrauch und Parkprobleme. Da staunen die Passanten: Unser einspuriger Fahrrad- Anhänger hat nur ein Laufrad und folgt dem Fahrrad so spurtreu, dass man ihn eigentlich nur beim Antreten und Bremsen spürt.

Die Konstruktion basiert auf dem Vorderteil eines ausgedienten Kinder-Fahrrads. Dessen Lenkgabel wird mit einem Rahmen aus Aluminium-Vierkantrohren verbunden, der wiederum die Grundplatte aus Multiplex trägt. Als Deichsel dient ein Wasserrohr. Alle Teile werden einfach verschraubt.

Fahrrad-Anhängerbau - Schritt für Schritt

Der besondere Pfiff des Anhängers liegt in der Kupplung, die aus einer kopfüber auf dem Gepäckträger montierten Apparaterolle ohne Rad besteht. An- und abgekuppelt wird mit einer Flügelschraube, die die Deichsel fest und zugleich drehbar fixiert. Denn der Anhänger muss seitlich und in der Höhe variabel gezogen werden, darf aber nicht kippen können. Eine übliche, in allen Ebenen bewegliche Fahrrad- Kupplung ist hierfür nicht geeignet – der Anhänger würde unweigerlich umfallen.

Unsere Kupplung sorgt für exzellente Fahreigenschaften, weil sich der Anhänger galant mit in die Kurven legt. Wenn hier etwas kippt, dann allerdings gleich alles – deshalb sollte das ziehende Fahrrad einen zu beiden Seiten abstützenden, soliden Mittelständer haben.

Das Maß der Grundplatte haben wir so gewählt, dass für den Rahmen zwei je ein Meter lange Alu-Vierkantrohre ausreichen. Geteilt ergeben sie jeweils eine Quer- und eine Längsstrebe. Der Rahmen wird an den Ecken stumpf übereinander verschraubt, wobei eingeschobene Distanzröhrchen aus Alu-Rundrohr die Stabilität der Verbindungen sichern. Körnen Sie alle Bohrstellen an, und arbeiten Sie mit Bohrständer oder Bohrmobil, damit die Schrauben später exakt mittig sitzen. Die Köpfe der Flachkopfschrauben können Sie beim Festziehen mit ihrem Vierkant-Schaft in das weiche Aluminium einziehen, denn die eingeschobenen Distanzröhrchen begrenzen das Einbiegen des weichen Materials. Nur an den Befestigungspunkten für Deichsel und Radgabel ist eine Vierkant-Aufnahme passend auszufeilen, weil sich hier kein Distanzröhrchen positionieren lässt.

Die Multiplexplatte haben wir mehrfach mit strapazierfähigem Bootslack behandelt und nach der Trocknung auf den Längsstreben mit Blechschrauben montiert. Radgabel und Deichsel werden sowohl mit dem Rahmen als auch mit der Grundplatte verschraubt, damit die Konstruktion ausreichend steif wird. Das Wasserrohr für die Deichsel können Sie aus fertig mit Gewinde versehenen Einzelteilen aus dem Baumarkt je nach Laufradgröße und Höhe des Gepäckträgers am Fahrrad selbst zusammenstellen. Achten Sie darauf, dass die Verschraubungen zusammenpassen – am besten alle Teile im Baumarkt probehalber zusammenlegen. Bei der Endmontage alle Gewinde Zug um Zug mit Zweikomponenten- Epoxydharzkleber einstreichen, verschrauben und ausrichten. Nur mit der Verklebung ist die Deichsel und damit der Hänger ausreichend gegen Verdrehen gesichert.

Auch an Fahrrad-Anhängern sind Speichenreflektoren sowie ein weißer Front- und ein roter Schlussreflektor zu montieren. Wenn Sie bei Dunkelheit auf Achse sind, muss am Heck zudem eine rote Batterieleuchte befestigt sein.

TRICKREICH UMGENUTZT

Als Kupplung dient eine drehbare Apparaterolle ohne Rad, die auf einer mit dem Gepäckträger verbundenen Montageplatte kopfüber verschraubt wird. Je nach Fahrrad müssen Sie diese Konstruktion entsprechend anpassen. Dabei sollte das Drehgelenk möglichst weit hinten am Fahrrad montiert werden, um die Deichsel kurz zu halten. Eine zu lange Deichsel neigt nämlich bei schnellerer Fahrt zu Eigenschwingungen – der Anhänger wackelt dann wie ein Entenschwanz.

Ist eine längere Deichsel unvermeidbar, sollten Sie ein dickeres Wasserrohr verwenden, um diesem Problem vorzubeugen. Achten Sie aus dem gleichen Grund darauf, dass die Apparaterolle im Drehgelenk möglichst wenig Spiel aufweist. Die Deichsel wird quer durchbohrt und per Flügelschraube mit den für das Rad bestimmten Bohrungen der Apparaterolle stramm verschraubt. Eine Flügelmutter sorgt dafür, dass man relativ leicht an- und abkuppeln kann. Rad, Radgabel und Schutzblech stammen von einem ausgedienten 18-Zoll-Kinder-Fahrrad.

ANHÄNGER ZUM EINKAUFEN

Der klassische Fahrrad-Anhänger ist vielseitig, aber sperrig wie der Miniboy: Er wird an der Sattelstütze angekuppelt und holpert auf zwei Rädern hinterher. Alternative auf Kurzstrecken sind Shopper, die an Omas Hackenporsche erinnern und ins Geschäft mitgenommen werden können. Die simplen Kupplungen werden meist an den Hinterbaustreben montiert und lassen den Gepäckträger frei.

KONTAKTE

Bike-Shopper:
Andersen Shopper-Manufaktur, 
Mühlenstraße 27,
24986 Satrup
Telefon: 04633/95900

YAK, Miniboy: Zwei plus zwei GmbH,
Bismarckstraße 56, 50672 Köln,
Telefon: 0221/9514700,

Donkey: Utopia Fahrrad-Manufaktur,
Kreisstraße 134f, 56128 Saarbrücken,
Telefon: 0681/970360

Fahrrad:
Heinz Kettler GmbH & Co.KG.,
Telefon: 02938/810

Aktuelle Modelle

Quelle: selbst ist der Mann

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