Elektrosmog E-Smog: Magnetfelder im Haushalt

Elektrosmog begegnet uns in unserer hochtechnisierten Welt auf Schritt und Tritt. Wissenschaftliche Beweise zur Gefahr von Elektrosmog sind jedoch Mangelware. Wer will, kann trotzdem vorbeugen.

Elektrosmog ist überall: Überlandleitungen direkt über Gebäuden sind keine Seltenheit. Die Bewohner sind damit zwangsläufig permanentem Elektrosmog ausgeliefert. Messungen ergaben, dass Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte liegt. Die Feldstärke nimmt hier exponentiell, mit dem Quadrat der Entfernung ab. Auf Nummer sicher: So vermeiden Sie Elektrosmog durch elektrische Geräte im Haushalt.

In den letzten Jahren wurden viele wissenschaftliche Studien zum Thema Elektrosmog veröffentlicht – mit gegensätzlichen Aussagen: Negative Auswirkungen von Elektrosmog auf den Menschen sind nicht oder nur in geringem Maße festzustellen, sagen die einen. Andere wiederum warnen vor schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Panik ist jedoch unangebracht.

Elektrosmog

 

Was ist Elektrosmog?

Der Begriff Elektrosmog dient als Sammelbezeichnung für mehrere physikalische Erscheinungen. Man unterteilt in elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder und Wellen. Elektrische Felder entstehen in der Umgebung elektrisch geladener Körper. Dazu gehören ans Stromnetz angeschlossene Kabel und Geräte ohne geerdetes Metallgehäuse – im Außenbereich Hochspannungsleitungen und Oberleitungen entlang Tramschienen und Bahntrassen. Sobald ein Gerät mit Strom versorgt wird, ist das Kabel zusätzlich zum elektrischen Wechselfeld auch von einem Magnetfeld umgeben. Dieses magnetische Feld ist umso stärker, je größer die fließende Stromstärke ist. Feldquellen im Haus sind u. a. Radiowecker, Trafos und Geräte mit Elektromotoren (z. B. Rasierapparat und Bohrmaschine).

Elektromagnetische Wellen werden zur Übertragung von Daten und Fernsehsignalen genutzt. Da sich elektromagnetische Wellen im Raum ausbreiten, spricht man auch von elektromagnetischer Strahlung. WLAN, Bluetooth, Handys und Schnurlostelefone sind nur einige Quellen solcher Strahlung. Im Außenbereich wird diese durch Mobilfunkstationen, Radio- und Fernsehsender verbreitet.

Auswirkungen von Elektrosmog

Seit Jahren geistern Horrorszenarien über Elektrosmog durch die Medien. Forscher untersuchen ebenso lange die Einflüsse von Elektrosmog auf Leukämie, Tumorwachstum und die Schädigung des menschlichen Immunsystems. Ein Zusammenhang konnte bisher jedoch nicht hergestellt werden. So ist zwar bewiesen, dass sich die Gesichtshälfte erwärmt, an der über längere Zeit per Handy telefoniert wurde. Eine Schadwirkung ist durch den nur geringen Anstieg der Temperatur um 0,1 Grad Celsius gleichwohl auszuschließen.

Elektrosmog wird außerdem für eine ganze Reihe von Stresssymptomen und Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Nervosität, Tinnitus, Kreislaufprobleme oder Schlafstörungen verantwortlich gemacht. Für diese Elektrosensibilität gibt es jedoch ebenfalls keine wissenschaftlichen Beweise. Es fehle ein anerkannter biologischer Mechanismus, der diese erhöhte Empfindlichkeit erklären könnte, so das Umweltministerium NRW.

Elektrosmog

 

Elektrosmog messen und abschirmen

Solange keine Klarheit herrscht, ist für besonders Vorsichtige Prävention der beste Schutz. Erwiesen ist in diesem Zusammenhang, dass Elektrosmog in den eigenen vier Wänden zu einer höheren Belastung führt, als dies durch Hochspannungsleitungen oder Mobilfunksender der Fall wäre. Um die Belastung durch hausinterne Quellen zu verringern, gelten zwei einfache Regeln: Ausschalten oder Abstand halten. Je größer die Entfernung zur Quelle, desto geringer ist die Belastung. Auf Null verringern lässt sich diese jedoch nur durch Trennung der Geräte vom Stromnetz – kein Stand-by-Betrieb. Hilfreich ist der Einbau eines Netzabkopplers. Er wird hinter den Sicherungen installiert und unterbricht automatisch den Stromkreis, wenn keine Elektrizität gebraucht wird. Wer das Restrisiko der Langzeitwirkung von Elektrosmog ausschließen will, sollte vor allem im Schlafbereich ganz auf elektrische Geräte verzichten. So zwingt ein mechanischer Wecker ebensogut zum Aufstehen wie Handy oder Radiowecker.

Als strahlungsarm gekennzeichnete Elektrogeräte gibt es bisher selten im Handel. Beim Monitorkauf können Sie allerdings auf das TCO-Siegel, beim Kauf eines Handys auf einen niedrigen SAR-Wert achten. SAR steht für Spezifi sche Absorptionsrate und kennzeichnet die maximale Sendeleistung von Mobiltelefonen. Basisstationen schnurloser Telefone nach DECT-Standard senden permanent elektromagnetische Wellen aus. Neue Telefone sind strahlungsfrei, sobald das Handgerät in der Basisstation liegt.

Zur Steigerung der Schirmwirkung von Wänden helfen überempfindlichen Personen spezielle Abschirmtapeten, -Vliese oder -Putze. Diese müssen jedoch geerdet werden und sind nur von einem Fachmann anzubringen. Im Übrigen verhindert schon eine gute Wärmeschutzverglasung eindringenden Elektrosmog. Weiterführende Informationen zum Thema Elektrosmog und dessen Abschirmung beantworten u. a. das Bundesamt für Strahlenschutz sowie Ihr örtlicher Stromanbieter.

Interview mit Dr. Klaus Trost, Wissenschaftsladen Bonn

selbst: Für wie ernst halten Sie die Bedrohung des Menschen durch Elektrosmog?
Trost:
Wie hoch das Risiko ist und welche Krankheiten betroffen sind, kann mangels gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse noch nicht ausreichend gut abgeschätzt werden.

selbst: Halten Sie die in Deutschland geltenden Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung für ausreichend?
Trost:
Sie sind nur darauf angelegt, akute Schäden durch elektromagnetische Immissionen zu vermeiden. Langzeitwirkungen werden nicht berücksichtigt. Vorsorgeregelungen zur Absicherung noch vorhandener Wissenslücken fehlen.

selbst: Unternehmen Städte und Gemeinden etwas, um ihre Bürger vor Strahlung durch beispielsweise Mobilfunk-Sendeanlagen zu schützen?
Trost:
Von wenigen Gemeinden abgesehen, ist der elektromagnetische Immissionsschutz des Bürgers durch die Städte und Gemeinden noch in einem Anfangsstadium, aber es sind in den letzten Jahren erste kommunale Strukturen entstanden, welche zu diesem Schutz beitragen können. So werden z. B. die Gemeinden von den Netzbetreibern über den Bau von Mobilfunkstationen informiert. Auch bei der Aufrüstung einer Trafostation erhält das Umweltamt eine Mitteilung mit der Möglichkeit einer Stellungnahme.

selbst: Halten Sie es für möglich, dass Lobbyisten Studienergebnisse zum Thema Elektrosmog beeinflussen?
Trost:
Jede Forschung muss bezahlt werden. Nur wer Ergebnisse liefert, die den Interessen des Auftraggebers entsprechen, kann mit weiteren Forschungsaufträgen rechnen. Das haben wir beim Asbest und beim Rauchen bereits erlebt. Eine Schweizer Untersuchung zur Mobilfunkforschung zeigte, dass unabhängige Studien wesentlich häufi ger biologische Wirkungen unterhalb der Grenzwerte fanden als von der Industrie fi nanzierte Studien.

Quelle: selbst ist der Mann

Beliebte Inhalte & Beiträge
Kärcher Fenstersauger
UVP: EUR 62,50
Preis: EUR 59,97 Prime-Versand
Sie sparen: 2,53 EUR (4%)
Makita Radiolampe
UVP: EUR 117,81
Preis: EUR 44,85 Prime-Versand
Sie sparen: 72,96 EUR (62%)
Couchtisch
 
Preis: EUR 59,95
Copyright 2017 selbst.de. All rights reserved.